Vier Monate nach Deckeneinsturz: Wie geht es mit der Düsseldorfer Nachtresidenz weiter?

Vier Monate nach dem Deckeneinsturz sieht es in der Düsseldorfer Nachtresidenz weiter unverändert aus. Wie es um eine Wiedereröffnung steht.
nachtresidenz club außenansicht
Die Düsseldorfer Nachtresidenz in der Nähe der Königsallee. Foto: Tonight
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Die Düsseldorfer Nachtresidenz in der Nähe der Königsallee. Foto: Tonight

Gerade einmal drei Wochen hatte die Nachtresidenz nach einer gefühlt ewigen Corona-Pause wieder geöffnet, als in der Nacht zum 27. März nach dem Auftritt von Rapper Bausa ein Teil der Decke einstürzte und vier Personen verletzte. Seitdem sind die Türen wieder geschlossen. Ob und wenn ja, wann eine Wiedereröffnung stattfinden kann: unklar.

Ebenso nicht geklärt ist, wie es zu dem Einsturz kommen konnte. Seit rund zwei Monaten ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßlich verantwortliche Person aus einem Bauunternehmen, das kurz zuvor an der Decke gearbeitet hatte. Die Vorwürfe wiegen schwer: Baugefährdung und fahrlässige Körperverletzung. Mehr ist nicht bekannt.

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Nachtresidenz Düsseldorf: Kleines Team, ungewisse Zukunft

Ein möglicher Prozess könnte sich mehrere Jahre ziehen. Sollte die Nachtresidenz während dieser Zeit nicht öffnen dürfen, wäre das wohl ihr Todesurteil. Aber auch so ist die Lage mehr als prekär. Zwar teilte die Bauaufsicht der Stadt der „Rheinischen Post“ jüngst mit, dass laut Gutachten keine Gefahr mehr in den Räumen bestehe, es seien jedoch Sanierungen und Renovierungen notwendig, die noch beantragt werden müssten. Und mindestens so lange die Schuldfrage nicht geklärt ist, muss die Nachtresidenz für die Kosten der Maßnahmen selbst aufkommen.

Das Problem: Rücklagen gibt es laut Betreiber Marcel Oelbracht nach der Corona-Durststrecke kaum noch. Seinem Personal habe er größtenteils gekündigt, übrig sei von den ursprünglich 180 Mitarbeitern lediglich ein kleiner Teil – der sich nun erneut in Kurzarbeit befinde. Wie lange dieser Zustand aufrechterhalten werden kann, dazu äußerte sich Oelbracht nicht.

Nachtresidenz-Schließung wäre harter Schlag für Düsseldorf

Und dann wäre da ja noch die weiterhin angespannte Corona-Lage. Und deswegen droht trotz einer deutlich positiveren Haltung als noch vor zwei Monaten der Super-GAU: Würde die Nachtresidenz tatsächlich kaum vorhandenes Geld für eine Wiedereröffnung investieren und die Bundesregierung beschließt im Winter oder Herbst wieder strengere Regeln, könnte das das Aus bedeuten. Die kursierenden Gerüchte, der Club würde verkauft oder gar das ganze Gebäude an der Bahnstraße abgerissen, wären dann nicht mehr realitätsfern – und für Düsseldorf ein Schlag in die Magengrube. Denn eine Instanz wie die Nachtresidenz zu verlieren, würde wohl dem Nachtleben jeder Stadt schaden.

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