Datteln 4 Protest Greenpeace
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Im Streit um den Kohleausstieg wollen Umweltschützer weiter das Kraftwerk Datteln in den Fokus rücken. Diesmal kam Greenpeace mit Projektoren und warf das Porträt eines finnischen Konzernchefs auf den Kühlturm.

Die Proteste gegen eine Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 sind auch am Mittwoch weitergegangen. Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace projizierten am frühen Morgen eine in Flammen stehende Erdkugel auf den Kühlturm des Kraftwerks. Auch der Spruch «Kohle zerstört unsere Zukunft» war zu lesen. «Es ist grotesk, dass trotz beschlossenen Kohleausstiegs mit Datteln 4 noch ein weiteres Kohlekraftwerk in Betrieb gehen soll», sagte Greenpeace-Klimaexpertin Anike Peters zu der Aktion.

Bundesregierung und NRW-Landesregierung betonen dagegen, dass für das moderne Kraftwerk in Datteln im Gegenzug ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen. Dadurch würden die zusätzlichen Kohlendioxidemissionen von Datteln 4 kompensiert.

Greenpeace projizierte ein Porträt von Pekka Lundmark, dem Chef des finnischen Fortum-Konzerns auf den Kühlturm. Fortum ist Großaktionär des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper, dem Datteln 4 gehört. Die Kohlegegner versuchen über den finnischen Staat, der Mehrheitsaktionär von Fortum ist, Druck aufzubauen. Finnland selbst plant, schon 2029 keinen Kohlestrom mehr zu erzeugen.

Was kam der CDU aufgrund einer Aktion von Umweltschützern abhanden?

Die am Dienstag nach einer Besetzung von Teilen des Kraftwerks in Polizeigewahrsam genommenen elf Kohlegegner sind wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Recklinghausen habe einen Antrag abgelehnt, die Personen länger festzuhalten, sagte eine Polizeisprecherin. Von den sieben Männern und vier Frauen sei bislang niemand identifiziert worden. Sie hätten sich ihre Fingerkuppen verklebt, teilweise auch eingeritzt. Gegen alle werde wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 soll entgegen einer Empfehlung der Kohlekommission im Sommer ans Stromnetz gehen. Derzeit läuft es zeitweise im Probebetrieb. Die Folgen des Anschaltens von Datteln 4 sind umstritten. Aus Sicht von Umweltverbänden könnte der billige Kohlestrom aus Datteln umweltfreundlichere Alternativen vom Markt drängen. Der Kraftwerksbetreiber Uniper hatte angekündigt, bis Ende 2025 seine übrigen Steinkohlekraftwerke abzuschalten.

Quelle: dpa