Düsseldorf: Stadt bekommt Deutsches Foto-Institut

Lange wurde diskutiert: Wohin soll das Deutsche Foto-Institut? Mit Düsseldorf und Essen waren zwei Städte aus NRW im Rennen. Nun ist die finale Entscheidung gefallen.
Nacht der Museen Düsseldorf 2019
Das Museum Ehrenhof bei der Düsseldorfer Nacht der Museen 2019. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Uwe Schaffmeister
Nacht der Museen Düsseldorf 2019
Das Museum Ehrenhof bei der Düsseldorfer Nacht der Museen 2019. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Uwe Schaffmeister

Düsseldorf wird um eine Attraktion reicher. Das geplante Deutsche Foto-Institut soll endgültig in die Landeshauptstadt kommen. Alle Seiten hätten sich nun dafür entschieden, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ (Freitag) darüber berichtet.

„Bund und Land stocken nun die Finanzierung um jeweils 1,5 Millionen Euro auf jeweils 43 Millionen Euro auf“, heißt es in einer Mitteilung mehrerer CDU-Abgeordneter aus dem Bundestag und dem nordrhein-westfälischen Landtag. „Der nächste entscheidende Schritt muss die Ausfinanzierung dieses bedeutenden Projekts sein.“ Aus der NRW-Landesregierung gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

In der auch schon mal Bundesinstitut für Fotografie genannten Einrichtung sollen Nachlässe von Fotografen gesammelt, Forschung zu Restaurierung und Konservierung vorangetrieben sowie Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen organisiert werden. Lange umstritten war vor allem die Frage des Standorts.

Stadt Essen hat das Nachsehen

Sowohl Düsseldorf als auch Essen wollten das von der früheren Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vorangetriebene Projekt bei sich ansiedeln. Eine Initiative hatte für Düsseldorf einen Vorstoß gemacht und Pläne erarbeitet – für Düsseldorf wurde auch Fördergeld in Millionenhöhe von Stadt, Land und Haushaltsausschuss im Bundestag in Aussicht gestellt. Eine von Grütters einberufene Expertenkommission hatte sich später dann für Essen als künftige Stadt für das Foto-Institut ausgesprochen. Es folgte eine von Grütters beauftragte Machbarkeitsstudie, die ebenfalls Essen empfahl.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) erklärte nun angesichts der Entscheidung des Haushaltsausschusses im Bundestag: „Darüber gibt es eine große Enttäuschung in Essen und der Region.“ Essen sei etwa mit der Folkwang Universität der Künste die Fotostadt und setze seit Jahren auf gute Kooperationen mit den Institutionen. „Wir müssen aber feststellen, dass es uns offensichtlich nicht gelungen ist, die Mehrheit der Mitglieder des Haushaltsausschusses mit unseren guten fachlichen und sachlichen Argumenten für den Standort Essen zu überzeugen. Düsseldorf ist der maximal zweitbeste Standort.“

Der Künstlerverein DFI, ein Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts, freute sich, dass die Einrichtung am Düsseldorfer Ehrenhof realisiert werden soll. „Mit dem Deutschen Fotoinstitut soll ein Kompetenz- und Forschungsnetzwerk zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Fotografie entstehen, welches neue Denkansätze fördert, Fachwissen vermittelt und als offenes Haus den Herausforderungen des sich immer komplexer darstellenden Mediums auf Höhe der Zeit begegnet“, teilte der Verein mit. „Sein Ideal ist die umfassende Förderung der Diskussion dringender Fragestellungen von Fotografie und ihrer medialen Kontexte.“

dpa