Corona-Demos in Düsseldorf: Chaotische Zustände für Samstag erwartet

Für Samstag (22. Januar) haben sich bereits acht Demonstrationen in Düsseldorf angemeldet, darunter auch ein Aufzug mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Polizei rechnet mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen im Zeitraum von 15 bis 20 Uhr.
Corona-Demo Düsseldorf 8. Januar 2022 7
Foto: Malte Krudewig/dpa
Corona-Demo Düsseldorf 8. Januar 2022 7
Foto: Malte Krudewig/dpa

Die Corona-Demos in Düsseldorf werden fortgeführt: Bereits seit Wochen ziehen die Teilnehmer samstags durch die Stadt, zuletzt demonstrierten über 7.000 Teilnehmer gegen die Maßnahmen der Bundesregierung. Obwohl die Demonstrationen bislang friedlich geblieben sind, kommt der Verkehr zum Zeitpunkt des Aufzugs größtenteils zum Erliegen. Auch für diesen Samstag, den 22. Januar 2022, rechnet die Polizei Düsseldorf mit erheblich Beeinträchtigungen.

Eine der Demos wurde laut Polizei Düsseldorf von einer Privatperson angemeldet. Alleine hierfür sind offiziell 3.500 Teilnehmer angemeldet. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass es gerne dreifach so viele Menschen werden: Am vergangenen Samstag wurden aus 2.500 angemeldeten Teilnehmern schließlich über 7.000.

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Die Corona-Demo startet demnach ab 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz, wo sich die Corona-Gegner versammeln und dann durch die Stadtteile Friedrichstadt, Oberbilk, Stadtmitte, Altstadt und Carlstadt zurück zum Johannes-Rau-Platz ziehen wollen. Die Demonstration ist für den Zeitraum von 15 bis 20 Uhr geplant.

Düsseldorfer Anwohner wollen den Demonstrierenden die rote Karte zeigen

Derweil wächst auch der Unmut derer, die direkt von den Demos betroffen sind: Die Anwohner in den Stadtteilen, aber auch Gastronomen und Händler. Ein Sprachrohr finden sie beispielsweise im Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“, das bereits konkret zu einer Gegen-Demonstration aufgerufen hat. Der Slogan: „Maske auf! Nazis raus!“

Polizeipräsident Norbert Wesseler dürften die Reibereien Sorge bereiten. Bezüglich der neu angekündigten Demos sagt er: „Viele Menschen reagieren mit Unverständnis auf diese Proteste. Das ist nachvollziehbar. Dennoch müssen wir bei aller Emotionalisierung immer rechtsstaatlich handeln. Das Versammlungsrecht ist ein hohes demokratisches Gut, das wir mit viel Personal und hohem Aufwand gewährleisten, unabhängig vom Versammlungsthema.“

Den Hauptteil der Arbeit am Samstag dürfte wieder auf die Polizei zukommen. Die Beamten werden bei insgesamt sieben weiteren Demonstrationen im Einsatz sein, sechs davon sind als Kundgebungen angemeldet, eine als Aufzug mit etwa 100 Teilnehmenden. Dieser startet gegen 13 Uhr am Marktplatz. Auch hier ist damit zu rechnen, dass es zu temporären Verkehrsbeeinträchtigungen im Innenstadtbereich kommen wird.

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Proteste gegen Corona-Maßnahmen in NRW bislang friedlich

Bei allen hitzigen Diskussionen und Reibereien zwischen den Lagern, muss man den bisherigen Demonstrationen eines zugute halten: Sie verliefen (vor allem im Vergleich mit anderen Bundesländern) meist friedlich.  Diese Ansicht teilt auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags: „Da haben andere Bundesländer ganz andere Probleme“. Zudem dankte Reul der Polizei dafür, als „Prellbock und Blitzableiter der Nation“ in die Bresche zu springen, um die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten. „Die machen das verdammt gut und haben die Lage im Griff“, sagte er.

Insgesamt haben in den vergangenen Wochen knapp 153.000 Menschen in NRW an Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen. Vom 11. Dezember 2021 bis zum 10. Januar 2022 registrierte die Polizei 887 Versammlungen des „maßnahmenkritischen Protestmilieus“.

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mit dpa