Blackout in Düsseldorf: Mit dieser Notfall-Liste seid ihr für den Stromausfall gerüstet

Alles nur reine Verschwörungstheorie oder eine ernstzunehmende Gefahr? Seit einigen Tagen wird auch in Düsseldorf vermehrt über einen möglichen "Blackout" gesprochen. Wir verraten euch, was laut der Notfall-Liste des Bundesamtes für Katastrophenschutz in jedem Haushalt sein sollte.
Vorratskeller
Ein gut gefüllter Vorratskeller. Foto: Shutterstock.com / Alhim
Vorratskeller
Ein gut gefüllter Vorratskeller. Foto: Shutterstock.com / Alhim

Mit einem Blick auf die 650.000 Heizlüfter, die dieses Jahr verkauft wurden, scheinen sich viele Kommunen und städtischen Stromanbieter auf das Schlimmste vorzubereiten. Aber kann das Netz in Deutschland wirklich kollabieren? Das Thema „Blackout“ bleibt ein schmaler Grat zwischen Panikmache und praktischer Vorsorge. Dabei kann es aber nicht schaden im Winter Wasser und Lebensmittel vorrätig zu haben: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verrät, was auf die Notfall-Liste gehört.

Ob es nun zu einem Blackout kommt oder nicht: Im Notfall solltet ihr besser vorbereitet sein. Das gilt nicht nur für einen tagelangen Stromausfall, sondern auch für Unwetter-Katastrophen oder andere Krisen. Vorbereitung ist alles – und sollte nicht zwingend mit „hamstern“ und paranoider Weltsicht gleichgesetzt werden.

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Blackout in Düsseldorf: Ist ein mehrtägiger Stromausfall möglich?

 

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Auch die Stadtwerke Düsseldorf haben aktuell an vielen Fronten zu kämpfen. Die Preise steigen, da das Gas durch den Krieg in der Ukraine knapp geworden ist. Und so besteht die Möglichkeit, dass im Winter nun vermehrt Heizlüfter in den Häusern zum Einsatz kommen – die dann heftige Folgen haben könnten. Sogar CDU-Parteichef Friedrich Merz warnte bereits offen vor einem möglichen Blackout: „Wenn nur jeder fünfte Gaskunde diesen Winter mit Strom heize, verdopple sich der Strombedarf der privaten Haushalte.“

Ein Stromnetz-Stresstest der Bundesregierung kam kürzlich zu dem Ergebnis, „dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollständig ausgeschlossen werden können“. Dabei ging es um ein Extrem-Szenario, in dem wegen Gasmangels ein Viertel bis die Hälfte der Gaskraftwerke in Süddeutschland ausfallen, zugleich anhaltendes Niedrigwasser den Nachschub für Kohlekraftwerke ausbremst, französische Atomkraftwerke weiter außer Betrieb sind und viele Heizlüfter gleichzeitig genutzt werden.

Experten halten das deutsche Stromnetz allerdings für gut gewappnet. „Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache“, sagte Energieexperte Christoph Maurer vom Beratungsunternehmen Consentec dem Fernsehsender n-tv. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte der „Rheinischen Post“: „Wir sollten jetzt nicht mit Panik reagieren, sondern mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung.“ Die Städte wollten 20 Prozent Gas einsparen. Wenn alle gemeinsam dieses Ziel verfolgten, sehe er eine gute Chance, ohne Blackout durch den Winter zu kommen. Zugleich müsse aber auch Vorsorge betrieben werden; Notstrom-Reserven seien notwendig. „Da tragen im Katastrophenschutz Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung.“

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Blackout Düsseldorf: Diese Konsequenzen hat ein Stromausfall

Bei einem Stromausfall denken die meisten sicher zuerst daran, dass sie jetzt im Dunkeln sitzen müssen. Als nächstes rückt der Fernseher, das Handy und der PC in den Mittelpunkt der Erkenntnis: Hier geht nichts mehr!

Ein Stromausfall (eventuell über mehrere Tage) hat allerdings noch viel weitreichendere Konsequenzen: Züge können nicht mehr fahren und Aufzüge stecken fest. Kühlschränke kühlen nicht mehr, Telefone und Handys fallen aus – und damit irgendwann auch jede Form der Kommunikation nach außen. An einigen Orten kann sogar der Wasserhahn ausfallen. Noch schlimmer: Medizinische Geräte können ihren Dienst verweigern.

Blackout in Düsseldorf: Taschenlampen, Medizin, Lebensmittel – das ist die Notfall-Liste!

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt auf seiner Internetseite praktische Tipps zur Vorsorge und rät: „Generell empfehlen wir Ihnen, sich auf Notsituationen, die oft überraschend eintreten, vorzubereiten.“ Dazu gehören auch ein gut angelegter Lebensmittelvorrat für mindestens 10 Tage und eine praktische Dokumentenmappe.

Diese Lebensmittel reichen für zehn Tage pro Person aus

Im Falle eines Blackouts solltet ihr euren Kühlschrank schnell leeren: Lange wird die Kühlung nicht mehr halten. Fachleute gehen davon aus, dass Gefrierfächer die Lebensmittel auch ohne Strom  für mindestens 24 Stunden frisch halten können, Tiefkühltruhen sogar ganze 50 Stunden.

  • 20 Liter Wasser – also 2 Liter pro Tag und Person.
  • 3,5 kg Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Getreide
  • 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte – gerne auch im Glas oder Dosen (bereits gekocht)
  • 2,5 kg Obst und Nüsse – auch hier am besten gelagert in Dosen oder Gläsern. Bei frischem Obst sollte nur lagerfähiges Obst verwendet werden.
  • 2,6 kg Milch und Milchprodukte
  • 0,357 kg Fette und Öle
  • Sonstiges/nach Belieben – Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Jodsalz, Schokolade, Salzstangen, Hartkekse oder Fertiggerichte (Ravioli, Suppen, etc…).

 

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Kampf gegen die Dunkelheit

Damit ihr nicht komplett im Dunkel hocken müsst, sorgen diese Dinge für Abhilfe:

  • Taschenlampe: batteriebetrieben (mit Ersatzbatterien), solarbetrieben, Kurbeltaschenlampe oder LED-Leuchten – Ersatzbirnen nicht vergessen!
  • Kerzen und Streichhölzer oder Feuerzeuge
  • Camping- oder Outdoor-Lampen: batteriebetrieben (mit Ersatzbatterien), LED-Leuchten oder Petroleumlaternen

Hausapotheke für den Notfall

  • DIN-Verbandskasten
  • vom Arzt verordnete Medikamente
  • Schmerzmittel
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Mittel gegen Erkältungs- und Durchfallkrankheiten
  • Splitterpinzette und Fieberthermometer

Hygieneartikel für den Notfall

  • Seife und Waschmittel
  • Zahnbürsten und Zahnpasta
  • Einweggeschirr (Sets)
  • Haushaltspapier (Rollen)
  • Toilettenpapier
  • Müllbeutel
  • Campingtoilette mit Ersatzbeuteln
  • Haushaltshandschuhe
  • Desinfektionsmittel

Sonstige Helferlein für den Notfall

  • Camping-Kocher mit Brennmaterial
  • Rundfunkgerät (Batteriebetrieben) oder Kurbelradio
  • Wolldecke & Schlafsack
  • Dosenöffner und Taschenmesser

Die komplette Liste vom BBK und viele weitere nützliche Infos findet ihr übrigens auf der Homepage bbk.bund.de.

mit dpa