Kein Unwetter, keine Terrorwarnung dafür viel Musik und gute Stimmung: Entspannt haben Zehntausende Besucher bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ gefeiert. Nach Jahren mit Gewitter-Verletzten und zuletzt einem Terroralarm stehen bei „Rock am Ring“ wieder Musiker im Fokus. Und auch das Wetter spielte mit.

Am Freitag war das Zwillingsfestival in der Eifel und im rund 400 Kilometer entfernten Nürnberg gestartet. Während die Fans am Nürburgring zu Beginn mit Regen zu kämpfen hatten, freuten sich die Besucher auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg bis Sonntag über frühsommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein.

Heftiger Regen hatte in der Eifel schon in der Nacht zum Freitag einige Zelte der bereits angereisten „Ring“-Rocker unter Wasser gesetzt. Doch auch an der legendären Rennstrecke besserte sich das Wetter bis zum Sonntag allmählich. Polizei und Sanitäter zogen am Nachmittag vorerst ein positives Fazit. So entspannt war es auf dem Festivalgelände aber nicht immer.

2015 und 2016 hatte „Rock am Ring“ auf der ebenen Fläche des Flugplatzes Mendig nicht nur mit Musik, sondern auch mit Blitzschlägen und vielen Verletzten Schlagzeilen gemacht. Der Nürburgring gilt mit Gebäuden und Hügeln bei Gewittern als etwas weniger gefährdet.

Rock am Ring 2017: Aufregung nach Terrorverdacht

2017 sorgte ein irrtürmlicher Terrorverdacht für Aufregung. Die Atmosphäre wirkte in diesem Jahr entspannt. Auf die Frage an „Rock am Ring“-Gründer Marek Lieberberg, ob nun endlich wieder Normalität eingekehrt sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Solange nicht wieder der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz hier aufschlägt, bin ich entspannt.“

Ein Polizeisprecher sagte: „Wir sind sehr zufrieden. Es ist ein friedliches Festival mit guter Stimmung.“ Einige Körperverletzungen, einige Diebstähle aus Rucksäcken und Zelten – all dies sei wenig für ein Spektakel mit rund 70 000 Besuchern. Bei „Rock im Park“ sah die Lage ähnlich aus.

Insgesamt standen rund 80 Bands bei dem dreitägigen Musikspektakel auf dem Programm. Die Musiker spielten abwechselnd auf beiden Veranstaltungen. Headliner waren die Rocker der US-amerikanische Rockband Foo Fighters, die britischen Rock-Giganten von Muse, die Alternative-Rock-Band Thirty Seconds To Mars mit Frontmann Jared Leto sowie die britischen Gorillaz. Aber auch Schock-Rocker Marilyn Manson und Rapper Casper begeisterten die Massen. „Es ist uns eine Ehre, für euch spielen zu dürfen“, rief Casper Samstagabend auf dem Nürnberger Zeppelinfeld der Menge auf zu.

Viele tausend Besucher campierten in einer großen bunten Zeltlandschaft beim Nürburgring und rund um das Zeppelinfeld. Schon Stunden vor den ersten Auftritten auf den jeweils drei Bühnen ging in vielen Camps die Party schon los.

Ausverkauft waren beide Spektakel diesmal laut Veranstaltern mit jeweils rund 70.000 Fans nicht – im Gegensatz zum vergangenen Jahr mit zusammen 175 000 Besuchern. Besucher erklärten das damit, dass ganz große Headliner wie etwa Red Hot Chili Peppers und Metallica diesmal fehlten. Die Veranstalter gehen eher von einem gesättigten Markt aus. Für das kommende Jahr gaben die Organisatoren schon den erste Headliner bekannt: Die Ärzte sollen 2019 die Eifel und das Zeppelinfeld rocken.

110 Sattelschlepper und 30 Kilometer Zäune – Rock am Ring in Zahlen

Auch wenn die Besucherzahl bei „Rock am Ring“ von fast 90 000 (2017) auf diesmal rund 70 000 gesunken ist: Das legendäre Musikfestival bleibt ein Massenspektakel und eine logistische Herausforderung. Das zeigt eine Auswahl von Zahlen des Veranstalters der Party von Freitag bis Sonntag am Nürburgring:

– Mehr als 400 Mitarbeiter für den Auf- und Abbau

– 110 Sattelschlepper für Transporte

– rund 100 Einlass-Schleusen

– 400 Duschen im Außenbereich

– 30 Kilometer Zäune

– 2 Kilometer Polizeigitter

– 80 Hektar Parkplätze

– 80 Hektar Zeltfläche

– 2 Lastwagen mit Schließfächern

– 5200 Essen für Mitarbeiter und Bands

– 3 Tonnen Würfeleis

– 350 Pflanzen zur Dekoration

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