Pack Opening Red List Castro FIFA 19 David de Gea
Foto: Screenshot YouTube/Castro1021

Seit Jahren schwelt in der FIFA-Community der Verdacht, dass YouTuber oder Twitch-Streamer beim Öffnen von Packs bevorzugt werden. Aussagen eines Managers einer Streaming-Agentur nähren nun den Verdacht, dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht.

Bei den Packs bei FIFA Ultimate Team handelt es sich um sogenannte Lootboxen, die auch gegen Echtgeld erworben werden. Deren Inhalte sind aber vor dem Öffnen unbekannt – es können schwache Spieler enthalten sein, aber auch echte Volltreffer, die der Traum eines jeden FIFA-Zockers sind.

Mit dem Begriff „Red List“ wird EA Sports unterstellt, YouTuber auf eine entsprechende Liste zu packen. Wer es einmal auf die „Red List“ geschafft hat, soll fortan beim Pack-Opening bevorzugt werden.

Aber warum sollte EA Sports sowas überhaupt machen? Anhänger der Red-List-Theorie argumentieren, dass es sich um eine Marketing-Strategie handelt. Sehen gewöhnliche Zocker, wie die Streamer krasse Karten aus den Packs ziehen, fühlen sie sich womöglich davon angestachelt, selbst viele Packs zu öffnen und auch echtes Geld dafür auszugeben. Geld, das am Ende in die Tasche des Publishers Electronic Arts fließt.

Pack Opening Red List Castro FIFA 19 Kylian Mbappe
Der FIFA-Streamer „Castro“ freut sich, dass er die Team-of-the-Year-Karte von Kylian Mbappè gezogen hat.
Foto: Screenshot YouTube/Castro1021

EA Sports hat die Existenz einer solchen Red List zwar dementiert, doch die Theorie erhält nun neue Nahrung. Auf einem Workshop von der US Federal Trade Comission zum Thema „Lootboxen“ sprach nun Omeed Dariani, der CEO einer Streamer-Agentur, über das Verhältnis von Publishern und Streamern.

Wie das Gaming-Portal „Polygon“ berichtet, sagte Dariani auf der Veranstaltung: „Firmen bezahlen Streamer dafür, Lootboxen zu öffnen. Es ist eher selten, dass sie sagen ‚Hey, öffne einfach mal ein paar Lootboxen‘, aber wir haben das definitiv schon erlebt.“

Dass Streamer von Publishern finanzielle Unterstützung erhalten, ist nicht ungewöhnlich. Dariani geht allerdings noch weiter: „Ich war auf jeden Fall schon einmal in einem Raum, wo ein Publisher gesagt hat: ‚Wir können solchen Personen, die Packs aus Werbegründen öffnen, bessere Chancen bei Packs einräumen.'“ Um welchen Publisher es sich dabei handelt, sagt der Manager allerdings nicht.

Dass Streamer beim Öffnen von Lootboxen tatsächlich bevorzugt werden oder wurden, ist dadurch natürlich nicht bewiesen. Man muss zudem klar dazu sagen, dass sowohl das Spiel FIFA als auch Hersteller EA Sports nicht explizit im Zusammenhang mit der Bevorzugung einzelner Streamer erwähnt wurden. Wasser auf die Mühlen der Befürworter der Red-List-Theorie ist eine solche Aussage allerdings dennoch.