Brettspiele 2021
Quelle: Kosmos / Feuerland / Pegasus Spiele

In diesem Beitrag findet ihr ab sofort alle Spiele, die unserer Meinung nach auf den heimischen Tisch gehören und jeden Spieler glücklich machen. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Neuerscheinungen. Aber auch einige Geheimtipps und Evergreens der letzten Jahre haben es in die Liste geschafft. Viel Spaß beim Stöbern und Spielen!

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Brettspiele während Corona ausverkauft

Egal ob als Community auf Kuschelkurs während der Spielemesse in Essen, in gemütlicher Brettspielrunde daheim mit Familie und Freunden, im süffig-süffisanten Partyrausch oder auf endlos langen Rollenspiel-Abenden mit so komplexen Regeln, dass selbst begabte Mathematiker und Excel-Tabellen-Liebhaber mit den Ohren schlackern: Die Welt der Spiele ist extrem komplex und weit gefächert. Seit Jahren befindet sich die gesamte Branche im steten Aufwind. Aufgrund der zahlreichen Corona-Lockdowns wurde in den Jahren 2020 und 2021 so viel gespielt wie nie zuvor.

So viel Liebe hat natürlich auch ihre Schattenseiten: Die Hersteller kommen mit der Produktion kaum mehr nach und müssen ordentlich Geld in die Hand nehmen, um die Produktionskapazitäten zu erweitern. Dabei erweist sich vor allem die Pandemie als Problem: Dass sich Lieferungen aus dem fernen Asien verzögern, dürfte niemanden überraschen. Aber selbst in Europa wird der Warenverkehr in primären Herstellungsländern wie Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik und den Niederlanden deutlich von der Pandemie erschwert. Seid aufgrund dessen also nicht überrascht, wenn einige der hier genannten Titel bereits ausverkauft oder aktuell schlicht nicht lieferbar sein sollten.

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Die besten Brettspiele und Kartenspiele 2021

Die Sieger stehen fest – zum „Spiel des Jahres 2021“ wurde „MicroMacro: Crime City“ gewählt, als „Kennspiel des Jahres 2021“ das urzeitliche Abenteuer „Paleo“. Gleich mehrere unserer Tipps fanden sich auch auf der Nominierungsliste wieder, darunter zum Beispiel das Abenteuerspiel „Die verlorenen Ruinen von Arnak“ und „Die Abenteuer von Robin Hood“.

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MicroMacro: Crime City (Spiel des Jahres 2021)

MicroMacro Crime City
Quelle: Pegasus

1 bis 4 Spieler
Ab 10 Jahre
Kriminal-Spiel
Spieldauer: 15 bis 45 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 25 Euro
Fazit: 8 von 10 Punkten

Wohlverdienter Gewinner der Auszeichnung „Spiel des Jahres 2021“: „MicroMacro: Crime City“ vermischt einen riesigen, 75 x 110 cm großen Wimmelbild-Spielplan im „Wo ist Walter?“-Stil mit spannenden Kriminalfällen, die ihr anhand winziger Indizien lösen müsst. Im kooperativen Spiel übernehmt ihr dabei die Rollen pfiffiger Ermittler, wobei nicht nur ein gutes Auge, sondern ebenso kreative Kombinationsgabe gefragt sind, um die 16 Kriminalfälle zu lösen. Dabei ist vom hinterhältigen Überfall bis zum kaltblütigen Mord alles enthalten, was Krimi-Fans glücklich macht. Als kleine Hilfe ist im Spiel eine Lupe enthalten.

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Kommissars und ist dafür verantwortlich, die Fallkarten vorzulesen (rätselt aber natürlich auch mit). Die Spieler wählen gemeinsam aus, welchen Fall sie spielen und der Kommissar liest die entsprechende Startkarte sowie die erste Aufgabe vor. Gemeinsam erkunden die Spieler den Stadtplan von Crime City, um nach und nach alle Fragen auf den Fallkarten zu beantworten. Das Spiel endet, sobald die letzte Fallkarte richtig beantwortet wurde.

Bei dem durchschlagenden Erfolg des Spiels überrascht es wohl wenig, dass der zweite Teil „Full House“ bereits im August 2021 erscheinen soll.

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Paleo (Kennspiel des Jahres 2021)

Paleo
Foto: Hans im Glück

2 bis 4 Spieler
Ab 10 Jahre
Kennerspiel (kooperativ)
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 45 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Spiele-Autor Peter Rustemeyer hatte mit seinem von Dominik Meyer illustrierten „Paleo“ den richtigen Riecher. Das clevere, teils sogar richtig knifflige Steinzeit-Abenteuer brilliert durch seine starke Einbindung der Geschichte rund um einen Stamm urzeitlicher Menschen, welche verzweifelt versuchen der Natur zu trotzen. Da fühlt man sich am Tisch binnen weniger Minuten um mehrere Jahrtausende zurückversetzt – und selbst nach dem Abschluss einer Partie beschäftigt einen das Setting weiter.

Die Spielmechanik selbst ist kooperativ geprägt, ihr entscheidet welchen Ort ihr erkunden und welche Aufgaben ihr erledigen wollt. Die meisten Runden dürften Anfänger rund eine Stunde an den Tisch fesseln, zumindest bis das erste Level „besiegt“ und der Weg für weitere Abenteuer offen ist. Danach entfaltet „Paleo“ eine Sogwirkung, welche wir auf diese Weise schon lange nicht mehr erlebt haben.

„Paleo“ erscheint über den „Hans im Glück“-Verlag und kostet euch 44,99 Euro. Zudem sind zwei kleine Erweiterungen (Die Terrorvögel / Der Initiationsritus) für je 4,99 Euro erhältlich.

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Die verlorenen Ruinen von Arnak

Die verlorenen Ruinen von Arnak
Foto: CGE

1 bis 4 Spieler
Ab 12 Jahre
Kennerspiel (Deckbuilding / Worker-Placement)
Spieldauer: 30 bis 120 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 60 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Indiana Jones-Fans aufgepasst: „Die verlorenen Ruinen von Arnak“ ist ein dicker Brocken, der jedoch erstaunlich leicht verständlich daherkommt – und euch dank des Settings und der einzigartigen Kombination aus Deckbau, Workerplacement und Ressourcenverwaltung für lange Zeit auf Trab halten wird. Dabei brilliert das Spiel vor allem durch die hochwertige Aufmachung, welche euch praktisch mit einem Fingerschnipp und einem kurzen Blick auf die coolen Indiana-Jones-Meeple in die fantastische Welt von Arnak entführt.

„Die verlorenen Ruinen von Arnak“ beweist: Es muss nicht immer eine bahnbrechend neue Idee sein, um ein tolles Spiel zu entwickeln. Tatsächlich kennt man so ziemlich alle Mechaniken bereits aus zig anderen Spielen. So eingängig kombiniert und stilsicher präsentiert schaffen es aber nur die wenigsten Spiele. In Deutschland wird das Spiel über Heidelbär Games vertrieben.

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Die Insel der Katzen

The Isle of Cats
Foto: Skellig Games

1 bis 4 Spieler
Ab 8 Jahre
Familienspiel (Puzzle / Kartendrafting)
Spieldauer: 90 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 50 Euro
Fazit: 8 von 10 Punkten

Ein Spiel rund um Katzen, müssen wir wirklich mehr sagen? Wer die felinen Vierbeiner auf Teufel komm raus nicht ausstehen kann: Bitte weitergehen! Wer Katzen ganz doll lieb hat: Ab auf die Insel! Hier müsst ihr die Katzen vor dem bösen Lord Vesh retten und auf euer Boot schaffen. Dabei greift der Puzzle-Mechanismus im Stil von Tetris: Ordnet die Katzenplättchen möglichst platzsparend an, um möglichst viele Kätzchen auf dem Boot unterzubringen. Toll: Mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bedient „Die Insel der Katzen“ sowohl Familien-, als auch Expertenspieler.

„Die Insel der Katzen“ wurde im Jahr 2019 als Kickstarter finanziert. Die erste Auslieferung 2020 ging lange Zeit noch als Geheimtipp unter Vielspielern durch, mittlerweile weiß aber fast jeder über das bunte Katzenabenteuer und seine Qualitäten Bescheid. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage: „Die Insel der Katzen“ ist während der Corona-Pandemie andauernd ausverkauft und nur schwer erhältlich. Eine potentielle Nominierung für das „Spiel des Jahres 2021“ würde die Situation sicher nicht besser machen, wohl aber Autor Frank West glücklich machen. Den Vertrieb von „Die Insel der Katzen“ übernimmt Skellig Games.

Die Abenteuer des Robin Hood

Die Abenteuer des Robin Hood
Quelle: Kosmos

2 bis 4 Spieler
Ab 10 Jahre
Familienspiel
Spieldauer: 60 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 50 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Eigentlich wollte Spieleautor Michael Menzel nach dem dritten Kapitel des immens populären „Die Legenden von Andor“ in seinen wohlverdienten Ruhestand starten. Doch daraus wurde nichts: Seit Jahren arbeitete er „nebenbei“ an einem ganz besonderen Titel, der als „Die Abenteuer des Robin Hood“ zu einem DER Highlights im Frühjahr 2021 wurde.

Der Clou an dem Spiel ist die freie Bewegung der Figuren über den Spielplan, der ein wenig an einen Adventskalender erinnert: Hier ein Türchen, dort ein neues Abenteuer – die offene Welt verändert sich im Laufe der Partie. Die Geschichte zum Spiel wird euch über ein hochwertiges, in Leder gebundenes Hardcover-Buch erzählt. Je nachdem welche Entscheidungen ihr trefft, verändert sich auch die Handlung.

Wer bereits „Die Legenden von Andor“ mochte, dort aber nie mit dem auf Glück basierenden Würfelmechanismus klargekommen ist, sollte sich „Die Abenteuer des Robin Hood“ unbedingt mal näher anschauen. Wir finden: Das perfekte kooperative Abenteuer für die ganze Familie. Und keine Sorge vor komplexen Regeln: Das Spiel ist schnell aufgebaut und ihr könnt sofort loslegen!

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Gloomhaven – Die Pranken des Löwen

Gloomhaven Die Pranken des Löwen
Quelle: Feuerland

1 bis 4 Spieler
Ab 14 Jahre
Tabletop/Rollenspiel
Spieldauer: 30 bis 120 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 60 Euro
Fazit: 10 von 10 Punkten

„Gloomhaven“ hat sich in der Spieleszene vor allem deswegen einen Namen gemacht, weil die dazugehörige Verpackung so ziemlich alles gesprengt hat, was bislang als „normal“ angesehen wurde: neun Kilo bringt der Titel auf die Waage! Zum Glück verbirgt sich hinter dem Schwergewicht aber auch ein absolut fantastisches, von Kartendecks getriebenes Rollenspiel, welches nun mit „Die Pranken des Löwen“ eine Erweiterung und Fortsetzung erhält.

Wichtig: „Die Pranken des Löwen“ sind nicht nur eine Erweiterung zu Gloomhaven, sondern auch der perfekte Einstieg! Richtig gelesen: „Die Pranken des Löwen“ sind eigenständig spielbar. Die Empfehlung für alle Neueinsteiger lautet mittlerweile klar: Fangt erstmal hier an und holt euch DANN den neun Kilo schweren Vorgänger ins Haus.

Das erwartet euch: Vier höchst unterschiedliche Charaktere, unzählige Monster und eine extrem spannende Geschichte über 25 Szenarien hinweg. Übrigens müsst ihr keine Sorge vor komplexen Regeln haben: Das Spiel führt euch mit einer wirklich perfekt geschriebenen Anleitung vorsichtig in jedes neue Spielelement ein, sodass auch absolute Rollenspiel-Anfänger schnell den Einstieg finden.

Exit – Das Spiel: Das verfluchte Labyrinth

Exit Das verfluchte Labyrinth
Quelle: Kosmos

1 bis 4 Spieler
Ab 10 Jahre
Kooperatives Escape-Room Abenteuer
Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 15 Euro
Fazit: 8 von 10 Punkten

Sie gehören bereits seit Jahren zum wohl populärsten Genre in der Welt der Brettspiele: „Escape Room“- und „Detektiv“-Spiele lassen eure Spürnase vor Freude rot glühen. In den kleinen Schachteln verborgen sind jede Menge clevere Rätsel, die euch das beigefügte Material zusammenklappen, ausschneiden und durchlöchern lassen. Das hat natürlich auch seine negativen Seiten: Einmal durchgespielt, wandert das EXIT-Vergnügen als Andenken in den Schrank, eine weitere Runde macht nur selten Sinn!

Wer mit den drei Fragezeichen und Co. aufgewachsen ist, wähnt sich auch 2021 im siebten Himmel: Mit „EXIT – Das verfluchte Labyrinth“ gibt es bereits einen brandneuen Fall, zudem locken die Erscheinungen aus den Vorjahren ins Escape-Room-Vergnügen: Von „Die Känguru-Eskapaden“ (mit Co-Autor Marc-Uwe Kling) über „Der Flug ins Ungewisse“ (für Einsteiger) und „Das Tor zwischen den Welten“ (für Fortgeschrittene) bis hin zu „Der verwunschene Wald“ und „Der Friedhof der Finsternis“ sind wirklich allesamt empfehlenswert. Und für den Sommer 2021 könnt ihr euch bereits jetzt „Die Entführung in Fortune City“ vormerken. Wie heißt es so schön: To be continued!

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Parks

Parks
Quelle: Feuerland

1 bis 5 Spieler
Ab 10 Jahre
Familienspiel
Spieldauer: 40 bis 70 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 50 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Einer DER Geheimtipps aus dem Jahr 2020 hört auf den simplen Titel „Parks“ und thematisiert das Wandern durch wunderschöne Nationalparks, optisch perfekt eingefangen durch wunderschöne Artworks und tolle Spielmaterialien. In jeder Jahreszeit wandert ihr mit euren zwei Wanderer-Figuren einen anderen, längeren Weg: Wer am Ende die meisten Siegpunkte von besuchten Parks, Fotos und seinem persönlichen Bonus gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Die verhältnismäßig kleine Schachtel ist randvoll gepackt und mit zwei praktischen Inserts ist das Material ordentlich verstaut und schnell aufgebaut.

Durch die recht späte Auslieferung in Deutschland (in den USA erschien das Spiel bereits 2019), bleibt „Parks“ samt frischer Erweiterung „Sternstunden“ auch 2021 ein großes Thema – und hat eventuell sogar Chancen auf eine „Spiel des Jahres“-Auszeichnung.

Die Erweiterung „Sternstunden“ lässt euch unter freiem Himmel campieren: Die Zeltplätze bieten die Möglichkeit, statt der Aktion des Streckenabschnitts eine alternative Aktion zu nutzen. Zudem gibt es neue Parkkarten mit spannenden Aktionen, alternative Vorsätze und zusätzliche nachtaktive Wildtiere. Kostenpunkt: circa 20 Euro.

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Fantastische Reiche

Fantastische Reiche
Quelle: Strohmann Games

2 bis 6 Spieler
Ab 10 Jahre
Kartenspiel
Spieldauer: 15 bis 20 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 20 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

53 Karten umfasst das Deck von „Fantastische Reiche“ – und jede davon ist einzigartig. Umso spannender ist das Warten auf „die eine Karte, die niemals kommt“ – nur wer seine Strategien schnell umstellen und richtig rechnen kann, wird bei „Fantastische Reiche“ langfristig auf der Siegesstraße landen.

Insgesamt haltet ihr am Ende maximal sieben Karten auf der Hand – danach darf noch einige Male gezogen, oder mit den bereits abgelegten Karten in der Mitte des Tischs getauscht werden. „Fantastische Reiche“ ist extrem schnell gespielt. Bis man die Werte der Karten und die Punktelogik verinnerlicht hat, vergehen rund 10 bis 20 Runden. Egal zu welcher Gelegenheit: „Fantastische Reiche“ ist wahrhaft fantastisch – und das perfekte Spiel als Anheizer und Absacker für jeden Spieleabend.

Aeon’s End

Aeon's End
Quelle: Pegasus

1 bis 4 Spieler
Ab 12 Jahre
Kooperatives Kartenspiel
Spieldauer: 30 bis 60 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 50 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Mit mutigen Helden zusammen riesige Monster und Dämonen legen: Was „World of Warcraft“-Spieler seit Jahren erfolgreich betreiben, gibt es jetzt auch in Brettspiel-Form. Als „Riss-Magier“ tretet ihr kooperativ mit einem Kartendeck in den Kampf mit den riesigen Ungetümen – und staunt dabei nicht schlecht, denn der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu verachten. In jedem Zug stehen euch eine Vielzahl von Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung, um den Erzfeind zu bekämpfen und eure Kartendecks weiter zu verbessern.

Der Clou: Die Kartendecks werden nie gemischt, sondern einfach umgedreht, wenn der Nachzugstapel aufgebraucht ist. Im Spielzug des Erzfeinds wird die Feste der letzten Ruhe angegriffen. Durch Karten kann der Erzfeind attackieren, neue Fähigkeiten bekommen und Lakaien dazugewinnen. Die Spieler gewinnen nur, wenn sie den Erzfeind besiegen, bevor dieser die Feste zerstören kann.

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Flügelschlag

Flügelschlag
Foto: Feuerland

2 bis 5 Spieler
Ab 10 Jahre
Familienspiel
Spieldauer: 40 bis 75 Minuten
Einstieg: mittel
Preis: ca. 50 Euro
Fazit: 10 von 10 Punkten

Vogelkunde ist so ziemlich die langweiligste Thematik, die wir uns für ein Brettspiel vorstellen können. Und dennoch hat es das unter Spielern immens populäre „Flügelschlag“ von Autorin Elizabeth Hargrave ohne große Probleme zum Titel „Kennerspiel des Jahres 2019“ geschafft.

Das liegt zum einen an der fantastischen Spielmechanik, als auch an der extrem aufwendigen, redaktionellen Aufarbeitung eines Themas, mit dem sicher nicht jeder von euch sofort „warm“ wird. Aber keine Sorge! Ihr müsst nicht auswendig wissen, was nun ein amerikanischer „Schlangenhalsvogel“ ist, und was ihn vom „Zwergsultanshuhn“ unterscheidet.

Vielmehr geht es bei „Flügelschlag“ um kluges Taktieren: Lockt mit eurem Futter seltene Vogelarten an, lasst sie sich paaren und Eier legen. Genial: Die bunten Gipseier und der Würfelturm in Form eines Vogelhauses werten den Titel optisch gehörig auf. Mit den beiden Erweiterungen „Europa“ (2019) und „Ozeanien“ (2021) bleibt „Flügelschlag“ auch weiterhin aktuell und eines der meistgespielten Brettspiele weltweit.

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Scythe

Scythe
Foto: Feuerland

1 bis 5 Spieler (7 Spieler mit Erweiterung)
Ab 14 Jahre
Expertenspiel
Spieldauer: 30 bis 180 Minuten
Einstieg: schwer
Preis: ca. 70 Euro
Fazit: 10 von 10 Punkten

Das prall gefüllte Strategiespiel von Jarney Stegmaier ist seit Jahren DER Szene-Darling und sahnte bereits auf Kickstarter stolze 1,8 Millionen Dollar ab. In Deutschland wird der extrem aufwendig gestaltete Titel mittlerweile von Feuerland vertrieben – und gehört unserer Meinung nach in wirklich jede gut sortierte Spielesammlung!

Wichtig: Lasst euch vom ausschweifenden Material und dem riesigen Spielbrett nicht einschüchtern! „Scythe“ mag sicher kein Titel für einen lockeren Abend mit den Eltern sein, ist nach einiger Einarbeitung aber bei weitem nicht so kompliziert und komplex, wie es den Anschein hat. Stellt euch einfach ein etwas komplexeres „Catan“ vor – dann kommt ihr dem Kern recht nahe.

Everdell

Everdell
Foto: Pegasus

1 bis 4 Spieler
Ab 13 Jahre
Kennerspiel
Spieldauer: ab 45 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 60 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Auf Kickstarter gehörte „Everdell“ zu den großen Abräumern: Fast eine halbe Millionen USD kamen am Ende zusammen. Auf der „Spiel 19“ in Essen konnte man das Spiel erstmals auch in einer deutschen Version erwerben, seit 2021 ist der Titel über Pegasus erhältlich – ebenso wie die tolle Erweiterung „Pearlbrook“, welche den Spielplan um das neue Flussgebiet ergänzt.

Eines steht fest: Everdell ist optisch eines der schönsten Brettspiele der letzten Jahre. Die visuelle Opulenz liegt dabei nicht nur an den wunderschönen Artworks, welche sich durch das gesamte Material ziehen: Das Highlight ist der große dreidimensionale „Evertree“, ein Baum, der auch als Karten- und Figurenablage dient. Von den knuffig geschnittenen Holz-Meeples bis zu den toll gestalteten Ressourcen, hier hängt viel Herzblut drin!

Das Spiel selbst ist übrigens ein klassisches „Worker-Placement“-Spiel, bei dem ihr euer Volk (Schildkröten, Eichhörnchen, Mäuse und Igel) über vier Jahreszeiten an einer Siedlung feilen lasst. Sicher nicht das günstigste Spiel auf dieser Liste, aber jeden Cent wert!

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Der Kartograph

Die Kartographin
Foto: Thunderworks Games

1 bis 100 Spieler
Ab 10 Jahre
„Flip & Write“-Spiel mit Stift und Papier
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 29 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

2019 zum Kennerspiel des Jahres nominiert, gibt es 2021 endlich Nachschub: „Cartographers Heroes“ soll in der deutschen Version wohl einfach „Die Kartographin“ heißen. Mit neuen Karten und Fähigkeiten, aber auch fiesen Monstern, dürft ihr bald wieder zum Stift greifen.

Wer den Kartographen noch nicht kennen sollte: Im kultigen „Flip & Write“-Spiel mit Stift und Papier sollen die nördlichen Reiche endlich urbar gemacht werden. Im Auftrag ihrer Majestät Königin Gimnax sollen die Spieler das Land kartieren – dazu zeichnet ihr entsprechende Linien und Symbole auf den mitgelieferten Zeichenblock. Nur wer kluge Grenzen einzeichnet, heimst am Ende Punkte ein!

Wie von „Flip & Write“-Spielen gewohnt ist die Interaktion zwischen den Spielern eher begrenzt – in diesem Fall dürft ihr euren Spielfreunden fiese Monster auf ihre Karte malen. Dank der flexiblen Siegpunktwertungen ist der Wiederspielwert extrem hoch, ebenso wie die Sogwirkung: „Der Kartograph“ macht süchtig! Dank der tollen Thematik und Aufmachung verdient das Spiel von Autor Jordy Adan seinen Weg in jede gut sortierte Spiele-Sammlung!

Just One

Just One
Foto: Repos Production

3 bis 7 Spieler
Ab 8 Jahre
Familienspiel
Spieldauer: 20 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 25 Euro
Fazit: 7 von 10 Punkten

Extrem einfach und ohne große Vorbereitungen geeignet für die nächste Party: „Just One“ ist binnen weniger Sekunden verstanden und kann eine treue Runde aus bis zu sieben Spielern bis zu 20 Minuten begeistern. Ok, gerne auch mehr – denn bei einer Runde bleibt es selten.

Dabei geht es um das Erraten eines Begriffes, der vorher von den Mitspielern mit genau einem Wort umschrieben werden sollte. Diese Wörter werden auf Zettel niedergeschrieben und – jetzt kommt der Clou – vor der Abgabe an den Ratenden miteinander verglichen. Dabei werden alle doppelten Wörter herausgekürzt! Wohl dem, der in Synonymen geübt ist!

Beispiel gefällig? Wenn die Mitspieler „Alkohol“, „Flirten“, „Bierdusche“ und „Chips“ notieren, ist das Erraten des gesuchten Begriffes „Party“ nicht schwierig – sollten aber alle auf „Alkohol“ setzen, wird die Suche nach dem richtigen Wort um einiges kniffliger.

Die Quacksalber von Quedlinburg

Quacksalber
Foto: Schmidt Spiele

2 bis 4 Spieler
Ab 10 Jahre
Familienspiel
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Einstieg: leicht
Preis: ca. 25 Euro
Fazit: 9 von 10 Punkten

Dieses Spiel weiß auf den ersten Blick zu begeistern: Das Köcheln der „Quacksalber“ auf den coolen Kessel-Tableaus lässt selbst unbedarfte Spieler neugierig näher an den Tisch rücken. Insgesamt ist „Die Quacksalber von Quedlinburg“ (hoch lebe die Alliteration!) ein sehr hochwertig produziertes Kennerspiel, welches sich gut in jedem Spieleregal macht.

Wer bereits seit längerer Zeit im „Quacksalber“-Fieber ist, sollte sich unbedingt die 2020 veröffentlichte Erweiterung „Die Alchemisten“ besorgen. Die Begründung der Jury, warum es die Quacksalber zum Kennerspiel des Jahres 2018 geschafft haben: „Das Köcheln mit zufällig gezogenen Zutaten sorgt bei „Die Quacksalber von Quedlinburg“ für Geschmacksexplosionen und für ein Feuerwerk der Emotionen. Schadenfreude, Jubel und Wehklage wechseln sich in schneller Abfolge ständig ab. Ein reines Glücksspiel? Nein, denn Autor Wolfgang Warsch lässt den Spielern dank des exquisiten Grundrezepts viele taktische Freiheiten beim Verfeinern. So wird aus der Tüten-, äh Beutelsuppe ein schmackhaftes Gericht für Spielegourmets.

Die Wahl zum Spiel des Jahres 2021

Für Autoren und Verlage ist es die höchste Auszeichnung, die es in Deutschland gibt: Wenn das heiß begehrte „Spiel des Jahres“-Siegel auf einer Verpackung stehen darf, ist man mit einem Kauf meist auf der sicheren Seite. Selbst die simple Umschreibung „Nominiert zum Spiel des Jahres“ kann Verkäufe zusätzlich anheizen.

Am Montag, dem 17. Mai, wurden die nominierten und empfohlenen Spiele für die Auszeichnung bekanntgegeben. Am 14. Juni folgte die Auszeichnung des „Kinderspiels des Jahres“: „Dragomino“ von Bruno Cathala, Marie Fort und Wilfried Fort durfte sich über den Preis freuen.  Am Montag, dem 19. Juli, fand die Preisverleihung zum „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ in Berlin statt.

Die Gewinner auf einen Blick:

  • Spiel des Jahres: MicroMacro: Crime City / Edition Spielwiese, Pegasus Spiele / Johannes Sich
  • Kennerspiel des Jahres: Paleo / Hans im Glück / Peter Rustemeyer
  • Kinderspiel des Jahres: Dragomino / Pegasus Spiele / Bruno Cathala, Marie Fort und Wilfried Fort

Für alle Neueinsteiger lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Als „Spiel des Jahres 2020“ wurde überraschend „Pictures“ vom PD-Verlag gewählt, auf der Auswahlliste fanden sich zudem „My City“ (Kosmos) und „Nova Luna“ (Edition Spielwiese & Pegasus Spiele). Als „Kennerspiel des Jahres 2020“ hat das clevere Stichspiel „Die Crew“ das Rennen gemacht. Nominiert waren außerdem „Der Kartograph“ (Pegasus Spiele) und „The King’s Dilemma“ (HG und Heidelbär Games).

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Spielemesse Spiel ’21 in Essen

Es ist der Dreh- und Angelpunkt der internationalen Spieleszene: Auf der Spielemesse in Essen wird der Hype um Brettspiele und Kartenspiele jährlich unter Beweis gestellt, im Oktober 2019 verzeichnete man zuletzt stolze 209.000 Besucher. 2020 musste die Messe aufgrund von Corona digital stattfinden.

Wenn es die Corona-Krise zulässt, soll die nächste Spielemesse vom 14. bis zum 17. Oktober 2021 erneut auf dem Gelände der Messe Essen stattfinden. Aufgrund des immensen Lobs der „digitalen Spielemesse“ im Vorjahr, dürften die Veranstalter die digitale Komponente weiter ausbauen: Auf den neu geschaffenen Internetseiten könnt ihr euch online über die zahlreichen Neuheiten informieren und per digitalem Tabletop-Simulator sogar eine erste Runde spielen.

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