Foto: RapeDayComics
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Noch im April sollte auf der Gaming-Plattform Steam ein Spiel mit dem Titel „Rape Day“ erscheinen, in dem es fast ausschließlich um die Vergewaltigung von Frauen während einer Zombie-Apokalypse geht. Nach massiven Protesten hat Plattform-Anbieter Valve den Zugriff auf das Spiel nun offenbar gesperrt – zumindest in Deutschland.

„‚Rape Day‘ ist ein interaktiver Comic, in dem du die Kontrolle über einen Soziopathen während einer Zombie-Apokalypse übernimmst. Du kannst Menschen belästigen, sie töten und Frauen vergewaltigen, während du die Geschichte fortsetzt“, heißt es auf der Entwickler-Seite des Spiels. Doch das ist noch nicht alles: „Es ist eine gefährliche Welt ohne Gesetze. Die Zombies genießen es, das warmen Fleisch von Menschen zu essen und sie brutal zu vergewaltigen, aber du bist der gefährlichste Vergewaltiger der Stadt.“

Erscheinen soll das Spiel laut Entwickler „Desk Plant“ noch im April 2019. Doch daraus dürfte zumindest in Deutschland nichts werden. Twitter-Userin @LaVieVagabonde prangerte das Spiel öffentlich an und erreichte mit ihrem Tweet viel Aufmerksamkeit. Zugleich forderte sie Steam-Nutzer dazu auf, das Spiel auf der Plattform zu melden – und wie es scheint, mit Erfolg. Mittlerweile scheint Valve die Seite zu „Rape Day“ in Deutschland gesperrt zu haben. Wer den Link aufruft, wird direkt auf die Startseite weitergeleitet.

Ein-Mann-Entwickler „Desk Plant“ kann die Aufregung um sein Spiel derweil nicht nachvollziehen. Auf seiner Webseite geht er auf die Kritik vieler Nutzer ein, verteidigt sein Spiel dabei jedoch. „Wenn wir jemals zu der wissenschaftlichen Schlussfolgerung kommen, dass die Begehung von Verbrechen in Videospielen die Chancen auf Verbrechen im wirklichen Leben signifikant erhöht, dann müssten wir als Gesellschaft an dieser Stelle entscheiden, ob wir einige oder alle Verbrechen in der Fiktion verbieten wollen“. Man könne allerdings nicht erwägen, „Vergewaltigung in der Fiktion zu verbieten, ohne Mord und Folter zu verbieten.“ Mord sei in der Fiktion normalisiert worden, „während Vergewaltigung noch nicht normalisiert wurde.“

Zu der Idee, „Rape Day“ zu entwickeln, sei er gekommen, da er mit Gruselgeschichten aufgewachsen sei und schon immer ein großer Fan von Psychothrillern und Zombies war. Zombies allein könnten allerdings ziemlich langweilig sein und weil er, „wie die meisten Menschen“, auch gerne mal Pornos schaue, habe er all das in „Rape Day“ zusammengeführt.

Die meisten Menschen könnten zudem sehr wohl zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Entsprechend seien er selbst und Spieler seines Spiels nicht gefährlicher für die Gesellschaft als Spieler von „Grand Theft Auto“ oder „Hitman“ auch. „Der Sinn von Spielen besteht darin, Dinge zu tun oder Dinge zu erleben, die man in der Realität nicht tun kann oder sollte. Wenn Spiele und Filme wie im richtigen Leben wären, wären sie ziemlich langweilig“, so sein Argument.

Eine Szene, in der ein Baby getötet wird, habe er dann aber doch wieder entfernt. „Es tut mir leid für alle, denen die Existenz dieser Szene Sorgen bereitet hat“, erklärt er. Er müsse noch die richtige Balance finden, Spiele zu machen, die er liebe, ohne dabei eine „Lawine der Empörung“ ausulösen.

Für ähnliche Aufregung sorgte derweil bereits 1982 das Atari-Game „Custer’s Revenge“. Spieler konnten darin eine an einen Pfahl gebundene Indianerin vergewaltigen. Trotz heftiger Kritik wurde das Spiel über 80.000 Mal verkauft.

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