FIFA als Geschäftsmodell – das ist längst nicht nur für Spielehersteller EA Sports kein Widerspruch mehr, sondern auch für Einzelpersonen und besonders Cyberkriminelle. Einen großen Fall hat es dazu nun in der Ukraine gegeben. Mittendrin steckt der ukrainische Geheimdienst.

Wie das ukrainische Portal „Delo“ berichtet, ist der ukrainische Geheimdienst SBU auf eine Farm in der Stadt Winnyzja aufmerksam geworden. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei wollten die Beamten schauen, wieso der Stromverbrauch vor Ort unfassbar hoch ist. So hoch, dass die Stromversorgung der Umgebung gefährdet wurde.

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Riesiges FIFA-Rechenzentrum mit 3800 Konsolen aufgedeckt

Vor Ort fanden die Behörden dann die Antwort. Cyberkriminelle hatten ein geheimes Rechenzentrum errichtet. Dort waren nicht weniger als 3800 PlayStation-Konsole untergebracht. Sie wurden so programmiert, dass Bots, also vorprogrammierte Computersysteme, durchgängig FIFA spielen.

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Das automatisierte Spielen im großen Stile war offenbar ziemlich rentabel. Vermutlich ging es in erster Linie um die Gewinne, die man sich bei FIFA Ultimate Team (FUT) erspielt. In erster Linie sind das jede Menge Coins, die als Währung im Spiel funktionieren. Accounts mit vielen Coins oder einem daraus gebastelten sehr starken Team lassen sich wiederum (illegal) für Echtgeld verkaufen.

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Dass diese Möglichkeiten bestehen, ist wahrlich nichts Neues. Umso seltener ist es aber, dass Cyberkriminelle in solch großem Stile mit fast 4000 Konsolen agieren. Darüber, wie hoch die Einnahmen bis zum Auffliegen war, ist aber nichts bekannt.

Cyberkriminalität: Bots sorgen für Erfolg im Spiel und viele Coins

Üblicher, mit dem Ziel an viele Coins zu kommen, ist es, dass sich Spieler FIFA-Points für Echtgeld kaufen. Auch auf diesem Wege kommt man an Packs – durch die im besten Falle viele Coins herausspringen.

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Die Konsolen wurden vom Geheimdienst bei der Durchsuchung ebenso beschlagnahmt wie über 500 Grafikkarten, 50 Prozessoren, Telefone und Laufwerke. Da kommt jeder Elektronikfachhandel ins Staunen. Den Strom für das kriminelle Treiben zapften die Verantwortlichen illegal ab.

Illegaler Strom lässt „FIFA-Mafia“ auffliegen

Die eigentlichen Kosten hätten sich offenbar auf bis zu 200.000 Euro belaufen. Allein dafür stehe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren im Raum. Wie die Staatsanwaltschaft juristisch mit den Cyberkriminalitäts-Vergehen umgeht, darüber ist noch nichts bekannt.

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Bereits im März wurde unter dem Hashtag #EAGate für viele sichtbar, welche – häufig versteckten Abläufe – mittlerweile zum Alltag im Kosmos von Spielen wie FIFA gehört. In erster Linie wurden dabei Chatverläufe, offenbar auch von EA-Mitarbeitern, geleakt. Sie zeigen, wie mit besonders wertvolle Spieler mit Echtgeld gehandelt wird. Dabei wurden vierstellige Summen für einige wertvolle FIFA-Karten gehandelt.

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