Über kaum ein Thema wird unter FIFA-Zockern so heftig diskutiert: Gibt es das Momentum oder nicht? Nachdem die Vorwürfe an EA Sports zuletzt an Fahrt aufnahmen, bezog ein Mitarbeiter des Spieleherstellers nun Stellung.

Seit Jahren wird Electronic Arts bezichtigt, mit einem Algorithmus in das Spielgeschehen einzugreifen: EA werte die Künstliche Intelligenz von vermeintlich schwächeren FIFA-Zockern auf und sorgt somit dafür, dass beispielsweise deren Verteidiger Pässe häufiger abfangen oder Schüsse eher den Weg ins Ziel finden, so die Behauptung.

Andersherum formuliert: Geht ein Spieler beispielsweise früh mit 3:0 in Führung, sorgt der Algorithmus dafür, dass die KI des Gegners aufgewertet wird. Abgeschwächt werden sollen zudem Spieler, die früh im Spiel viel Ballbesitz haben und daher dem Anschein nach die besseren Zocker sind. „Momentum“ wird dieser vermutete Eingriff in die Spielmechanik genannt.

Zuletzt machte ein Dokument im Netz die Runde, auf dem deutlich wird, dass sich EA ein Patent auf das sogenannte „Dynamic Difficulty Adjustment“ (DDA) hat sichern lassen. Diese „Dynamische Schwierigkeitsanpassung“ soll messen, wie gut ein Spieler performt und angeblich für die oben beschriebenen Auffälligkeiten sorgen.

Im FIFA-Forum hat sich EA-Sports-Mitarbeiter „EA_Andy“ nun zu dem Vorwurf geäußert: „Wir haben eure Sorgen bezüglich der dynamischen Schwierigkeitsanpassung wahrgenommen und wollen versichern, dass es nicht in EA Sports FIFA angewendet wird.“ Weiter heißt es: „Wir würden es niemals nutzen, um eine Gruppe von Spielern in irgendeinem unserer Spiele zu bevorteilen oder zu benachteiligen.“

Die Technik sei entwickelt worden, um zu ergründen, wie Spielern geholfen werden kann, in einem Spiel voranzukommen, bei dem sie in einem bestimmten Gebiet Schwierigkeiten haben. Entsprechende Diskussionen zum „Momentum“ werden im FIFA-Forum fortan gelöscht. Sie seien nicht konstruktiv, heißt es von Seiten EA’s.

Via Twitter legte Community Manager Corey Andress nach und erklärte, warum das Unternehmen so lange für das Statement gebraucht hat: Man habe zu 100 Prozent sicherstellen wollen, dass das Patent keine Anwendung in FIFA 19 findet.

Ein Blick in die Kommentare zeigt, dass die Community diesem Statement nicht viel abgewinnen kann:

Auf die Frage eines Users an Andress, ob er das Spiel selbst spiele, antwortet ein anderer Twitter-User: „Er weiß, dass es sowas gibt, aber wenn er das sagt, verliert er seinen Job. Man muss Mitleid mit ihm haben.“

Ein anderer Kommentar mit vielen Likes: „Du kannst nicht ernsthaft versuchen, zu behaupten, dass es sowas in FIFA nicht gibt. Jeder, der FIFA spielt, kann bestätigen, dass es sowas gibt. Es ist krass offensichtlich.“

Ebenfalls viel Zustimmung erhielt Twitter-User „Gordon Schumacher“, der wissen will, warum EA Sports sich ein Patent für die dynamische Schwierigkeitsanpassung sichert, ohne es anzuwenden. Das mache keinen Sinn. „Deine warmen Worten wirken nicht sehr glaubwürdig“, schreibt er.

Andress‘ Antwort: „EA hat das Patent, nicht FIFA.“ Die Antwort eines anderen Users: „Und jeder, der diese Erfahrung im Spiel macht, sieht Geister? Sind wir verrückt? Schließen sich alle zusammen und haben dieselbe Meinung? Bin nur neugierig.“ Darauf ging der Community Manager jedoch nicht mehr ein.