Werbung zur Hodenkrebsvorsorge mit Anny Aurora löst Sexismus-Debatte im Netz aus

Eine Werbekampagne zum Thema Hodenkrebsvorsorge der Techniker Krankenkasse hat gemischte Gefühle im Netz ausgelöst. Von Shitstorm bis Lob ist alles dabei.

Wie und mit wem mache ich am besten ein Video zum Thema Hodenkrebs und zu dessen Vorsorge und bekomme am meisten Aufmerksamkeit? Diese Frage stellte sich wahrscheinlich auch die Techniker Krankenkasse (TK). Am Ende fiel die Wahl auf Anny Aurora, einer Pornodarstellerin aus Köln. Die Reaktionen zum Clip sind gemischt.

„Sexistisch und nicht witzig“ oder „gut gemacht“? Das Aufklärungsvideo hat im Netz viel Kritik, aber auch Zuspruch bekommen. Mit ihrem Clip wollte die TK eigentlich auf die Notwendigkeit der Hodenkrebs-Früherkennung aufmerksam machen. Titel des Videos: „Der life-saving Handjob: So tastet du deine Hoden ab“.

Die Handlung und das Erscheinungsbild des Clips mit einem jungen Mann und der Pornodarstellerin ist anfangs deutlich an den Look von Pornofilmen angelehnt. Etwa nach der Hälfte unterbricht das Video kurz und es wird erklärt, wie man durch Abtasten der Hoden frühzeitig Krebs erkennen kann.

„Sexistisch und nicht witzig“

In sozialen Medien löste die Kampagne eine Debatte aus. „Sexistisch und nicht witzig“, nennt sie etwa Autorin Tara-Louise Wittwer auf Instagram. „Das Video offenbart, wie wenig wir Männern zutrauen“, schreibt ein anderer User auf Twitter.

 

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Verteidigt wurde das Video unter anderem vom FDP-Politiker Konstantin Kuhle: „Statt in borniert-spießiger Weise über die erfolgreiche Hodenkrebs-Aufklärung der Techniker Krankenkasse zu schimpfen, sollten wir denen gleich die ganze Verantwortung für die Werbung zur Corona-Impfung übertragen! Good Job“, schrieb Kuhle in einem Tweet.

Die TK selbst äußerte sich ebenfalls in einem Statement: „Eines möchten wir vorweg gerne deutlich machen: Diversität, Gleichstellung und respektvolles Miteinander sind uns sehr wichtig.“ Man habe „bewusst einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt und die Aufklärung darüber in einem pornografischen Umfeld platziert.“ Allerdings sorgte auch dieses Statement wiederum für Aufregung. Ein User etwa schrieb auf Instagram: „Diese Stellungnahme macht es nur noch schlimmer!“

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dpa