Für Autos war die Brücke über den Großen Belt von Fünen nach Seeland wegen Starkwinds gesperrt, für Züge nicht. Ein „unbekanntes Objekt“ von einem Güterzug traf einen Personenzug, sagt die Polizei.

Sechs Reisende sind auf einer Brücke über den Großen Belt ums Leben gekommen, als ihr Zug von einem „unbekannten Objekt“ aus einem entgegenkommenden Güterzug getroffen wurde. Weitere 16 Menschen wurden bei dem Zugunglück am Mittwochmorgen auf der Storebælt-Brücke zwischen den Inseln Fünen und Seeland verletzt, teilte die dänische Polizei mit. Wovon genau der Personenzug auf der wegen Starkwinds für den Autoverkehr in der Nacht gesperrten Brücke so folgenschwer getroffen wurde, war zunächst nicht geklärt.

In ersten Berichten hieß es, eine Plane von einem Güterwaggon habe sich gelöst und den Personenzug getroffen, was bei diesem eine Bremsung ausgelöst habe. Polizeisprecher Arne Gram sprach von einem „unbekannten Objekt“, machte dazu aber keine näheren Angaben. Der dänische Fernsehsender TV2 berichtete, wahrscheinlich sei ein Container von dem Güterzug heruntergefallen. Dazu wollte sich die Polizei nicht äußern. Ein weiterer Polizeisprecher, Lars Bræmhøj, sagte, am Personenzug sei „beträchtlicher Schaden“ entstanden. Was genau den verursacht habe, wisse man noch nicht.

Fotos von der Unglücksstelle zeigten eine zerrissene Plane und dass ein Teil der Ladung Bier war. Ein Sprecher der Brauerei Carlsberg, Kasper Elbjørn, bestätigte, dass der Zug mit Fracht aus seinem Unternehmen unterwegs war.

Einer der Reisenden in dem Personenzug, Jesper Nielsen, sagte TV2, es habe auf der Brücke plötzlich einen lauten Knall gegeben und dann habe der Zug schnell gebremst. Die staatliche Bahngesellschaft DSB teilte mit, ihre Ermittler arbeiteten mit der Polizei bei der Aufklärung des Unfalls zusammen. Der Personenzug war von Odense nach Kopenhagen unterwegs, der Unfall auf der Brücke ereignete sich gegen 8 Uhr.

Die Storebælt-Brücke gehört zu einer Verbindung aus zwei Brücken und einem Tunnel zwischen den Inseln. Das Verkehrssystem war in der Nacht zum Mittwoch wegen starken Windes für Autos gesperrt, Züge konnten aber passieren. Der Autoverkehr über den Großen Belt wurde am Mittwoch mit einem Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde wieder aufgenommen.

Der Fernsehsender TV2 zeigte Aufnahmen eines Frachtzugs, dessen Abdeckplane zerrissen war. Die Eisenbahngesellschaft sagte dem Sender, der Passagierzug sei auf dem Weg von der Stadt Odense nach Kopenhagen gewesen.

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(dpa)