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Kein Spiel der FIFA-Reihe ohne große Diskussion um das sogenannte „Momentum“. Hersteller EA Sports steht immer wieder in der Kritik, weil viele Spieler vermuten, dass ins Spiel eingegriffen wird. Drei Spieler sind nun sogar so sehr davon überzeugt, dass sie das Unternehmen verklagen.

Das Trio, das sich nun gegen EA Sports einsetzt und darauf hofft, dass gegen das Unternehmen vor Gericht vorgegangen wird, stammt aus dem US-Bundesstaat Kalifornien und hat in den vergangenen Jahren EA-Spiele wie FIFA, NHL oder die American-Football-Simulation Madden erworben.

Neben dem Erwerb der Spiele wurde auch Geld investiert, um in den jeweiligen Ultimate-Team-Modi Packs zu kaufen, sogenannte „Lootboxen“.

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Die Kläger geben in ihrer Erklärung, die hier nachzulesen ist, an, dass sie diese Investitionen getätigt haben, weil sie davon ausgegangen sind, dass die relevanten Faktoren für ihren Erfolg im Spiel ihr Können und das Können ihrer Spieler im jeweiligen Ultimate Team seien.

Dies sei allerdings nicht der Fall, weil EA eine Technologie einsetze, durch die sich die Fähigkeiten der KI und die Gegebenheiten im Spiel dynamisch verändert. Diese Technologie heißt DDA („Dynamic Difficulty Adjustment“) und ist patentiert. Eine weitere Technologie wird als „Adaptive Difficulty“ (also sich anpassende Schwierigkeit) bezeichnet.

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Im Folgenden wird genau der Sachverhalt beschrieben, über den sich viele Spieler weltweit schon seit Jahren aufregen: Dadurch, dass es eben diese Veränderungen an der Spielschwierigkeit und den Gegebenheiten im Spiel gebe, werde Einfluss auf die Ergebnisse genommen.

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Schwächere Spieler kommen so auf kuriose Art und Weise zu Siegen, stärkere Spieler werden um bessere Ergebnisse in Spielmodi wie der Weekend League gebracht – so wird häufig argumentiert.

Dadurch sind die Spieler aber motiviert, noch mehr Zeit und womöglich auch Geld in ihr Team zu investieren, um sich weiter zu verbessern. Daran profitiert dann EA, weil nicht wenige Spieler nur durch Belohnungen und Trading an Münzen und Packs kommen, sondern auch über FIFA-Points.

Gegen die umstrittenen FIFA-Points und die „Lootboxen“ wurde in den vergangenen Jahren bereits in einigen Ländern gerichtlich vorgegangen. Vereinzelt argumentierten Gerichte, dass es sich um Glücksspiel handele – besonders bei einem Spiel, das von vielen Minderjährigen gespielt wird, ist das natürlich gefährlich.

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Den Antrag haben die Kläger im November gestellt. Sie hoffen nun darauf, dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. „Wir sind davon überzeugt, dass diese Anschuldigungen haltlos sind und werden uns entsprechend verteidigen“, erklärt EA in einer Stellungnahme beim Portal „Gamesindustry“.