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Haben fehlende Lkw-Fahrer daran Schuld, dass wir bei Aldi, Lidl und Co. bald nicht nichts mehr zu essen finden? So drastisch wird’s wohl kaum, aber der wachsende Mangel an Lastwagenfahrern könnte nach Einschätzung von Experten künftig die Versorgung von Supermärkten zumindest gefährden.

„Die Wirtschaft verlangt einerseits nach immer mehr Transportleistung. Dem gegenüber stehen andererseits ein überalterter Arbeitsmarkt an Kraftfahrern und die schwache Nachwuchslage“, sagte der Vorsitzende des ADAC Mittelrhein, Klaus Manns, laut Redetext anlässlich des gemeinsamen Truck Symposiums von ADAC Mittelrhein und TÜV Rheinland am Freitag beim 33. Truck-Grand-Prix am Nürburgring in der Eifel. „Auf jährlich 50.000 neue Rentner bundesweit kommen lediglich 10.000 Berufsanfänger.“

Er schlägt für Lkw-Fahrer „zeitgemäße, individualisierte Arbeitsmodelle“ mit zusätzlichen Sozialleistungen und mehr Berücksichtigung von Familie und Freizeit vor. Der Job müsse auch für Frauen attraktiver werden. „Es braucht mehr und sichere Stellplätze und mehr Sozialangebote für die Kraftfahrer vor Ort, damit die Zeiten des stressigen Parkplatzsuchens und unwürdigen Schlafens in naher Zukunft vorbei sind“, so Manns weiter.

Das üble Image des Kraftfahrers

Jürgen Brauckmann vom TÜV Rheinland sagte laut Manuskript: „Das Image des Kraftfahrers hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert.“ Der Einsatz geringer bezahlter Fahrer aus Osteuropa habe langfristig negative Folgen. Durch diese Entwicklung habe die Branche zwar internationaler Konkurrenz und sinkenden Transportpreisen kurzfristig entgegenwirken können. „Aber sie machte aus dem arbeitsintensiven Beruf des Kraftfahrers einen Niedriglohnjob, für den sich hierzulande immer weniger Menschen interessieren.“ Die Bezahlung müsse sich verbessern.

Der Vorsitzende des Bundesverbands Paket und Expresslogistik, Florian Gerster, forderte die „konsequente Hinführung von Arbeitslosen durch die Bundesagentur für Arbeit auf den Beruf des Lkw-Fahrers“. (dpa)