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Foto: EA Sports

EA Sports hat eine herbe Schlappe vor einem niederländischen Gericht hinnehmen müssen. Dort muss der Spielehersteller den umstrittenen FIFA-Modus Ultimate Team anpassen.

Bereits im Jahr 2019 hatte die niederländische Glücksspielbehörde KSA die Packs in FIFA Ultimate Team als Glücksspiel eingestuft. EA Sports ging daraufhin in Berufung, verlor allerdings nun den Prozess vor einem Gericht in Den Haag. Am Donnerstag, 29. Oktober gab die KSA das Urteil bekannt.

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In der Mitteilung heißt es, dass FIFA Ultimate Team gegen das Glücksspielgesetz verstößt, weil die Inhalte der Packs nicht bestimmt oder beeinflusst werden können und die Karten teilweise einen hohen Wert haben und gehandelt werden. Ein solches Glücksspiel darf in den Niederlanden nur mit einer entsprechenden Lizenz betrieben werden – eine solche besitzt Electronic Arts allerdings nicht.

Das Urteil, welches bereits am 15. Oktober gesprochen wurde, gibt EA Sports drei Wochen Zeit, das Spiel anzupassen. Ansonsten drohen wöchentliche Strafzahlungen von 250.000 Euro, die jede Woche erneut ansteigen.

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EA Sports hat bereits reagiert: „Wir sind enttäuscht über diese Entscheidung und die möglichen Auswirkungen auf die niederländische Community“, teilte der Spielehersteller gegenüber „Eurogamer“ mit. EA ist der Meinung, dass ihr Produkt gegen das Glücksspielgesetz verstoße. Der Publisher geht gegen das Urteil in Berufung.

Ob EA Sports sein Spiel in den Niederlanden anpasst, ist derzeit noch unklar. Geschehen ist dies bereits in Belgien, wo die Lootboxen, die man gegen Echtgeld erwerben kann, im Jahr 2019 verboten wurden.

Und wie sieht es mit Deutschland aus? Im Februar 2019 berichtete die „Sportbild“, dass die Bundesregierung prüfen wolle, ob die FIFA Points, die gegen Echtgeld erworben werden, um im Spiel die Lootboxen zu kaufen, in Deutschland verboten werden sollen. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wurde wie folgt zitiert: „Jugendschutz geht vor Profitgier. Das muss auch im Gaming-­Bereich gelten.“ Seither gab es in dieser Thematik allerdings keine Bewegung mehr. Ob oder inwiefern im Hintergrund über ein Verbot in Deutschland nachgedacht wird, ist aktuell unklar.