Kurzfristige Entscheidung: Verkaufsoffener Sonntag am 15. Mai in Düsseldorf

Der 15. Mai ist in vier Düsseldorfer Stadtteilen ein verkaufsoffener Sonntag. Die Entscheidung ist kurzfristig gefallen. Die Gewerkschaft Verdi ist fassungslos.
Düsseldorf Königsallee einkaufen
Menschen schlendern über die Königsallee in Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Düsseldorf Königsallee einkaufen
Menschen schlendern über die Königsallee in Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Was erst am Montag entschieden wurde, soll bereits am Sonntag umgesetzt werden: Der 15. Mai ist in vier Düsseldorfer Stadtteilen kurzfristig zum verkaufsoffenen Sonntag ernannt worden. Der Einzelhandel darf von 13 bis 18 Uhr öffnen. Anlass ist der Nachholtermin der Messe ProWein.

Einen Antrag auf den verkaufsoffenen Sonntag am 15. Mai hatte die CDU bereits Anfang April gestellt – allerdings nur für die Stadtmitte, Altstadt und Carlstadt. Nun kommt noch Kaiserswerth dazu. Die Öffnung hat der Handelsverband kurzfristig erbeten. Jeder Verkaufstag sei jetzt wichtig, sagte Sprecherin Carina Peretzke der „Rheinischen Post“ mit Blick auf die Corona-Lockerungen. Wegen des Zeitdrucks und der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung von Kirchen, Gewerkschaften und Kammern habe es allerdings eines Eilbeschlusses im Hauptausschuss bedurft.

Verkaufsoffener Sonntag in Düsseldorf am 15. Mai: Verdi-Klage?

Trotz eines klaren Abstimmungsergebnisses für die Durchführung des verkaufsoffenen Sonntags – 13 Ja-Stimmen standen fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung gegenüber – war die Stimmungslage dort gemischt. „Dem Handel geht es derart schlecht, dass wir helfen sollten“, sagte Manfred Neuenhaus von der FDP dem Blatt. Gegenstimmen kamen zum Beispiel aus der SPD und von den Linken. Während Julia Marmulla von der Linkspartei auf die NRW-Landtagswahl am selben Tag hinwies und dieses „Zusammentreffen“ als „gravierend“ betitelte, hielt SPD-Fraktionschef Markus Raub die ProWein schlicht nicht für einen „ausreichenden Anlass“.

Dieser Meinung ist auch die Gewerkschaft Verdi. Der RP-Redaktion gegenüber zeigte sich Geschäftsführerin Stephanie Peifer fassungslos. Aus ihrer Sicht ist es zudem fehlerhaft, dass nur der Ausschuss entschieden hat. Peifer ist sich sicher: Der Wille des Handels soll rechtlich durchgedrückt werden. Verdi erwäge nun eine Klage.

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