League of Legends Wild Rift
Quelle: Riot Games

„OMG, sie haben LoL geschrumpft!“: Mehr als 11 Jahre nach der Veröffentlichung von League of Legends ist das extrem einflussreiche MOBA nun auch mobil unterwegs. Doch Hersteller Riot Games plant noch mehr – „Wild Rift“ soll 2021 auch für Konsole erscheinen. Grund genug dem „Mini-LoL“ mal über die Schultern zu schauen: Kann das komplexe Spiel auch auf dem Handy begeistern? Funktioniert die Steuerung per Touch-Screen? Welche Änderungen gibt es zum großen Vorbild? Viele Fragen, wir haben die Antworten. Dabei zeigen wir auch Anfängern und Rückkehrern, wie sie am besten ins Spiel einsteigen können.

Tipp: Wer sich bereits mit League of Legends auskennt, kann unsere Erklärung zu Beginn getrost überspringen und gleich zur wichtigsten Frage springen: Wie gut ist die Umsetzung für das Handy?

Kein Zeichen von Altersschwäche

Es waren andere Zeiten, als League of Legends am 27. Oktober 2009 erstmals die große Bühne der Videospielwelt betrat: Es war die Zeit von Barack Obama und dem tragischen Ende von Michael Jackson. „Avatar“ lief im Kino und „Poker Face“ von Lady Gaga war überall im Ohr. Minecraft erschien erstmals als Alpha-Version für Microsoft Windows, die Nintendo Wii stand im heimischen Wohnzimmer neben PlayStation 3 und Xbox 360, „Call of Duty: Modern Warfare 2“ war noch DER Ego-Shooter und „Plants vs. Zombies“ wurde rauf und runter gezockt.

In den Jahren darauf krempelte League of Legends die Welt der Videospiele gehörig um und brachte das Phänomen „eSport“ in massenkompatibler Form endgültig in den Westen. 2021 gehört der von Riot Games entwickelte und stets erweiterte Titel zu den einflussreichsten und wichtigsten Videospielen am Markt – und zu den rentabelsten. Superdataresearch listet League of Legends im Dezember 2020 auf Platz 2 der PC-Spiele mit dem höchsten Einkommen, lediglich Cyberpunk 2077 konnte dies noch toppen.

Der wesentliche Clou des Vertriebsmodells bis heute: League of Legends ist kostenlos spielbar, Geld wird primär zum Kauf von kosmetischen Inhalten benötigt. Und das ist ausnahmsweise mal keine leere Werbephrase: Wirklich alle relevanten Spielinhalte lassen sich selbst erspielen, ohne einen Cent dafür auszugeben. Dies gilt auch für „Wild Rift“.

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Was ist eigentlich ein MOBA?

Wer noch immer nicht weiß, was League of Legends und „MOBAs“ generell sind: Brot und Spiele für die Massen. Ähnlich dem altehrwürdigen Kolosseum in Rom pilgern täglich Millionen an Leuten selbst in die virtuelle Arena, anstatt nur vergammeltes Gemüse oder Steine von der Stadion-Tribüne zu schmeißen – das macht man heutzutage viel stilvoller im Chat. Die Abkürzung „MOBA“ steht also für genau das: „Multiplayer Online Battle Arena“.

Bevor wir ein Fass aufmachen und euch mit antiker Videospielgeschichte langweilen, hier die Kurzform: League of Legends ist ein Abkömmling von Dota (Defense of the Ancients), einer Anfang des Jahrtausends extrem populären Mod für Warcraft III. Selbst heutzutage wird der Nachfolger Dota 2 noch auf Steam gespielt und verweilt dort seit einer halben Ewigkeit mal auf Platz 1, mal auf Platz 2 der meistgespielten Spiele.

Die meisten MOBAs werden in Teams mit je fünf Spielern gespielt: Jeder wählt sich einen Champion aus einer immer weiter wachsenden Anzahl unterschiedlicher Charaktere, von denen jeder eine Rolle zu erfüllen hat: Vom verwundbaren „Carry“, der von seinem Team beschützt im Laufe des Spiels zum größten Schadensausteiler wächst über den „Jungler“, der frei über das Spielfeld läuft, Hinterhalte plant und den Spielverlauf wesentlich mit beeinflusst bis hin zum „Support“, der seinen Team-Kollegen mit Schilden, Heilung und weiteren Boni zur Seite steht.

Ahri
Quelle: Riot Games

Allesamt treffen sich auf sogenannten „Lanes“, den Verbindungswegen vom eigenen zum gegnerischen Startpunkt. Auf den Lanes gilt es die feindlichen Turmstellungen zu zerstören, um immer weiter vorrücken zu können: Dabei sammelt ihr nicht nur Gold zum Erwerb dicker Waffen und Rüstungen, sondern auch Erfahrungspunkte zum Erweitern eurer Fertigkeiten. Wer am Ende der Lanes das Herz der gegnerischen Festung zerstört, hat gewonnen – Gold und Erfahrungspunkte werden nicht übernommen, sondern für jede Runde neu gesammelt.

Ihr merkt schon: Selbst in der knappest-möglichen Zusammenfassung sind MOBAs keine einfachen Spiele. Es verlangt euch nicht nur an individueller Koordination, jeder Menge Reaktionsgeschwindigkeit und abstraktem Vorhersehen der Strategie des Gegners, sondern auch an der Bereitschaft mit einem Team aus fünf Leuten zusammenzuspielen, die euch im besten Fall anschweigen, im schlimmsten Fall bis zur Hölle und zurück verfluchen. In dieser Hinsicht hat sich in den letzten Jahren leider nicht viel verändert.

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So fühlt sich „League of Legends: Wild Rift“ auf dem Handy an

Lange hat sich Riot Games gegen eine mobile Version von League of Legends gewehrt, doch der immense Erfolg von asiatischen Titeln, allen voran Honor of Kings (im Westen bekannt als „Arena of Valor“) sowie das nette Zureden des chinesischen Internetkonzerns Tencent, welche im Dezember 2015 die letzten Unternehmensanteile von Riot aufgekauft haben, haben die Bedenken scheinbar aufgelöst.

Man mag es kaum glauben: League of Legends funktioniert auch mobil. Sowohl die Steuerung als auch das Interface von „Wild Rift“ sind bereits in der Open Beta auf den Punkt perfekt. Für alle, die bislang einen großen Bogen um Mobile Games gemacht haben, dürfte „Wild Rift“ ein wahrer Augenöffner sein.

Auch alle anderen, die bereits Erfahrungen mit anderen mobilen MOBAs gemacht haben, klatschen eifrig in die Hände: Was Riot Games hier abliefern, ist referenzwürdig – und beinahe beliebig an die Wünsche des Spielers anpassbar. Button zu klein? Macht ihn größer! Aufteilung doof? Kein Problem, tauscht die Steuerungselemente einfach aus. Altes Handy? Grafikeinstellungen runterfahren und staunen! Neues Handy? 60FPS-Modus aktivieren und Bauklötze staunen: Dass League of Legends mal so fluffig auf einem Handy laufen könnte, davon hat man anno 2009 nur träumen können.

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Als Spiel der Skillshots und des Mikromanagements ist League of Legends sicher nicht der beste Kandidat für eine Touchscreen-Umsetzung. Zum Glück haben die Entwickler clever mitgedacht: Feindliche Vasallen können selbst im größten Effektgewitter per Fokus-Button anvisiert werden, zudem wird der entscheidende „Last Hit“ per neuer Anzeige und verlängertem Zeitfenster deutlich vereinfacht. Einen ähnlichen Fokus-Button gibt es auch für Türme sowie (natürlich) für jeden einzelnen Champion des gegnerischen Teams: So könnt ihr euch im Teamkampf bequem auf den Carry konzentrieren (solange es die dicken Bruiser und Tanks zulassen).

Der Chat mit den Mitspielern ist zwar möglich, aber zeitraubend: Anstelle dessen könnt ihr auf vorgefertigte Aussagen zurückgreifen, die binnen zwei Klicks gepostet werden – mit dabei auch der Klassiker „Farmen, nicht kämpfen“. Meist reicht ein einfacher „Daumen hoch!“-Sticker, um die Laune im Team zu verbessern.

Die Auswahl an Champions wurde für Wild Rift deutlich geschrumpft: Ende Februar 2021 zählen wir 57 Champions, eine bunte Mischung aus Recken der ersten Stunde (Amumu, Master Yi, Garen, Blitzcrank) und deutlich neueren Helden wie Camille, Seraphine, Rakan und Xayah. Zum Vergleich: Der große Bruder kommt aktuell auf 154 Champions, zuletzt stieß „Viego, the Ruined King“ zum Roster hinzu.

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Insgesamt wurde das gesamte Spielgeschehen verständlicher, stringenter und deutlich schneller gestaltet: Die ultimative Fertigkeit wird bereits mit Level 5 freigeschaltet, Vasallen belohnen euch mit deutlich mehr Gold, Inhibitoren und Nexus-Türme wurden wegrationalisiert. Das öffnet auch den Weg für „Backdoor“-Taktiken, verkürzt die Partien in Summe aber deutlich auf durchschnittlich 15 bis 20 Minuten Spielzeit. Perfekt für eine kurze Runde zwischendurch. Oder zwei. Oder drei.

Das macht „Wild Rift“ besser

Chatten ist Silber, Schweigen ist Gold, Sticker sind Diamant! Die beste Neuigkeit für genervte LoL-Spieler: In „Wild Rift“ wird erheblich weniger „geflamed“. Aufgrund des komplizierten Chats über die Touch-Tastatur scheinen selbst die größten Trolle von fiesen Kommentaren abzusehen. Davon profitiert letztendlich auch euer Spiel ganz erheblich: Wer nicht chattet, kann sich besser auf die Ziele konzentrieren.

Auch das Shopping während des Matches war noch nie so einfach: Vorgeschlagene Gegenstände wandern einfach nacheinander in euer Inventar, langwieriges Suchen entfällt. Im Voraus lassen sich sogar eigene Einkaufszettel gestalten: Super!

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Eine weitere große Neuigkeit sind die Schuh-Aufwertungen und Verzauberungen: Bereits einfache Schuhe gewähren euch einen kleinen Geschwindigkeitsschub, die nächste Stufe erweitert bekanntermaßen Verteidigung, Angriff oder zusätzliche Geschwindigkeit. Richtig interessant wird es mit den Verzauberungen, welche teils sogar alte Beschwörerzauber aufgreifen: Per Teleport geht es quer über die Karte, das Team Schild beschützt alle Champions um euch herum und die Stasis („Zhonyas“) können nun auch AD-Carrys ohne schlechtes Gewissen nutzen, um den nächsten fiesen „Zed-Ulti“ zu blocken.

Fünf Tipps für Anfänger

„Wild Rift“ ist der perfekte Einstieg für alle, die noch nie mit League of Legends in Berührung gekommen sind. Anstelle von über 150 Champions erwartet euch hier (noch) eine recht überschaubare Auswahl, in der sich auch viele recht schnörkellos zu spielende Helden verbergen – zum Beispiel Schwertschwinger Garen, die wandelnde Guillotine Darius, der dauer-depressive Mumien-Junge Amumu und die manisch-verrückte ADC-Chaotin Jinx.

Das Tutorial erklärt euch zu Beginn die wichtigsten Schritte, im Übungsmodus könnt ihr euch dann beliebig viel Geld und Level einverleiben und eifrig ausprobieren. Toll: Bereits nach den ersten zehn bis zwanzig Matches habt ihr genug blaue Essenz zusammen, um eure ersten Helden freizuschalten – und werdet nebenbei mit netten Zufallstruhen mit Skins und weiteren Helden belohnt.

Hier sind fünf Tipps, die ihr als Anfänger im „Wild Rift“ beachten solltet:

1.) Der letzte Hit ist der beste Hit

Die hohe Kunst des „Last Hits“ oder auch gerne „Last Hittens“ ist der wahre Schlüssel zum Verständnis des Spiels und mit eine der besten Möglichkeiten schnell an Geld zu kommen. Hier gilt: Üben! Üben! Üben! Denkt immer daran: Das Töten von Vasallen per Last Hit bringt euch meist mehr Geld als das Töten eines gegnerischen Champions.

„Last Hitten“ hat noch eine andere Funktion: Vasallen-Kontrolle. Jeder Schlag, den ihr EXTRA auf einen Vasallen ausführt (ohne diesen zu töten), führt euch weiter von eurem Turm weg und hin zum gegnerischen Turm. Das heißt: Je weiter ihr von Eurem Turm entfernt seid, desto verwundbarer seid ihr durch Ganks oder plötzliche Attacken des Gegners.

Es gehört einiges an Feingefühl dazu, um zu wissen WANN man die Vasallen-Welle „pushen“ und wann man besser am eigenen Turm stehen bleiben sollte. Kontert euch der Gegner mit seinen Fertigkeiten? Ist der Gegner gerade ganz woanders unterwegs? Wie viel Schaden könnt ihr selbst noch nehmen ohne zu sterben? Generell gilt: Je weiter die Vasallen an Euren Turm herankommen, desto gemütlicher könnt ihr diese abfarmen.

Amumu
Quelle: Riot Games

2.) Sterben lernen: „Legends Never Die“

Zu Beginn eurer LoL-Karriere werdet ihr öfters ins Gras beißen: Man überschätzt sich leicht, weiß Gefahren nicht einzuschätzen und geht oft unnötige Risiken ein. Alles nicht so schlimm, das gehört dazu! Wichtig ist nur: Nach jedem Ableben solltet ihr dazulernen – und analysieren, warum ihr gestorben seid.

Noch wichtiger: Verfallt nicht in Depressionen (oder noch schlimmer: Rage!), wenn euch der Gegner mehrere Male aus den Schuhen haut. Wenn die Gegner eure Lane klar dominieren bleibt am Turm – und nehmt an Vasallen mit, was gerade so möglich ist. Versucht ruhig zu bleiben und lasst euch auch von fiesen Kommentaren aus dem eigenen Team nicht irritieren: Viele Spiele lassen sich binnen weniger Minuten komplett drehen!

Was viele Anfänger, und selbst Profis, nicht richtig einschätzen: Spätestens nach eurem vierten und fünften Tod in Folge profitiert der Gegner nur noch SEHR wenig von eurem Ableben. Die Menge an Gold für den Kill wird immer weiter verringert, während ihr selbst Gold durch das Töten der Vasallen unter dem Turm wiedergutmachen könnt.

3.) Die Karte nutzen

Während des gesamten Spiels solltet ihr die Übersichtkarte stets im Blick behalten: Welche Lanes sind gerade unbesetzt, wo könnte der Gegner sein, wie weit dürft ihr euch noch „raus“ trauen? All dies sind Fragen, welche euch ein Blick auf die Karte meist unmittelbar beantworten kann.

Übrigens: Wer seine Kollegen warnen oder zusammenrufen will, der hält einfach eines der Chat-Symbole (im Interface oben rechts) gedrückt und zieht es dann auf die ausgeklappte Karte. So erkennt euer Team schnell, was ihr gerade plant.

Miss Fortune
Quelle: Riot Games

4.) Ein Auge riskieren

Hinter dem gelben Symbol (im Interface oben rechts) verbergen sich sogenannte „Wards„, eine der wichtigsten Informationsquellen im Spiel. Zu Beginn einer Partie habt ihr einen Ward zur Verfügung, später werden es zwei. Einmal aufgestellt bringen sie Sicht in den „Nebel des Krieges“, also all jene Gebiete, in denen gerade keine Vasallen oder Teammitglieder unterwegs sind. Nach einer kurzen Zeitspanne wandern die Wards wieder zurück in euer Inventar.

Durch das Stellen von Wards an einigen Schlüsselpositionen erkennt ihr schneller, was das gegnerische Team gerade plant – und könnt dementsprechend reagieren. Nutzt diesen Vorteil unbedingt so oft es geht: „Wardet“ eure eigene Lane und schützt euch so vor Überraschungsbesuchen des Junglers. „Wardet“ den Drachen und Baron, den gegnerischen Dschungel und all jene Plätze, in denen ihr bald aktiv werden wollt.

Wichtig: In der Basis könnt ihr jederzeit zwischen den „Wards“ und einer Fertigkeit wechseln, die euren Champion gegnerische Wards aufdecken und deaktivieren lässt. So schränkt ihr nicht nur das Sichtfeld des gegnerischen Teams deutlich ein, sondern deckt auch die nervigen Pilze von Teemo auf.

5.) Bekämpft die Gier!

Im Kampf mit gegnerischen Champions ist es die Fehlerquelle Nummer 1: Die eigene Gier. „Schnell noch ein paar wenige Schritte nach vorne, um den letzten Schlag auszuüben, dann wird der Drecksack schon sterben!“ Dabei ist bereits der erste Schritt einer zu viel, denn wenn plötzlich der Jungler auftaucht, habt ihr keine Möglichkeit mehr zum Rückzug – und werdet selbst zum Opfer.

Im schlimmsten Fall hat eure Gier Auswirkungen auf das gesamte Spiel: Wenn euch das gesamte Team folgt um einen Champion zu töten und dabei in eine Falle tappt, müsst ihr euch selbst an die Nase fassen.

Wichtig: Ein Champion mit wenig Leben ist für euch kaum mehr eine Gefahr auf der Lane. Anstatt den Gegner nun auf Teufel komm raus umbringen zu wollen, solltet ihr besser gemütlich farmen. Seid euch gewiss: Je länger der Gegner vor Ort bleibt, desto mehr Gold verliert er. Schließlich hat er keine Möglichkeit mehr zur Konfrontation.

Alistar
Quelle: Riot Games

Fünf Tipps für Rückkehrer

Wer League of Legends bereits längere Zeit nicht mehr auf dem Schirm hatte, wird sich in vielerlei Hinsicht umgewöhnen müssen. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen:

1.) Versteift euch nicht auf ein „altes“ Meta

Je nachdem WANN ihr mit League of Legends aufgehört habt, könnt ihr ziemlich sicher sein, dass heute kaum noch etwas davon Bestand hat, was ihr damals als gut und richtig erachtet habt. Graves beispielsweise wird mittlerweile als Jungler gespielt, Corki fühlt sich auch auf der Mid-Lane pudelwohl und Blitz-Ninja Kennen macht es sich aktuell auch gerne mal auf der Top-Lane bequem.

Kurz: Seid offen für neue Spielweisen – und verflucht euer Team nicht schon in der Champion-Auswahl, nur weil diese mal wieder keinen Support oder Tank gewählt haben.

Blitzcrank
Quelle: Riot Games

2.) Studiert das Shop-Inventar außerhalb des Spiels

Auch an den Gegenständen, die ihr im Shop kaufen könnt, wurde einiges verändert: Selbst Klassiker können teils komplett neue Effekte haben, andere habt ihr sicher noch nie gesehen. Um auf die Gegebenheiten des Spiels reagieren zu können, solltet ihr zumindest die wichtigsten Gegenstände und deren Nutzen im Kopf haben.

Verwendet dazu den Punkt „Ausstattung“ in der unteren Leiste im Hauptmenü (das kleine Schwert) und klickt auf „Gegenstände“. Hier könnt ihr ganz einfach eure eigene Einkaufsliste anlegen und alle Gegenstände eifrig studieren – und verschwendet während des Spiels keine unnötige Zeit im Shop.

3.) Nutzt die Dschungelpflanzen

Für ganz alte LoL-Recken sind selbst die Dschungelpflanzen noch komplettes Neuland:

  • Knallzapfen explodieren und katapultieren euch in die entgegengesetzte Richtung – äußerst praktisch, um über Mauern zu springen und Wege zu verkürzen oder Verfolger abzuschütteln.
  • Die Honigfrucht lässt drei Samen fallen, welche euch heilen und Mana wiederherstellen. Teilt sie euch auf der Drachenlane am besten mit eurem Support.
  • Die Seherblüte fliegt in die gewählte Richtung der Karte und klärt das Gebiet auf. Perfekt um nach dem gegnerischen Jungler zu schauen oder den Bereich um den Drachen und Baron Nashor aus sicherer Entfernung im Blick zu behalten.
Olaf
Quelle: Riot Games

4.) Verbündet euch mit dem Rift Herald und tötet die Kluftkrabbler

Elementardrachen, Rift Herald und Kluftkrabbler: Auch an der Monsterfront hat sich über die letzten Jahre einiges getan. Damals taten es noch Baron Nashor und Drache, jetzt gibt es Nachwuchs:

Der Rift Herald erscheint anstelle von Baron Nashor zu Beginn des Spiels und kann ohne allzu große Schwierigkeiten von zwei bis drei Leuten auseinandergenommen werden. Einmal besiegt, könnt ihr ihn per Klick auf das Symbol neben euren Aktionsknöpfen beschworen werden, danach gesellt er sich auf die Lane und hilft mit seinem kraftvollen Ansturm dabei, jeden Turm binnen weniger Sekunden abzureißen.

Die Kluftkrabbler bewohnen den Fluss und wehren sich nicht mal gegen eure Angriffe: Einmal besiegt erschaffen sie ein Sichtfeld vor Baron Nashor oder dem Drachen, welches zugleich als Beschleunigungsfeld für euren Jungler dient. So lässt sich das Tempo einiger Ganks deutlich steigern.

Orianna
Quelle: Riot Games

5.) Gönnt euch neue Freunde

Man kann nicht genug Freunde in der League of Legends haben: Sollte euch bei einem Spiel einer dieser seltenen, extrem netten und immer hilfsbereiten Spielern begegnen, der auch spielerisch genau auf eurer Wellenlänge ist, dann haut am Ende der Partie doch einfach mal eine Einladung raus – und freut euch darüber, dass in eurem nächsten Match ein potentieller Spielverderber weniger vorhanden ist.

Ein Blick in die Zukunft und ein erstes Fazit

Wer dachte Riot Games würde nach mehr als zehn Jahren am Markt die Puste ausgehen, darf sich eines besseren belehren lassen: Mit der Open Beta von „League of Legends: Wild Rift“ beweist die Firma aus Los Angeles eindrucksvoll, dass sich das komplexe Format höchst angenehm entschlackt auch auf mobilen Endgeräten zocken lässt.

Die ersten Erfolgsmeldungen mit rund 12.5 Millionen Downloads kurz nach dem Start im Dezember 2020 lassen bereits Großes erahnen: Die Marke „League of Legends“ wird weiter zementiert, spätestens mit der Veröffentlichung der ebenfalls angedachten Konsolenversion von „Wild Rift“ für PlayStation, Xbox und Nintendo Switch dürfte sich die Spielerzahl um einen nicht zu verachtenden Faktor erhöhen.

Auch „eSports“ bleibt ein Thema: Das erste große eSports-Event für „Wild Rift“ ist bereits angekündigt und soll auf den Philippinen stattfinden. Das Preisgeld beläuft sich auf 200.000 US-Dollar.

Als wäre das nicht genug, haben Riot Games noch weitere Asse im Ärmel: Das auf League of Legends basierende Sammelkartenspiel „Legends of Runeterra„, der Auto-Battler „Teamfight Tactics“ und das für 2021 angekündigte, taktische Rollenspiel „Ruined King: A League of Legends Story“ tragen das beliebte Universum erfolgreich in weitere Genres. Und mit „Valorant“ hat man zusätzlich einen der aktuell heißesten Team-Shooter für PC im Gepäck.

Entscheidend für den Erfolg von „Wild Rift“ ist aber nicht nur der hohe Wiedererkennungswert der Marke „League of Legends“, sondern das Spiel der Community mit den vorhandenen Elementen. Bereits in den ersten Wochen zeichnete sich ab, dass „Wild Rift“ eben doch ein anderes Spiel sein wird als sein großer Bruder: Das, was Profis gerne als „Meta“ beschreiben, also von Spielern begründete Konventionen, entwickelt sich hier mit dem Eigenleben eines Kleinkinds, welches gerade erst das Laufen lernt.

Immerhin zocken längst nicht nur LoL-Veteranen die „Wild Rift“-Variante. In einer Welt, in der eine Top-Lane auch gerne mal „Bot“ sein darf und in der Ashe, Miss Fortune und Vayne alle drei Lanes besetzen zeigt sich: Nichts ist wie zuvor. Es gibt keine Konvention, die nicht gebrochen werden darf. Und Spaß macht es dennoch. Immer und immer wieder. Willkommen im neuen Meta. Zieht euch warm an!

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