Wissenschaftler erklären: So könnte Omikron die Corona-Pandemie bald schon beenden

Immer mehr Daten und Studien deuten auf ein Ende der Corona-Pandemie hin zu einer Endemie. Im Fokus stehen dabei weiterhin die Erkenntnisse der Omikron-Variante.
Corona Test Stäbchen
Stäbchen in der Hand – ein Mitarbeiter nimmt einen Corona-Test vor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Immer mehr Daten und Studien deuten darauf hin, dass Omikron nicht nur viel milder als die Delta-Variante ist, sondern auch in die Endemie führen könnte. So zeigen neue Daten aus Großbritannien, dass die Zahl der Neuinfektionen mit Corona auf der Insel zurückgehen. Auch steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen nicht, stattdessen stagniert sie.

Damit wird erneut die Einschätzung bestätigt, die auch in Südafrika vor einigen Wochen zu beobachten war. Nur war damals noch die Frage, ob man Südafrika mit Deutschland vergleichen könne. Da sich aber gleiches nun auch in Großbritannien zuträgt, scheinen sich die positiven Annahmen zu bestätigen.

Daten sprechen für eine Entspannung durch Omikron

Bei „Bild“ erklärte der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr: „Wir sahen schon in den vergangenen Wellen, dass die Geschwindigkeit zunimmt. Es gibt einen immer steileren Anstieg mit einem höheren Peak. Und ich prognostiziere: auch einen schnelleren Abfall.“

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In Christian Hesse äußert sich auch ein Statistiker bei „Bild“ und erklärt: „In der jetzigen Phase sind sehr viele Menschen empfänglich für Omikron. Das liegt daran, dass circa 25 Prozent der Bevölkerung ungeimpft sind und bei einem weiteren Teil der Impfschutz bereits wieder erheblich abgenommen hat, weil die Boosterung noch nicht vorgenommen wurde. Bei rasantem Anstieg nimmt aber auch der für das Virus empfängliche Teil der Bevölkerung vergleichbar schnell ab. Dieses Szenario hat Südafrika bereits um den Jahreswechsel durchlaufen.“

Dieses Muster wird erkennbar: Erst steigt die Inzidenz rasant, nur um dann auch schnell wieder zu sinken. Erleichternd nehmen die Wissenschaftler dabei zur Kenntnis, dass trotz hoher Infektionsraten die Krankenhauseinweisungen und Todesfälle nicht in gleichem Maße zunehmen. Vielmehr sanken die Zahlen sogar, es war eine abnehmende Zahl an schweren Verläufe zu beobachten.

Man nähere sich dem Ende der Pandemie, Epidemiologe Stöhr. Auch Virologe Christian Drosten sieht einen Silberstreif am Horizont und erklärte in seinem NDR-Podcast: „Wir werden ganz sicher auch eine steile Welle sehen, aber ich glaube, wir sind insgesamt auf einem Weg, so sagen wir mal Richtung Ostern, wo wir viele Möglichkeiten noch haben.“

Soll die Corona-Kontaktnachverfolgung eingestellt werden?

Bestätigt werden viele der Annahmen auch durch eine Studie aus den USA der Gesundheitsbehörde CDC. Diese besagt, dass die Omikron-Variante um 91 Prozent weniger tödlich ist, als die Delta-Variante. Auch die Wahrscheinlichkeit, mit Omikron auf der Intensivstation zu landen, sei um 74 Prozent geringer.

„Der Druck auf die Kliniken wird nicht proportional zu der Inzidenz zunehmen; gegenwärtig ist er sogar rückläufig. Gleichzeitig werden durch die vielen Fälle immer mehr Menschen natürlich immunisiert“, so Stöhr. Im Podcast „Die Wochentester“ des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ führte der Epidemiologe aus: „Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen. Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos.“

Der beste Weg aus der Pandemie wäre nach Stöhrs Worten hingegen, wenn sich Geimpfte infizierten. „Im Paket wird es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben“, sagte der Wissenschaftler. „Die Kombination aus Impfschutz und Infektion ist eigentlich der Weg.“

Der Virologe Hendrik Streeck, spricht bei „Bild“ von einem „Sweetspot“. Das bedeute, dass das Verhältnis der Ansteckungsgefahr zur Gefährlichkeit der Verläufe ein optimales Verhältnis erreicht. Da inzwischen zehn Studien aus sieben verschiedenen Ländern alle die gleichen Hinweise geben, könnte damit bald der endemische Abschnitt erreicht werden.

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mit dpa