„Unvorhersehbare Umplanung“: So läuft der Bau der neuen S-Bahn-Linie U81

Der Vorschub der Nordsternbrücke läuft planmäßig. Dafür gibt es in Sachen U81 in Düsseldorf an anderer Stelle eine "unvorhergesehene Umplanung".
U81 Düsseldorf Brücke
Mobilitätsdezernent Jochen Kral (li.) und Stephan Ueter, Technischer Projektleiter im Amt für Verkehrsmanagement, vor der neuen Nordsternbrücke für due U81. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Der Vorschub der Nordsternbrücke läuft planmäßig, die Gründungsarbeiten der Brückenanlagen für die neue Stadtbahnstrecke der U81 vom Flughafen Düsseldorf bis zum Freiligrathplatz sind jetzt abgeschlossen. Dennoch steht der genaue Termin der Inbetriebnahme des ersten Bauabschnittes noch nicht fest. Denn: Es gab eine unvorhersehbare Umplanung, die sich aus einer statischen Nachweisrechnung ergeben hat.

Dieser sogenannte Durchstanznachweis konnte erst mit der zurzeit laufenden Ausführungsplanung unter Ansatz sämtlicher bei dieser Konstruktion möglichen Randbedingungen und statischen Varianten geführt werden. Vertraglich festgelegt ist, dass die Tragkonstruktion des zukünftigen Tiefbahnhofes der U 81 am Flughafenterminal die Lasten aus der zukünftigen Flughafenbebauung aufnehmen muss. Entsprechend betrifft die Umplanung den Rohbau und Ausbau des U-Bahnhofes.

Welche Auswirkungen auf den geplanten Eröffnungstermin diese hat, wird sich wohl erst im Frühjahr 2022 zeigen. Die Stadt Düsseldorf verfolgt jedoch weiter das Ziel, die Strecke im Jahr 2024 zu eröffnen. Vorsorglich wird aber ein alternatives Transportszenario für die Fans der EURO 2024, die auch in Düsseldorf stattfindet, erarbeitet.

>> Königsallee Düsseldorf: Die Zukunft der Prachtstraße – ihr könnt mitreden <<

U-Bahnhof Flughafen Terminal entsteht in offener Bauweise

Nichtsdestotrotz schreiten die Bauarbeiten für die Trasse der neuen Stadtbahn-Linie U 81 weiter voran. Inzwischen sind die Gründungsarbeiten für die Brückenbauwerke abgeschlossen. Dies gilt ebenfalls für die Baugruben-Umschließung am Flughafen-Terminal. „Gebaut wird entlang der 1,9 Kilometer langen Strecke an vielen Stellen gleichzeitig“, erklärte Florian Reeh, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement am Mittwoch. So läuft seit Sommer der Vorschub für die neue Brücke Nordstern. Am Ende wird sie sich auf einer Gesamtlänge von 438 Metern über das Flughafengelände nördlich der A44-Ausfahrt im weiten Bogen über den Verkehrsknoten Nordstern bis zum Widerlager an der Lilienthalstraße erstrecken.

Im vollen Gange sind die Arbeiten derweil am Flughafen-Terminal. In der etwa 15 Meter tiefen Baugrube zwischen dem Maritim-Hotel und den Airport-Parkplätzen P 12 und P 25 stehen bereits die Schlitzwände. Sie verhindern, dass Erde in den unterirdischen Bau nachrutschen kann und schützen die Grube vor Grundwasser. Dort entstehen in offener Bauweise der gut 180 Meter lange barrierefreie U-Bahnhof „Flughafen Terminal“ für die U 81 und ein 210 Meter langer Streckentunnel sowie eine Tunnelrampe. Die Bauwerke werden vor Ort in Beton gegossen. Nach Fertigstellung des Rohbaus wird der obere Verbau zurückgebaut und die Baugrube wieder verfüllt.

Aus dem Tunnel kommend werden die Stadtbahnen Richtung Freiligrathplatz auf einer 300 Meter langen Strecke oberirdisch fahren. Über eine Brückenrampe geht es dann auf eine rund 100 Meter lange Brücke. Dort wird die Linie 81 in Höhe Tor 1, dem Hauptzugang für den Flughafen-Betrieb, die Flughafenstraße, einen neuen Radschnellweg und einen Gehweg queren. Weiter wird die Fahrt etwa in Höhe der Feuerwache Nord über einen rund 180 Meter langen Dammabschnitt führen. Er wird als Stahlbetontrog in Hochlage ausgeführt und direkt an die Brücke Nordstern angeschlossen.

Die vorläufigen Gesamtkosten für den Bau der Stadtbahn-Trasse belaufen sich auf rund 256 Millionen Euro. Jedoch ist auch dieses Großprojekt den zurzeit nicht zu kalkulierenden Risiken aus der Pandemie, der allgemein angespannten Marktsituation und der Materialbeschaffungsproblematik unterworfen.

>> Planungen laufen auf Hochtouren: So soll der Heinrich-Heine-Platz in Zukunft aussehen <<