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Foto: Screenshot YouTube/FifaGoalsUnited

Lootboxen, wie sie beispielsweise in FIFA Ultimate Team vorkommen, sehen sich immer mehr Kritik ausgesetzt. Fortnite-Chef Tim Sweeney hat nun deutliche Worte gefunden und die aktuelle Situation in der Videospiel-Branche scharf verurteilt.

Spielehersteller Electronic Arts macht mittlerweile seinen Hauptumsatz mit sogenannten Lootboxen. Beim beliebten FIFA-Modus Ultimate Team können gegen Echtgeld FIFA Points erworben werden. Mit den FIFA Points werden wiederum Packs geöffnet, deren Inhalte sind aber vor dem Öffnen unbekannt sind – es können schwache Spieler enthalten sein, aber auch echte Volltreffer, die der Traum eines jeden FIFA-Zockers sind.

Diese Vorgänge sorgen immer wieder für Kritik. Der Vorwurf: Es handelt sich dabei um eine Art Glücksspiel. Vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Minderjährige FIFA spielen, fordern viele größere Restriktionen. In Belgien musste der Verkauf von FIFA Points im Januar 2019 sogar gestoppt werden und auch die Bundesregierung in Deutschland sieht die Profitgier im Gaming-Bereich kritisch.

Anders als bei EA Sports FIFA verhält es sich bei Fortnite. Das Videospiel ist ein Mega-Erfolg und kommt dabei gänzlich ohne Lootboxen aus. Manch ein FIFA-Spieler schaut daher neidisch rüber zu Fortnite, das von Epic Games produziert wird.

Der CEO von Epic Games, Tim Sweeney, äußerte sich nun auf einer Fachtagung in Las Vegas zum Thema Lootboxen. Die Videospiel-Industrie stehe vor einer richtungsweisenden Frage: „Wollen wir wie Las Vegas sein, mit Spielautomaten … oder wollen wir weithin als Schöpfer von Produkten respektiert werden, denen die Kunden vertrauen können?“

Sweeney fügte an: „Wir sollten sehr zurückhaltend sein, wenn es darum geht, ein Erlebnis zu schaffen, bei dem das Ergebnis durch das Ausgeben von Geld beeinflusst werden kann.“ Dieses „Pay to win“-Prinzip ist ohnehin bereits vielen FIFA-Zockern ein Dorn im Auge. „Pay to win“ bedeutet, dass diejenigen, die Geld ausgeben, eine höhere Chance haben zu gewinnen als Spieler, die nicht bereit sind, Geld in das Spiel zu stecken. Genau das passiert beim FIFA-Modus Ultimate Team, wenn Spieler Echtgeld investieren, um mitunter wertvolle Packs zu öffnen.

Sweeney appelliert an die soziale Verantwortung, die die Videospiel-Industrie mittlerweile hat. Zurzeit gäbe es jedoch Unternehmen, die Profit machen, indem sie ihren Kunden schaden.

Dass sich EA Sports, das sich sogar Vorwürfen ausgesetzt sieht, FIFA-Streamer beim Öffnen von Packs zu bevorzugen, durch die Worte des Fortnite-CEO zum Umdenken bewegen lässt, darf jedoch bezweifelt werden.