Eilantrag: Düsseldorfer Gastronom Walid El Sheikh klagt gegen Club-Schließung

Der Düsseldorfer Gastronom Walid El Sheikh will die Club- und Discotheken-Schließung kippen: Er klagt gegen die neue Corona-Maßnahmen des Landes NRW.
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Foto: Denise Breidbach

Großgastronom Walid El Sheik hat Montagvormittag per Eilantrag Klage beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingereicht. Der Düsseldorfer geht damit gegen die Club- und Discotheken-Schließung aufgrund der neuen Corona-Verordnung vor: NRW hatte die neuen Maßnahmen zur Überraschung vieler Wirte schon ab dem 4. Dezember angeordnet – und damit mussten alle entsprechenden Locations um Mitternacht schließen, viele Betriebe machten erst gar nicht auf.

Walid El Sheikh gehören neben dem Restaurant Paradise Now im Hafen vier Lokale in der Düsseldorfer Altstadt – darunter die beliebte Bar Sir Walter an der Heinrich-Heine-Allee und das Oh Baby Anna. Nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie, mehreren Lockdowns und Regeln-Änderungen ist jetzt alles wieder dicht. Walid El Sheikh ist sehr enttäuscht und überrascht über das zweierlei Maß messen der Politik, der Clubs und Bars egal seien. „Wir haben alle Vorgaben umgesetzt, zuletzt 2G-Plus. Die Gäste waren geimpft oder genesen und getestet – doch auch das reicht nicht!“

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Dafür komme dann auf die Schnelle die Umsetzung der neuen Corona-Maßnahmen – und hier setzt auch El Sheikhs Klage an: „Die Verhältnismäßigkeit in der Sache ist nicht gegeben, deshalb gehe ich jetzt gegen die Schließung vor!“ Mit dem Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Münster ging auch die Bitte des Düsseldorfers ein, die Klage möglichst innerhalb von 48 Stunden zu prüfen. Finanziell unterstützt wird er dabei vom Hotel- und Gaststättenverband.

Walid El Sheikh zu den Clubschließungen: „Ein Tod auf Raten“

Schon einmal hatte der Gastronom sich mit einer Klage gegen Corona-Maßnahmen gewehrt: Vor über einem Jahr wollten er und andere Wirte die Sperrstunde kippen – erfolglos. Im November 2020 folgte dann der zweite Lockdown.

Ob es dieses Mal anders wird, kann auch Walid El Sheikh nicht beantworten. Er befürchtet, dass sich die Partys jetzt wieder in die Privaträume verlagern – mit entsprechend höherem Infektions-Risiko. Mit seinem Team arbeitet er an alternativen Konzepten für die Locations. So werden die Boston Bar und Elephant Bar weiter mit 2G-Plus-Regel geöffnet sein – hier gibt es dann aber nur Getränke und Hintergrundmusik. Auch für das Sir Walter prüft der Gastronom eine Lösung.

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„Wirtschaftlich gesehen machen diese Öffnungen keinen Sinn, hier geht es vor allem darum, dass wir unsere Mitarbeiter weiter beschäftigen“, erklärt Walid El Sheikh. Und fügt hinzu: „Was hier abläuft, ist der Tod auf Raten einer gesamten Branche!“