Foto: amirraizat/shutterstock
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Jonathan Peniket aus England hat das gesamte Geld, das seine Eltern und Großeltern für ihn beiseite gelegt haben, für Packs im Videospiel FIFA ausgegeben. Die Krebsdiagnose seiner Mutter trieb ihn in die Sucht.

Die sogenannten Lootboxen beim beliebten FIFA-Modus Ultimate Team sind ein kontroverses Thema. Nicht wenige vergleichen das System der Packs, die gegen Echtgeld geöffnet werden können, mit Glücksspiel. Wie gefährlich diese Lootboxen sein können, zeigt das Beispiel des 21 Jahre alten Jonathan Peniket aus England.

Videospiele waren schon immer Penikets Ding. Bereits im Kindesalter begann er, die Fußballsimulation FIFA zu zocken. Zum ersten Mal habe er dann im Jahr 2012 Geld für Packs bei Ultimate Team ausgegeben, berichtete Peniket der „BBC“. Richtig schlimm wurde es dann im Jahr 2017, als seine Mutter eine Krebsdiagnose erhielt. Er habe einen Weg gesucht, mit der schwierigen Situation klarzukommen. Das Öffnen von Packs habe ihn abgelenkt.

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Irgendwann gab Peniket jedoch immer mehr Geld für die Packs aus. Anfangs habe er vier oder fünfmal am Abend 80 Pfund ausgegeben – bis das Geld irgendwann ausging. Geld, das seine Eltern und Großeltern eigentlich für seine Ausbildung vorgesehen hatten. „Ich habe fast 3000 Pfund verprasst“, so Peniket. Das entspricht rund 3300 Euro.

FIFA 20 FUT Ultimate Team Pack Opening Packs Luis Suarez Walkout
Luis Suarez wird aus einem Pack gezogen. Die Freude beim Ziehen eines guten Spielers kann süchtig machen. Foto: Screenshot YouTube/FifaGoalsUnited

„Ich kann mich noch daran erinnern, als ich meine Eltern zum ersten Mal fragte, ob ich Geld haben kann, um Packs zu kaufen. Ich war frustriert, als mein Vater sagte, dass es sich um Glücksspiel handelt.“

Heute weiß es Peniket besser: „Damals fand ich die Aussage lächerlich, auch wenn ich verstanden habe, dass die Chance, meine favorisierten Spieler zu ziehen, niedrig waren.“

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Spielehersteller Electronic Arts macht mittlerweile seinen Hauptumsatz mit sogenannten Lootboxen. Beim beliebten FIFA-Modus Ultimate Team können gegen Echtgeld FIFA Points erworben werden. Mit den FIFA Points werden wiederum Packs geöffnet, deren Inhalte sind aber vor dem Öffnen unbekannt sind – es können schwache Spieler enthalten sein, aber auch echte Volltreffer, die der Traum eines jeden FIFA-Zockers sind.

In Belgien wurde der Verkauf von FIFA Points im Januar 2019 gestoppt, Lootboxen als Glücksspiel deklariert. EA Sports sieht das jedoch anders und wehrt sich gegen den Glücksspiel-Vorwurf. Sie argumentieren, dass man den Ultimate-Team-Modus auch kostenlos spielen kann und dass der Einsatz von Echtgeld lediglich optional sei.