Mino Raiola
Foto: Olivier Anrigo/EPA/dpa

Zuletzt hat Zlatan Ibrahimovic wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt, als er EA Sports, dem Hersteller der FIFA-Reihe beschuldigte, seit Jahren ohne seine Zustimmung Profit mit seinem Namen zu machen. Nun schaltet sich auch sein Berater Mino Raiola ein und macht viel Druck.

Zlatan Ibrahimovic und die Videospiele – dass das mal so eine Geschichte werden würde, hätte man vor wenigen Monaten auch nicht gedacht. Vor zwei Wochen wurden bekannt, dass der Schwede jedem seiner Mitspieler beim AC Mailand eine neue PlayStation 5 geschenkt hat. Einige Stunden werden seine Mitspieler schon vor der Konsole verbracht haben.

Nur drei Tage später legte sich Ibrahimovic dann aber mit EA Sports, dem Unternehmen hinter der FIFA-Reihe, an. Dabei geht es um die Rechte an seiner Person, immerhin ist er bereits seit 2002 Teil jedes FIFA-Spiels. „Wer hat FIFA EA Sport das Recht gegeben, mein Gesicht und meinen Namen zu nutzen?“, schrieb der 39-Jährige auf Twitter.

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EA reagierte schnell und verwies bei „Forbes“ darauf, dass eben diese rechtlichen Aspekten über FIFpro, einer weltweiten Vereinigung der Profifußballer, geregelt werden. Von ihr erwerbe EA alle notwendigen Rechte.

Nachdem sich dann auch Gareth Bale zu Wort meldete, den Vorstoß von Ibrahimovic auf Twitter als „interessant“ bezeichnete und fragte, was FIFpro überhaupt sei und kündigte an, sich damit weiter auseinandersetzen zu wollen.

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Nun hat sich Mino Raiola, Spielerberater unter anderem von Ibrahimovic, Paul Pogba und Erling Haaland zu Wort gemeldet und der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ erklärt, neben „Ibra“ und Bale gebe es noch 300 Spieler, die sich aktuell mit dieser Situation und ihren Möglichkeiten auseinandersetzen.

Sein Standpunkt: „EA Sports hat nicht das Recht, die Spieler in ihrem Spiel zu benutzen.“ So erklärte es der 53-Jährige in einem Interview bei „Talksport“, einem britischen Radio-Sender.

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Auf Twitter warf er EA zudem vor, seit zehn Jahren auf seine Fragen bezüglich der Rechte an Spielern auszuweichen: „Vielleicht werdet ihr ja jetzt antworten oder doch erst vor Gericht?“ Damit wird zum ersten Mal von einem Beteiligten eine juristische Auseinandersetzung ins Spiel gebracht.

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Bevor FIFA-Fans aber Sorgen bekommen, sie müssten eben wegen dieser Streitigkeiten künftig auf ihre Lieblingsspieler im Spiel verzichten müssen, können wir euch beruhigen. Das ist offenbar nicht Raiolas Absicht. Als er auf eine mögliche Unterlassungsklage angesprochen wurde, die dazu führen könnte, dass EA Sports Spieler zumindest kurzfristig aus dem Spiel ziehen müsste, sagte er: „Es geht immer nur um das Geld.“ Geld, das in den Augen Raiolas lieber an die Spieler als an die FIFA oder FIFpro fließen soll.

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Sollte also die Möglichkeit für die Spieler- und Beraterseite bestehen, gegen die aktuelle Situation vorzugehen, könnte es dazu kommen, dass neue Verhandlungen bezüglich der Rechte mit EA nötig sind.

Während sich EA aktuell wie bereits angesprochen auf die Gültigkeit ihrer Abmachung mit FIFpro bezieht, hat die Gewerkschaft im „Daily Mirror“ angekündigt, sich mit den Spielern, „die zuletzt ihr Bedenken geäußert haben“, austauschen zu wollen.

Von dieser Seite ist man also in erster Linie um einen Dialog bemüht, bevor es möglicherweise gar zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt. Wir bleiben an der Sache natürlich dran, denn das letzte Wort ist hierbei im wahrsten Sinne noch nicht gesprochen.