Karneval in Düsseldorf: OB Keller fürchtet Überlastung der Krankenhäuser

Zu Karneval verwandelt sich die Düsseldorfer Altstadt in eine "Brauchtumszone": Selbst mit Booster-Impfung wird hier ein aktueller Corona-Test notwendig. Dennoch werden zahlreiche Jecken erwartet. Oberbürgermeister Stephan Keller mahnt zur Vorsicht.
Karneval Füchschen Düsseldorf 2022
Verkleidet Feiern im Füchschen ist eines der Highlights im Düsseldorfer Karneval. Foto: Ben Liebsch / Tonight.de
Karneval Füchschen Düsseldorf 2022
Verkleidet Feiern im Füchschen ist eines der Highlights im Düsseldorfer Karneval. Foto: Ben Liebsch / Tonight.de

An Altweiber startet auch der Düsseldorfer Karneval traditionell so richtig durch: In diesem Jahr drängen die Jecken am 24. Februar in die Altstadt – auch wenn durch die Corona-Pandemie einiges verändert ist. Viele Veranstaltungen wurden zwart abgesagt, dennoch ist Schunkeln und Spaß haben in der „Brauchtumszone“ ausdrücklich erlaubt. Wie viele Narren und Närrinnen das Angebot unter strengen Corona-Regeln wahrnehmen werden, ist noch nicht abzusehen. Oberbürgermeister Stephan Keller macht sich Sorgen und appelliert an alle Jecken, vorsichtig zu sein.

„Die Situation in den Kliniken ist nach wie vor angespannt. Wir hatten eine sehr, sehr schwierige Woche in den Krankenhäusern in Düsseldorf. Wir haben viele Patienten, wir haben hohe Ausfallquoten beim Personal. Und das wird auch in der Karnevalswoche die Kliniken noch sehr stark belasten. Deshalb mein Appell: Verzichten Sie, wenn möglich, auf große Karnevalsfeiern und warten Sie darauf, dass demnächst dann wieder mehr möglich sein wird“, so Keller gegenüber Antenne Düsseldorf. Seine Sorgen sind nicht unberechtigt, bereits Ende Januar stand das System kurz vor dem Kollaps.

„Brauchtumszone“ wird gerne missverstanden

Derweil bleibt die Frage: Wo lässt es sich zu Karneval in Düsseldorf überhaupt feiern? Fast alle offiziellen Feiern, Partys und Bälle wurden abgesagt. Der Rosenmontagszug soll erst am 29. Mai durch die Innenstadt ziehen, das designierte Prinzenpaar hat die Zeremonie auf Mitte November verschoben.

Die in der Altstadt eingerichtete Brauchtumszone ist kein Garant für wilde Partys. Der ursprüngliche Gedanke dahinter: Ein stärkeres Reglement des Straßenkarnevals. Nun aber verlagern sich die Feiern in die Kneipen, Bars und Clubs – immerhin unter strengen 2G-Plus-Regeln. Aber können diese in so einem Umfang ausreichend kontrolliert werden?

Die Düsseldorfer Wirte sind alles andere als erfreut über die „Brauchtumszone“. Viele von ihnen hätten sich beispielsweise eine Öffnung der Terrassen gewünscht, um den befürchteten Zulauf in die Innenräume zu entzerren.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Angesichts der Omikron-Welle und der hohen Belastung der Normalstationen in den Krankenhäusern schließe ich mich ausdrücklich dem Appell von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an, auf große Feiern zu verzichten […]. Tatsächlich geht es bei den […] Brauchtumszonen nicht darum, Straßenkarneval zu ermöglichen, sondern Zusammentreffen von Närrinnen und Narren stärker zu reglementieren.“

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Diese Regeln gelten in der Düsseldorfer „Brauchtumszone“

Zur reglementierten Brauchtumszone gehört der zentrale Bereich der Düsseldorfer Altstadt. Die verschärften Regeln gelten dort von Donnerstag bis Dienstagmorgen (24. Februar bis 1. März). Am Sonntag gilt auch die Königsallee als Brauchtumszone.

  • Wer in die Altstadt will, muss zwingend die 2G-Plus-Regel beachten. Von der Testpflicht ausgenommen sind Geboosterte. Im Freien entfällt die Maskenpflicht dort, wo der Abstand eingehalten werden kann. Insgesamt dürft ihr euch maximal mit zehn Leuten in einer Gruppe befinden. Beachtet zudem das Glasverbot im Freien (Bierflaschen).
  • In Innenräumen gilt ebenfalls die 2G-Plus-Regel, auch für Geboosterte mit Corona-Test. Tanzen und Schunkeln sind erlaubt, zudem gibt es keine Begrenzung der Gruppengröße. Außerhalb vom Sitzplatz gilt Maskenpflicht.
  • In der gesamten Zone ist eine gezielte Außenbeschallung, Außengastronomie auf Terrassen oder an Bierwagen sowie Bühnen oder sonstige Veranstaltungen oder Darbietungen verboten.

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