Schallplatten Vinyl
Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa

Der einflussreichste Musiksender der Welt begann stilbewusst mit den Worten: „Ladies and Gentlemen, Rock’n Roll.“ Und umso selbstironischer folgte die britische New-Wave-Band The Buggles mit dem Song „Video Killed the Radio Star“. Vor 40 Jahren ging mit MTV das erste reine Musikfernsehen an den Start. Es sollte die Industrie revolutionieren und Musiker zu Weltstars machen, doch bekam es in den letzten Jahrzehnten übermächtige Konkurrenz.

Dass MTV damals anders war als die gängige spröde TV-Landschaft wurde dem Publikum am 1. August 1981 schon in den ersten Minuten klar. Junge, hippe Moderatoren, Video Jockeys oder kurz VJs genannt, sprachen da mit einem Selbstverständnis in die Kameras, als hingen sie im Wohnzimmer mit Kumpels ab.

Billie Jean und Beat It erschienen 1982 auf dem Album Thriller

Musikgeschichte haben die Songs „Billie Jean“, „Beat It“, „Killer Queen“, „Radio Ga Ga“, „Waterloo“, „Dancing Queen“, „She Loves You“ und „Let It Be“ geschrieben. Aber welche beiden Songs wurden auf dem gleichen Studioalbum erstmals veröffentlicht? Es sind „Billie Jean“ und „Beat It“, beide erschienen 1982 auf Thriller.

Mark Goodman, unverschämt dichte Locken und drei offene Hemdknöpfe, machte den Anfang: „Vor wenigen Augenblicken haben alle VJs und die Crew hier bei MTV gemeinsam unserer Produzentin Sue Steinberg eine Flasche Champagner über den Kopf geschlagen und siehe da, ein neues Konzept ist geboren!“

Dem Aufsehen der ersten Stunden folgten aber recht schwierige erste Jahre. Zum Einen lag das daran, dass Musikvideos noch kein Standard waren, so dass das 24-Stunden-Programm irgendwann recht öde und eintönig wurde. Zum Anderen konnte MTV als Kabelsender in den USA zunächst nur von einer begrenzten Zahl von Menschen empfangen werden.

MTV antwortete damit, sich vom Rock-Fokus zu verabschieden und verstärkt auch R’n’B zu spielen. Auch Videos zu Liedern wie „Billie Jean“ und „Beat It“ von Michael Jackson schlugen ein. Es zeigte zudem, wie groß der Einfluss von MTV darauf wurde, Karrieren von Musikern wie Madonna voranzutreiben.

Quelle: dpa