Kim Jong-un
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Es sind Bilder, die um die Welt gehen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erklimmt auf dem Rücken eines Schimmels den höchsten Berg des Landes – und lässt sich dabei von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA aufregend in Szene setzen.

Die Bilder erinnern an die Fotos von Russlands Präsident Wladimir Putin aus dem Jahre 2009. Damals machte Russlands Regierungschef Urlaub in der sibirischen Tundra – und ritt mit nacktem Oberkörper und Sonnenbrille auf der Nase auf einem Pferd. Spektakuläre Aufnahmen eines großen Mannes – und dabei so authentisch wie der Körper von Gina-Lisa Lohfink, die aus ihren Schönheits-Operationen bekanntlich kein Geheimnis macht.

Und jetzt also Kim Jong-un auf einem Pferd. „Sein Ritt auf den Berg Paektu ist ein großer, bedeutungsvoller Moment in der Geschichte der koreanischen Revolution“, lässt Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA die westliche und restliche Welt wissen.

Kim Jong-un
Ein schneebedeckter Gipfel, Nebel und ein Mann auf einem Schimmel: Kim Jong-un inszeniert sich. Foto: -/KCNA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Immerhin: Im Gegensatz zu Putin hat er den Wintermantel bei seiner Mission angelassen. Während Putins Aufnahmen eher an Szenen aus einer Survival-Doku erinnern, denkt man bei den Fotos aus Nordkorea eher an „Game Of Thrones“. Die schneebedeckten Berge flüstern dem Betrachter unweigerlich ein dezentes: „Winter is Coming“ zu.

Doch was steckt wirklich hinter den veröffentlichten Bildern? „Nachdem sie die großartigen Momente seines Denkens auf dem Berg Paektu bezeugen durften, waren alle Offiziellen, die ihn begleiteten, voll überfließender Emotion und Freude überzeugt: Es steht eine große Operation bevor, die einmal mehr die Welt in Staunen versetzen und die koreanische Revolution vorantreiben wird“, heißt es weiter von der Nachrichtenagentur.

Kim Jong-un
Kom Jong-un hat auf dem Schimmel den höchsten Berg des Landes erklommen. Foto: -/KCNA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

„Sein Marsch auf dem Pferderücken auf dem Paektu-Berg ist ein großes Ereignis von gewichtiger Bedeutung in der Geschichte der koreanischen Revolution“, hieß es weiter. Die Beamten, die ihn begleitet hätten, seien mit „überschäumenden Emotionen und Freude davon überzeugt, dass es ein großes Vorhaben geben wird, das die Welt verblüffen“ werde.

Wann die Aufnahmen, die Kim unter anderem auf dem Rücken des galoppierenden Pferds zeigen, entstanden, war unklar. Es ist nicht das erste Mal, dass Kim Fotos von sich auf dem Berg an der Grenze zu China machen ließ. In Südkorea wurde spekuliert, dass dem Ausflug zum Paektu, wie schon einige Male vorher, eine wichtige politische Entscheidung folgen könnte.

Kim Jong-un
Grund genug, einmal stolz in die Kamera der staatlichen Nachrichtenagentur zu lächeln. Foto: -/KCNA/dpa

Der 2750 Meter hohe Vulkan wird von Süd- wie Nordkoreanern als heiliger Berg verehrt. Im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt er darüber hinaus auch als Symbol der Herrscherfamilie.

Die Kim-Dynastie ist bereits seit etwa 70 Jahren in dem verarmten, aber hochgerüsteten Staat an der Macht. Als Kim Jong Un Ende 2011 an die Macht gekommen war, hatte er dabei auch den Personenkult um seinen Großvater Kim Il Sung und dessen Sohn Kim Jong Il übernommen.

Quelle: mit Agenturmaterial von der dpa