Düsseldorfer Spionage-Prozess: Taxifahrer als Agent für Türkei verurteilt

Ein Kölner Taxifahrer ist in Düsseldorf wegen Agententätigkeit für die Türkei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Gericht Platzhalter Symbol
Foto: Shutterstock / everything possible
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Mit einem blauen Auge kam ein Kölner Taxifahrer davon. Er ist wegen Agententätigkeit für die Türkei vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte die Spionage-Vorwürfe gestanden und verzichtete am Donnerstag nach dem Urteilsspruch auf Rechtsmittel. In der Strafe enthalten ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz, weil er einem mutmaßlichen Komplizen 200 Schuss scharfe Munition überlassen hatte.

Der 47-Jährige hatte im September 2021 Informationen über zwei in Köln lebende Anhänger der Gülen-Bewegung beschafft und weitergegeben. Das Gericht hielt ihm strafmildernd zugute, dass dies für die Geschädigten keine schwerwiegenden Folgen gehabt habe.

„Ich habe meinem Land nur helfen wollen, aber keinen Ärger gewollt“, hatte er erklärt. „Ich war mir nicht im Klaren, welche Auswirkungen das hat.“ Die türkische Regierung macht die sogenannte Gülen-Bewegung für den Putschversuch in der Türkei von 2016 verantwortlich und geht im eigenen Land gegen Anhänger der Organisation vor.

Die Informationen und die Munition soll er an einen 41-Jährigen weitergegeben haben, der bereits zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden ist. Die Patronen und eine Liste mit Namen und Steckbriefen von Anhängern der Gülen-Bewegung waren im September 2021 in einem Düsseldorfer Hotelzimmer gefunden worden und hatten einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

dpa