Einkaufstüte von Hugendubel
Foto: Sven Hoppe/dpa

Er ist der neue „It-Bag“, sagt zumindest die „New York Times“. Die einflussreiche US-Tageszeitung hat zuletzt für einen wahren Hype rund um den Jutebeutel der Buchhandlungskette Hugendubel entfacht – sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der deutschen Hauptstadt.

Er sei „überall“, schreibt die in Berlin lebende Journalistin Mikaella Clements auf ihrer Forschungsreise um den weißen Jutebeutel für die „New York Times“. Personen allen Alters und jeder Gesellschaftsschicht sollen ihn tragen.

Die Struktur ist eigentlich recht simpel, sorgt dennoch für Verwirrung. Auf den hellen Beuteln sind schwarze Zeichen und ein rotes Logo gedruckt – doch was steht da eigentlich? Das rätseln viele, unter anderem auch die Mitarbeiter von Hugendubel.

Sarah Orlandi, Marketingchefin des Unternehmens, vermutet eine alte griechische Schrift. Dem widerspricht Horst Simon, Sprach-Professor an der Freien Universität Berlin: „Man kann weder einen Text noch eine Sprache auf dem Beutel identifizieren.“

Es handele sich um eine „bedeutungslose grafische Darstellung eines Mittelalter-Textes – keinen Text, nicht einmal Buchstaben.“ Die allgemeine Verwirrung ist groß, die Personen, die den Beutel tragen, scheint das aber nicht zu interessieren.

Sie geben der US-Zeitung an, nicht einmal zu wissen, wie sie überhaupt an das Accessoire gekommen sind. Dafür gibt es aber eine klare Antwort: Sie sind in den Hugendubel-Filialen für 1,50 Euro zu kaufen oder alternativ gibt es sie bei einem Einkauf über 50 Euro kostenlos.

Jährlich sollen nach Unternehmensangaben bis zu 120.000 Jutebeutel an den Mann und die Frau gebracht werden. Den gibt es übrigens seit Mitte der 60er-Jahre, wer ihn aber designt hat, ist nicht bekannt.

Im Grunde ist die ganze Geschichte ein ziemliches Kuriosum – der Hersteller weiß eigentlich nicht, was so besonders an dem Beutel sein soll und diejenigen, die ihn tragen, ebenso wenig. Dennoch hat die „New York Times“ den „It-Bag“ noch bekannter gemacht.

Nur 1,50 Euro ausgeben, um seine Sachen zu verstauen – für den englischen Fußball-Profi James Maddison von Leicester City ist das vermutlich undenkbar. Der hat es sich zuletzt mal so richtig gegönnt, einen Hype gibt es noch nicht – aber schaut selbst…