Steam Deck angekündigt: Valve bringt potenten Gaming-PC als Handheld

Dicke Überraschung für PC-Gamer: Praktisch aus dem Nichts hat das Softwareunternehmen Valve das "Steam Deck" angekündigt. Was auf den ersten Blick wie eine Kopie der immens populären Nintendo Switch aussieht, offenbart sich schnell als waschechter Gaming-PC für die (übergroße) Hosentasche. Wir fassen alle Infos zusammen und beantworten die wichtigsten Fragen.
Steam Deck
Foto: Valve

Da staunen nicht nur PC-Gamer Bauklötze: Mit dem „Steam Deck“ könnte Valve das gelingen, wovon viele bislang nur träumen konnte. Die Verknüpfung des noch immer „nerdigen“ und teils extrem teuren „PC-Gamings“ mit dem Massenmarkt. Doch was genau steckt dahinter?

Technisch aufwendige Spiele unterwegs daddeln, oder das Steam Deck einfach an Monitor und Fernseher anschließen und als potenten Gaming-PC samt aller seiner Vorteile nutzen? Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein.

Drei verschiedene Versionen mit Preisen von 419 Euro bis 679 Euro werden ab dem 16. Juli (19 Uhr deutscher Zeit) zur Vorbestellung angeboten. Nach ersten Prognosen dürfte Valve für die Hardware in jedem Fall „draufzahlen“.  Eines ist sicher: Die Möglichkeiten, welche euch das Steam Deck als Gaming-PC bietet, sind extrem weit gefächert und extrem spannend.

Steam Deck

Natürlich lässt sich alles ans Steam Deck anschließen, was auch an eurem Gaming-PC seinen Platz findet! Foto: Valve

Erst kürzlich enthüllte Nintendo seine neue „OLED“-Version der Nintendo Switch, welche viele Gamer aufgrund der mangelnden Hardware-Verbesserung abseits vom Bildschirm recht unzufrieden zurückließ. Nein, das war nicht die „Switch Pro“, welche seit Monaten in der Gerüchteküche aufbereitet wurde. Kein Wunder also, dass die halbe Welt das nun angekündigte „Steam Deck“ erstmal scherzhaft als die wahre „Switch Pro“ bezeichnet – schließlich hat der kleine Brocken wesentlich mehr „Dampf“ unter der Haube.

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Mit Brocken lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster: Im Vergleich zur rund 400 Gramm schweren Nintendo Switch soll das Steam Deck stolze 669 Gramm auf die Waage bringen, ist dabei rund 30 Zentimeter breit, 5 Zentimeter tief und 12 Zentimeter hoch. Erste Stimmen (IGN lieferte das erste Hands-on) loben die ergonomische Form, welche das erhöhte Gewicht nicht weiter bemerkbar machen sollen. Ob PR oder nicht, es ist durchaus noch abzuwarten wie sich so ein Gerät nach mehreren Stunden Spielzeit auf der Couch, im Zug oder im Schlafzimmer anfühlt.

Die Qual der Wahl: Das verbirgt sich hinter dem Steam Deck

Zum Start im Dezember werden drei Versionen vom Steam Deck angeboten, der Vorverkauf startet bereits heute, am 16. Juli ab 19 Uhr auf Steam. Dabei stehen euch drei unterschiedliche Versionen zur Auswahl, die allen voran am vorhandenen Festplattenspeicher unterschieden werden:

  • 419 Euro werden für das Steam Deck mit 64 GB eMMC Speicher aufgerufen. Eine  praktische Tragetasche ist ein netter Bonus obendrauf.
  • 549 Euro werden für das Steam Deck mit der 256 GB NVMe-SSD aufgerufen. Neben der Tragetasche gibt es hier noch ein exklusives Steam-Community-Profilbündel dazu.
  • 679 Euro schließlich kostet die Variante mit der pfeilschnellen 512 GB NVMe-SSD und einem angepassten Display aus entspiegelten Glas. Tragetasche und Steam-Community-Profilbündel kommen auch hier dazu, zusätzlich soll es eine virtuelle Tastatur mit exklusivem Design geben.

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Starke AMD APU, schneller Speicher und 7-Zoll-LCD

Steam Deck

Foto: Valve

Die Hardware setzt auf eine AMD APU mit einem Zen 2 als CPU und 8 RDNA 2 CUs welche zusammengenommen auf eine Leistung von bis zu 2 TFlops (FP32) kommen sollen. Das Steam Deck ist zudem mit 16 GB LPDDR5 RAM (5500 MT/s) bestückt.

Der Speicher kommt gemäß der drei vorgestellten Preis-Alternativen in drei Größen daher: Für die kleinste Variante werden 64 GB eMMC (PCIe Gen 2 ×1) verbaut, alternativ dürft ihr euch 256 GB oder 512 GB NVMe-SSD-Speicherplatz gönnen. Letztere sind durchaus vergleichbar mit den Hochgeschwindigkeitsfestplatten der Xbox Series und PlayStation 5 – Ladezeiten sind also kaum ein Thema mehr. Zudem lässt sich der Speicher über einen Hochgeschwindigkeits-microSD-Kartensteckplatz beliebig erweitern.

Steam Deck

Foto: Valve

Beim Display setzt Valve auf ein 7-Zoll und 60 Hz LCD, sicher auch aufgrund der daraus resultierenden Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden. Die Auflösung von 1280 x 800 Pixeln (16:10 Seitenverhältnis) ist für diese Größe mehr als ausreichend, als Helligkeitswert gibt Valve 400 Nits an. Zudem verfügt das Display über einen Touch- und Umgebungslicht-Sensor. Für den passenden Sound sorgen Stereo-Lautsprecher, zudem ist sogar eine 3,5-mm-Stereo-Kopfhörerbuchse vorhanden.

Die Datenverbindung mit dem Internet funktioniert über WLAN, vom Handy bekannte Breitbandfunkverbindungen sind nicht an Bord. Per Bluetooth 5.0 werden Controller, Zubehör und Audio verbunden, der USB-C Anschluss bietet zeitgleich einen DisplayPort 1.4 mit Unterstützung von Alt-Modus (bis zu 8K mit 60 Hz oder 4K mit 120 Hz).

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Gamepad, Tastatur, Maus – Das Steam Deck erlaubt alles!

Die Anordnung der Steuerelemente auf dem Steam Deck wirkt auf den ersten Blick seltsam deplatziert. Insbesondere PC-Zocker, welche seit Jahren den Xbox Controller nutzen,  müssen sich von den vertikal versetzten Analogsticks verabschieden. Hier thronen beide Sticks auf einem Level ganz weit oben auf dem Steam Deck.

Ansonsten ist das Tasten-Layout bekannt: Vier Schultertasten, vier ABXY-Tasten auf der Front, ein ziemlich weit außen platziertes Steuerkreuz für alle Retro-Zocker und Prügelspiel-Fans… es gibt nichts, was es nicht gibt. Sogar an die vier frei zuweisbare Grifftasten auf der Rückseite des Gerätes hat man gedacht – ein Feature, welches eigentlich nur Pro-Controllern vorbehalten bleibt.

Steam Deck

Foto: Valve

Gleich darunter finden sich die Trackpads, mit denen Steam-Zocker eventuell schon Erfahrung sammeln durften: Der Steam Controller setzte auf eine ganz ähnliche Technik, welche beinahe die Präzision der Maus-Steuerung am PC erreicht. Mangelnde Optionen kann man den Technikern von Valve definitiv nicht vorwerfen. Alternativ könnt ihr übrigens alles anschließen, was auch ein normaler PC verdaut: Xbox Controller per Bluetooth, Flightstick oder Retro-Joypad per USB-C – alles kann, nichts muss.

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Alle Optionen eines Gaming-PCs sind an Bord

Bei der Präsentation wurde Valve nicht müde zu erwähnen, dass es sich beim Steam Deck gewollt um ein „offenes System“ handelt. Will heißen: Wer mit dem installierten Betriebssystem (SteamOS 3.0 auf Basis von Arch) nicht klarkommt, darf sich natürlich auch Windows installieren.

Selbst wer keine Lust auf Steam haben sollte, kann beliebig im Epic Game Store einkaufen, oder mit dem Steam Deck seine Xbox Game Pass Bibliothek durchzocken. Besonders interessant dürfte die potente Hardware auch für Emulatoren-Fans werden – hier heißt es abwarten und freudig die Hände reiben.

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Mit der Docking-Station noch komfortabler ins heimische Wohnzimmer

Nintendo hat es mit der Switch und ihrer „Docking Station“ vorgemacht: Es ist ein gutes Gefühl seine geliebte Handheld-Konsole nachts unter dem heimischen TV „schlafen“ zu lassen und auf Wunsch einfach auf diesem weiterzuspielen. Für das Steam Deck soll es ganz ähnlich funktionieren, detaillierte Informationen hierzu sollen jedoch erst in der nahen Zukunft veröffentlicht werden. Seid aber schonmal gewiss, dass auch das Steam Deck (sofern gewünscht) bei euch „unterm Fernseher“ schlafen wird.

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Steam Deck Vorbestellungen könnten knapp werden

Aufgrund der Corona-bedingten Hardware-Knappheit, welche bereits so einige PlayStation 5-Fans in den Wahnsinn getrieben hat, gehen wir auch beim Steam Deck von einer eher knapp bemessenen Marge aus. Ob es wirklich so viel Bedarf für einen mobilen Gaming-PC im Switch-Format gibt, wird die Zeit zeigen – wir empfehlen bei Interesse definitiv eine frühe Vorbestellung (und das ohne jeglichen Werbe-Hintergrundgedanken!).

Weitere Informationen rund um das Steam Deck und die Vorbestellung findet ihr auf store.steampowered.com/steamdeck.

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