Foto: Konami
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Konami nimmt sich eine Auszeit und steckt die gesamte Energie in PES 2022. EA Sports ist erst einmal konkurrenzlos. Kann das gut gehen?

Zwischen Konami und EA Sports herrscht schon fast eine ewige Rivalität, die wir aus der jüngsten Fußballvergangenheit etwa von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi kennen. Wer ist besser?

In diesem Jahr wird es allerdings kein Messen geben, denn: Konami hat am 15. Juli mitgeteilt, dass in diesem Jahr kein neuer Pro-Evolution-Soccer-Teil erscheinen wird. Stattdessen speist der japanische Spielehersteller seine Fans – ausgerechnet am 25. PES-Geburstag – mit einem Kaderupdate ab.

Noch überraschender: Konami wird erst einmal kein Spiel für die neue Konsolengeneration rund um die PlayStation 5 und die Xbox Series X herausgeben – beide Konsolen werden zum Weihnachtsgeschäft Ende dieses Jahres herauskommen.

Auf den neuen Konsolen besitzt EA Sports damit faktisch für ein Jahr ein Monopol. Fans fragen sich zurecht: Ist das die endgültige Kapitulation Konamis vor Electronic Arts?

Bezüglich der Verkaufszahlen hängt PES ohnehin schon meilenweit hinterher. So wurde der 2019er Ableger von Pro Evolution Soccer laut „sports-king.com“ weltweit rund 550.000 mal verkauft. Zum Vergleich: FIFA 19 ging mit 12,22 Millionen Verkäufen mehr als 20 mal so oft über die Ladentheke.

Nun überlässt Konami seinem Rivalen also vor allem auf der neuen Konsolen-Gen konkurrenzlos das Feld. Das spielt EA Sports natürlich in die Karten – mindestens kurzfristig.

Über die Gründe für diesen Move von Konami lässt sich nur spekulieren. Hat die Coronavirus-Pandemie verhindert, ein fertiges Spiel auf den Markt zu bringen?

Womöglich will sich Konami aber auch einfach nur etwas länger Zeit lassen, um Electronic Arts mit einem umso besseren Spiel EA auszustechen. Einzig: Das Gameplay war nie das Problem von Pro Evolution Soccer. Es ist kein Geheimnis, dass Konami seit Jahren die bessere Fußballsimulation programmiert.

Die Gründe für die Übermacht EA’s liegen bekanntermaßen woanders: das US-amerikanische Unternehmen mit Sitz in Kanada verfügt einfach seit jeher über das weitaus größere Lizenzpaket. Konamis Exklusivvertrag mit Juventus Turin, der dafür sorgte, dass der italienische Serienmeister bei FIFA nun „Piemonte Calcio“ heißt, war da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Und an den Lizenzen wird sich auch in naher Zukunft erst einmal nicht viel ändern. Wie gut muss eine Fußballsimulation also sein, dass sie Fans dazu bringt, lieber mit dem Fantasieteam „Man Red“ statt mit Manchester United zu spielen?

Es bleibt abzuwarten, ob Konamis Schritt zurück wirklich im nächsten Jahr zu zwei Schritten nach vorne werden. Und wenn nicht? Dann könnte es zu einem Komplett-Monopol für EA Sports kommen. Und das kann nun wirklich kein Zocker wollen.