2k Sports schaltet sich in Rechtefrage ein – EA bleibt gelassen

Die Fronten zwischen dem Fußballverband und dem Spielehersteller verhärten sich immer weiter. Nun kokettiert der Verband offen damit, für Angebote anderer Videospielunternehmen offen zu sein. Mit 2K Sports könnte ein erster dicker Fisch angebissen haben.
Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/epa/dpa

Seit Wochen schon schwelt ein Streit zwischen dem Fußballverband FIFA und dem amerikanischen Spielehersteller EA Sports. Denn seit vielen Jahren schon hält EA die Rechte an den Lizenzen, die die FIFA vergibt, bzw. kauft der Videospielentwickler diese Rechte für viel Geld. Zuletzt sicherte man sich von EA-Seite aus die Rechte für 10 Jahre, der Vertrag läuft aber nach der Weltmeisterschaft in Katar Ende 2022 aus.

Und die FIFA bringt sich für den Vertragspoker schon seit Wochen in Stellung. So berichteten vor einigen Wochen bereits verschiedenste Medien, dass die FIFA für einen neuen Lizenzvertrag für eine Laufzeit von vier Jahren eine satte Milliarde Dollar verlangt. Das wäre, so die pcwelt.de im Oktober, eine Vervierfachung der aktuellen Kosten.

Daraufhin reagierte EA mit Larmoyanz und ließ öffentlich durchsickern, dass man bereits eine Markenanmeldung unter dem Namen „EA Sports FC“ beantragt und auch durchgewunken bekommen habe. Seither schießen Spekulationen allerorten aus dem Boden, ob die FIFA und der US-Konzern wohl bald getrennte Wege gehen könnten.

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Bislang sah vieles nach reiner Pokerei von beiden Seiten aus. Jeder will die Muskeln spielen lassen und dem anderen zeigen, wie wichtig man füreinander ist. Jede Seite will die besten Vorteile für sich rausholen und am Ende einigt man sich irgendwo in der Mitte. Die FIFA verlangt daher erst mal mehr Kohle, als sie haben will und EA versucht zu zeigen, man sei auf die FIFA nicht angewiesen.

Inzwischen aber scheinen die Gräben doch tiefer, als zunächst befürchtet. Denn nicht nur, dass EA nicht müde wird zu betonen, man habe durch die Verlängerung der Verträge mit der Spielergewerkschaft FIFPro bereits alle relevanten Rechte um Haus, erklärte nun auch die FIFA, dass man sich auch sehr gerne mit anderen Spieleherstellern und Publishern unterhalten möchte.

Und mit 2K Sports hat sich auch ein erster Interessent in Stellung gebracht. 2K Sports gehört zum Konzern Take-Two Interactive, der Spiele wie die Borderlands-Reihe, GTA oder auch Red Dead Redemption veröffentlicht hat. 2K Sports selbst steht für die Toptitel NBA, WWE und viele weitere.

Öffentlich wollte man dies noch nicht kommentieren, zwischen den Zeilen aber ist zu erkennen, dass man sich mit der Thematik im Hause 2K durchaus beschäftigt. Vor wenigen Monaten erst erwarb die Firma das Mobilegame Top Eleven, ein Fußballmanager für mobile Geräte vom Entwickler Nordeus.

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Passend dazu erklärte Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive auf Nachfrage zum Streit zwischen EA und FIFA: „Wir sind so begeistert, Nordeus in der Take-Two-Familie zu haben. Sie sind einfach klasse und Top Eleven ist ein großartiger, beliebter Titel. Ich könnte nicht glücklicher sein, durch Top Eleven mit dem Team von Nordeus im Fußballmanager-Geschäft zu sein. Das ist ein großer Schritt nach vorne für uns… wir waren vorher noch nicht in diesem Sport tätig. Und ich denke, ich werde es heute dabei belassen.“

Gut möglich also, dass dies nur ein erster Schritt ist, der vor dem ganz großen Sprung zu erledigen war. Wie den berühmten Zeh ins Wasser zu halten, bevor man mit dem Kopf hineinspringt. Es scheint also mehr kaputt gegangen zu sein zwischen EA und der FIFA. Nutznießer könnte 2K Sports sein. Es bleibt in jedem Fall spannend.