Krankenhäuser in Düsseldorf vor dem Kollaps: Intensivbetten dicht, Personal am Limit

Laut Oberbürgermeister Stephan Keller sind 98 Prozent der Intensivbetten in Düsseldorf belegt. Noch schwerwiegender ist das Personalproblem: Aufgrund der raschen Verbreitung von Omikron fallen aktuell jede Menge Mitarbeiter aus, weil sie entweder selbst erkranken oder als Kontaktperson in Quarantäne müssen.
Krankenhaus Intensivstation Beatmung
Foto: Peter Kneffel/dpa
Krankenhaus Intensivstation Beatmung
Foto: Peter Kneffel/dpa

Nicht nur die Intensivbetten werden in den Düsseldorfer Krankenhäusern knapp, auch das Personal kämpft mit den heftigsten Ausfallzahlen seit Beginn der Pandemie. Dabei spielt allen voran Omikron eine große Rolle: Ein Großteil des Personals ist bereits selbst erkrankt, oder musste in Quarantäne.

Die Feststellung, dass die meisten Intensivbetten aktuell nicht von Covid-Patienten belegt sind, dürfte den Ärzten und Pflegern vor Ort kaum weiterhelfen. Hier kämpft man um jede freie Sekunde zum Durchatmen, die Aussichten auf die nächsten Tage ersticken jeglichen Optimismus im Keim. Immerhin wird hier gegen mehr als „nur“ Covid gekämpft – tagein und tagaus.

Wie ein UKD-Sprecher der Redaktion von RP Online auf Anfrage mitteilte, waren bereits am Montag (17. Januar 2022) über 80 Mitarbeiter am Universitätsklinikum in Düsseldorf Bilk positiv auf das Corona-Virus getestet, rund 20 weitere mussten als Kontaktperson in Quarantäne. Das geht an die Substanz.

In anderen Kliniken in Düsseldorf sieht es kaum besser aus. Auch hier verzehrt Omikron jede, ohnehin bereits knappe Personalreserve. Das Evangelische Krankenhaus in Unterbilk etwa rechnet aktuell mit einem Durchschnitt von drei neuen Covid-19-Fällen unter den Mitarbeitern pro Tag (!), über 30 Mitarbeiter befinden sich bereits in Quarantäne.

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Omikron-Notfallplan liegt vor

Um den Betrieb überhaupt noch aufrecht zu erhalten, wurde bereits im Dezember ein „Omikron-Notfallplan“ entwickelt, wie Krankenhausdirektor Holger Stiller RP Online mitteilte. Demnach soll sich das arbeitsfähige Personal zukünftig allen voran auf Bereiche wie die Intensivstation, Notaufnahme, Notfall-OPs und die Geburtshilfe konzentrieren.

Dennoch sieht es besonders auf den Intensivstationen düster aus: Laut Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) waren am Donnerstag 98 Prozent der Intensivbetten belegt – Corona-Patienten und alle weiteren Fälle werden in dieser Zahl zusammengefasst. Die Kliniken betonen derweil, dass man auf die Knappheit reagieren könne – was bei den Personalausfällen zumindest eine Augenbraue nach oben wandern lässt. Immerhin: „Nur“ 32 von 130 Covid-Patienten belegen aktuell ein Intensivbett, 22 davon müssen beatmet werden. Wo Omikron dem Krankenhauspersonal Handschellen anlegt, zeigt sich die Virusvariante auf der Intensivstation vergleichsweise gnädig.

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