Düsseldorfer Altstadt-Club Silq: Heftiger Vorwurf von Schauspielerin Hunter Schafer – das sagt der Club

US-Schauspielerin Hunter Schafer ("Euphoria") hat schwere Vorwürfe gegen den Düsseldorfer Club Silq erhoben. Ihre Freundin sei von einem Türstehern abgewiesen worden, weil sie transgeschlechtlich sei. Wie der Club darauf reagiert, erfahrt ihr hier.
"Euphoria" Event Los Angeles Hunter Schafer
Die Schauspielerin Hunter Schafer bei einer Veranstaltung von "Euphoria" im Academy Museum. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
"Euphoria" Event Los Angeles Hunter Schafer
Die Schauspielerin Hunter Schafer bei einer Veranstaltung von "Euphoria" im Academy Museum. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Der Vorwurf der Schauspielerin Hunter Schafer gegen den Düsseldorfer Altstadt-Club hat heftige Reaktionen im Netz ausgelöst: Demnach sei ihre Begleiterin am Wochenende an der Tür abgewiesen worden, weil sie transgeschlechtlich sei. Was der Club dazu sagt, erfahrt ihr hier.

Doch was war eigentlich passiert? Die 23-Jährige, die in der HBO-Serie „Euphoria“ spielt, wollte in der Nacht zu Sonntag mit mehreren Leuten in dem Club feiern. An der Tür wurde eine Freundin von Hunter jedoch abgewiesen. Die Schauspielerin war sich sicher, dass ihrer Begleitung der Einlass deshalb verwehrt wurde, weil diese transsexuell sei: Ein entsprechendes Video zu dem Vorfall postete sie dann auf Instagram – und löste damit eine hitzige Diskussion in den sozialen Medien aus.

Hier könnt ihr euch das Video anschauen:

Transphobie-Vorwurf: So bezieht der Club Silq Stellung

Auch der Altstadt-Club Silq reagierte auf die Vorwürfe der Schauspielern mit einem Posting bei Facebook und Instagram. In deutscher und englischer Sprache bezieht der Club Stellung mit den einleitenden Worten: „Wer einen Fehler gemacht hat und nicht korrigiert, begeht einen zweiten“. Und weiter: „Elektronische Musik ist Liebe und nicht Hass. Wer die Grundsätze der elektronischen Musik nicht achte, hat in unserer bunten Welt nichts verloren. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle bei @hunterschafer und Ihrer Begleitung für das Missverständnis an unserer Tür in der Nacht von Samstag auf Sonntag. So etwas hat bei uns nichts zu suchen und darf einfach nicht passieren. Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von jeglicher Form von Diskriminierung.“

 

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Der entsprechenden Security-Mitarbeiter sei umgehend beurlaubt worden. „Wir, das Silq sind und bleiben weiterhin ein LGBT-freundlicher Club und freuen uns auf viele weitere tolle Nächte mit Euch“, lautet der letzte Satz in dem Post.

Auf Nachfrage von Tonight News schildert ein Sprecher des Clubs das Geschehen. Demnach feierte Hunter gegen 2 Uhr bereits im Club. Etwas später erschien dann auch besagte Freundin an der Tür „mit weitgehend vermummten Gesicht“. Der Türsteher bat sie bei der Ausweis-Kontrolle, ihr Gesicht zu zeigen, doch das lehnte die Frau ab. „Deshalb wurde ihr vom dem Security-Mitarbeiter der Zutritt verwehrt.“ Etwas später habe die Schauspielerin dann das Video über Instagram live gesendet mit der Aussage, dass ihre Begleiterin aufgrund ihrer Transsexualität nicht reingekommen sei.

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Gewaltiger Shitstorm in den sozialen Medien

Mittlerweile haben sich laut dem Club-Sprecher viele Gäste beim Silq gemeldet, die bei der Situation vor Ort waren und Hunters Schilderungen widersprechen. Der Club will jetzt gegen das Ganze rechtlich vorgehen, sieht sich ins falsche Licht gerückt: Ein Anwalt ist eingeschaltet, aktuell werden auch die Videoaufzeichnungen von dem Abend geprüft.

Der Türsteher bleibt weiterhin beurlaubt. Dieses geschehe auch zu seinem eigenen Schutz, da es sogar Morddrohungen über die sozialen Kanäle gab. Insgesamt sei der Shitstorm über die sozialen Medien heftig, so der Sprecher. Auch die Rezensionen bei Google sind von einem Tag auf den anderen von vier auf eineinhalb Sterne runtergegangen.

Erst vor wenigen Wochen war es in der Düsseldorfer Hausbar zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Gästen wurde aufgrund ihrer Hautfarbe der Eintritt verwehrt, ein Video in den sozialen Netzwerken löste eine Welle der Kritik aus. Im Rahmen der aktuellen Vorwürfe gegen das Silq werden jetzt ebenfalls Stimmen laut, die dem Club unter anderem ebenfalls eine teils rassistische Türpolitik vorwerfen. Auch hier widerspricht der Sprecher und weist darauf hin, dass die Vielfalt der Gäste ein wichtiger Punkt im Silq sei und eine gute Party ausmache.

Und wie geht es jetzt mit dem Club weiter? „Wir werden am Wochenende ganz normal öffnen und hoffentlich friedlich mit unseren Gästen feiern“, erklärt der Sprecher.