Düsseldorfer Senioren haben Angst vor kalten Wohnungen im Winter

Rentner in Düsseldorf sind besorgt vor dem kommenden Winter. Sie haben Angst, in viel zu kalten Wohnungen sitzen zu müssen.
Rentnerin Seniorin Geld Platzhalter
Foto: Shutterstock / Matej Kastelic
Rentnerin Seniorin Geld Platzhalter
Foto: Shutterstock / Matej Kastelic

Die Gas- und damit verbundene Energiekrise, die im Herbst auf Deutschland, Nordrhein-Westfalen und Düsseldorf zurollen könnte, verängstigt die Senioren in der Landeshauptstadt. Sollte die Raumtemperatur tatsächlich gedeckelt werden auf zum Beispiel 18 Grad, jagt es bereits jetzt Menschen jenseits der 60 einen kalten Schauer über den Rücken.

Das sei nicht auszuhalten, bekräftigt eine 88 Jahre alte Seniorin gegenüber der „Rheinischen Post“. Sie hat daher bereits mit einem Elektro-Lüfter vorgesorgt. Insgesamt 160.000 Menschen über 60 Jahre wohnen in Düsseldorf und deren Sorgen seien enorm, bekräftigt auch die Vorsitzende des Seniorenrats Ulrike Schneider. Sie befürchtet eine soziale Schieflage und dass die Maßnahmen, um Energie zu sparen, auf dem Rücken der älteren und vor allem ärmeren Bevölkerung ausgetragen wird.

Auch ein Haustechniker bezeichnet die Pläne der Regierung als „weltfremd“. Krankheiten wie Lungenentzündungen seien in zu kalten Wohnungen dann nicht mehr zu vermeiden, warnt er. Gleichzeitig seien alte Kamine ebenso wenig so einfach zu reaktivieren, weil dann gegen Grenzwerte für Feinstaub verstoßen werde. Und Elektroheizungen kosten wiederum viel Geld – entweder in der Anschaffung oder im Betrieb. Dann würden Mehrkosten auf die Menschen zukommen. Ein Dilemma für viele Personen.

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Der Geschäftsführer des Düsseldorfer Mietervereins Claus Nesemann hofft daher, dass eine Deckelung der Raumtemperatur nur das aller letzte Mittel sein wird. Ansonsten sieht auch er gesellschaftliche Probleme. Denn wenn es sich mancher leisten kann, seine Wohnung etwas wärmer zu halten, andere wiederum nicht, ruft das ebenfalls Probleme hervor. Zudem warnt er davor, dass dann im Winter weniger gelüftet wird. Die Folge: Mehr Schimmelgefahr in alten Mietshäusern.

Das freiwillige Energiesparen ist weiterhin der Schlüssel. Oder wenigstens die Anreize dazu. Für die vielen Rentner aber werden die kommenden Monate wohl nicht einfach werden. Hier ist die Politik weiterhin gefragt, Lösungen anzubieten.