FIFA 21 Kylian Mbappe
Foto: EA Sports

Am Mittwoch ist die FIFA-Community auf Twitter explodiert. Denn Hersteller EA Sports sieht sich schweren Vorwürfen konfrontiert, dass mindestens einer ihrer Mitarbeiter Icons von FIFA 21 für Bargeld verkauft haben soll. Wir geben euch alle Infos.

Wer am Mittwoch das Geschehen gerade bei beliebten FIFA-Spielern und Streamern auf Twitter verfolgt hat, wird nicht zur Ruhe gekommen sein. „Kurt0411fifa“, ein Twitter-User mit über 100.000 Followern, der allerdings nicht selten Kritik am Spiel und den Herstellern äußert und aktuell gesperrt ist, bezeichnet den Vorfall als „den größten Skandal in der FIFA-Geschichte“.

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Über den Tag hinweg sind, meistens mit dem Hashtag #EAGate versehen, Tweets mit Videos, Screenshots und Erlebnisberichten aufgetaucht, die fast ausschließlich in eine Richtung gehen: Es soll möglich sein, dass Icons und andere wertvolle Karten wie vom „Team of the Year“ für Bargeld verkauft werden können und das von mindestens einem Mitarbeiter getan werden soll.

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In dem Video, das „Kurt0411fifa“ gepostet hat sind Screenshots aus einem Chat zu sehen, in dem drei Icons-Moments-Karten, also die Besten der Besten, plus drei „TOTY“-Karten für 825 Euro angeboten werden.

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Auf ähnliche Praktiken lassen Tweets von „FutArcade“ und „Nick28T“, beide User, die viel Zeit mit FIFA Ultimate Team verbringen, schließen. Dabei wird auch ein EA-Mitarbeiter ins Spiel gebracht, der hinter diesen Techniken stehen soll.

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Ähnliche Posts sind auch von zahlreichen anderen Usern zu finden, bei allen deutet sich an, dass das Prozedere eigentlich identisch ist. Ein Nutzer bietet Karten an, von denen es teilweise nur sehr wenige auf dem weltweiten Transfermarkt gibt, sichert eine sichere Abwicklung zu und fordert für diese Karten einen drei- oder vierstelligen Betrag.

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User „JT4HD“ schießt noch andere Screenshots hinterher – dabei geht es um einen Gegner, der ihm ins Auge gestochen ist. Dieser hatte offenbar die Icons-Moments-Karten von Ruud Gullit, Pelé und Ronaldo in seinem Team, was schon sehr, sehr selten ist.

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Allerdings kam hinzu, dass alle drei Spiele neun Spiele hatten und untauschbar sind. Ein Zufall? Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von zehn Minuten dreimal vom Blitz getroffen und werden und dabei noch einen Lotto-Jackpot abzuräumen, dürfte ähnlich hoch sein.

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Am späten Mittwochabend sah sich EA Sports zu einer Stellungnahme gezwungen. Ein Dementi ist darin nicht zu finden, stattdessen will man eine Untersuchung in die Wege leiten. Sollte man Verstöße finden, will der Hersteller handeln – EA verurteile solches Verhalten.

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Sollte sich bewahrheiten, dass es den Kauf-/Verkaufsmarkt für FIFA-Spieler mit Bargeld gibt und der sogar noch von EA-Mitarbeitern initiiert wird, wäre das natürlich ein Riesenskandal.

Beschwerden gibt es von vielen leidenschaftlichen FUT-Zockern, weil sie einen unfairen Wettbewerb wittern und sich Stunden um die Ohren schlagen, um ihr Team zu verbessern und womöglich noch Geld in FIFA-Points investieren, während andere auf diese Art zu den besten Spielern kommen.

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Nicht selten liest man aber Reaktionen wie: „Wirklich überraschend kommt das aber leider nicht“. Schon seit Jahren sieht sich EA Sports mit Anschuldigungen konfrontiert, man sorge auf verschiedenen Wegen nicht für das ideale Spielerlebnis für die Zocker, sondern habe vielmehr maximale Monetisierung als oberste Prämisse.

Zuletzt musste EA in den USA vor Gericht, da ging es um die mögliche Nutzung vom „Momentum“. Dadurch, dass es eben diese Veränderungen an der Spielschwierigkeit und den Gegebenheiten im Spiel gebe, werde Einfluss auf die Ergebnisse genommen, so der Vorwurf.

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So würden schwächere Spieler zu Siegen kommen und nicht die Lust am Spielen verlieren, während bessere Spieler nach Niederlagen ihr Team weiter verstärken wollen, um besser zu werden.

Im Rahmen dieses Prozesses gab EA Sports an, dass es nicht möglich sei, Spieler für echtes Geld zu kaufen. Sollte sich also der Verdacht bestätigen, dass dies doch möglich sei, könnte es auch gerichtliche Konsequenzen für das Unternehmen geben.

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Auch der Vorwurf, dass die FIFA-Reihe mittlerweile eher ein Glücksspiel gleiche, hält sich mittlerweile seit Jahren: Gegen die umstrittenen FIFA-Points und die „Lootboxen“ wurde in den vergangenen Jahren bereits in einigen Ländern gerichtlich vorgegangen. Bei einem Spiel, das von vielen Minderjährigen gespielt wird, ist natürlich besondere Vorsicht geboten.

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Ebenfalls ein Thema über Jahre hinweg war die sogenannte „Red List“. Auf dieser Liste sollen Streamer stehen, die fortan beim Pack-Opening bevorzugt und mit besseren Spielern belohnt werden. Auch dahinter erahnt die Community eine Marketing-Strategie, EA Sports hat die Existenz der „Red List“ aber dementiert. Diesmal scheinen die Vorwürfe aber schwerwiegender zu sein – die Community ist wütend und fordert vom Hersteller eine Aufklärung. Wir bleiben natürlich dran.