Uniklinik Düsseldorf: Mehr als jeder Zweite mit und nicht wegen Corona im Krankenhaus

Mit der Omikron-Welle steigt auch in der Uniklinik Düsseldorf die Zahl der Corona-Patienten. Viele Menschen kommen aber wegen anderer Diagnosen ins Krankenhaus – und dann wird bei ihnen per Test eine Corona-Infektion festgestellt. Die Behandlungen seien so oder so sehr aufwendig.
Foto: Federico Gambarini/dpa
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Mit oder wegen Corona im Krankenhaus? Diese Frage gilt als sehr entscheidend in der Corona-Krise. Und während der Omikron-Welle zeichnet sich ein klares Bild ab. Zumindest in den Unikliniken in Aachen, Düsseldorf und Essen ist ein hoher Anteil der Corona-Patienten im Krankenhaus nicht wegen Corona sondern mit Corona zur Behandlung gekommen.

Die Unikliniken behandeln als große medizinische Einrichtungen mit einem breiten Spektrum besonders viele Patientinnen und Patienten. In der Uniklinik Düsseldorf ist inzwischen sogar mehr als jeder zweite Corona-Patient mit und nicht wegen Corona im Krankenhaus. Diese Patienten seien entweder erst in der Klinik positiv auf das Coronavirus getestet worden oder hätten die Infektion vor einer geplanten Behandlung mitgeteilt, erläuterte ein Sprecher.

„Für uns im Krankenhaus ändert das relativ wenig“, betonte er mit Blick auf die Schutzmaßnahmen wie die Schutzbekleidung des Personals und die Isolierung der betroffenen Patienten. Sowohl bei Notfällen als auch bei geplanten Eingriffen gebe es Patienten, die infiziert seien. Die Behandlungen erfolgten unter entsprechendem Schutz. „Das ist für unsere Beschäftigten aufwendiger Alltag“, verdeutlichte der Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. Nur in Absprache mit den Patienten werde eine Behandlung oder ein Eingriff im Einzelfall verschoben.

Großer Unterschied zur Delta-Variante im Herbst

In der Uniklinik Aachen, der größten Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen, liegt der Anteil der Corona-Fälle, die mit aber nicht wegen Corona im Krankenhaus sind, noch etwas höher: Ein Kliniksprecher bezifferte ihn auf derzeit etwa 65 Prozent.

In der Uniklinik Essen ist bei etwa der Hälfte der Corona-Fälle die Infektion mit dem Virus ein Zweitbefund, wie ein Sprecher sagte. Sie seien wegen anderer Erkrankungen in Behandlung und würden demzufolge als nebenbefundlich auf Covid-19 positiv getestet gelten.

„Dies ist ein signifikanter Unterschied zur Delta-Variante, als die im Krankenhaus positiv Getesteten meist auch erkrankt waren“, erklärte er. Die derzeit von Omikron durch die Eingangstestung unerwartet positiv getesteten Patientinnen und Patienten gingen jedoch nicht selten in die Covid-19-Belegungsstatistik ein, obgleich sie nicht wegen einer Covid-19-Erkrankung in Behandlung seien.

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dpa