Wegen Omikron: Kontaktnachverfolgung soll sich auf gefährdete Gruppen konzentrieren

Weil die Gesundheitsämter mit der Kontaktverfolgung Schwierigkeiten haben, sollen die Kontaktverfolgungen zuvorderst gefährdete Gruppen im Blick haben.
Karl Lauterbach 19. März
Foto: Michael Kappeler/dpa
Karl Lauterbach 19. März
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Die Kontaktverfolgung wird für die Gesundheitsämter immer schwieriger bei immer höheren Fallzahlen. Daher traten am heutigen Samstag, den 22. Januar, die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder zu einer Schaltkonferenz zusammen. Dort wurde beschlossen, dass sich die Gesundheitsämter wegen der stark steigenden Infektionszahlen künftig auf die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Fällen im Klinik- und Pflegebereich und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung konzentrieren sollen.

Neben der Kontaktaufnahme zu infizierten Personen und deren Haushaltsangehörigen solle die Nachverfolgung in diesen Bereichen „mit höchster Priorität“ zum Schutz sogenannter vulnerabler Gruppen durchgeführt werden, hieß es in einem einstimmig gefassten Beschluss.

Verwiesen wird darin auf die erwarteten weiter stark steigenden Infektionszahlen durch Omikron und die Kapazitäten in den Gesundheitsämtern. „Neben den von Bund und Ländern beschlossenen Anpassungen der Quarantäne und Isolierungsregeln (…) sollte deshalb auch die Kontaktpersonennachverfolgung strategisch bundeseinheitlich neu ausgerichtet werden“, heißt es weiter. Notwendig sei eine „länderübergreifend einheitliche Ausrichtung der Kontaktpersonennachverfolgung auf vulnerable Gruppen“.

„Weitere Kontaktpersonen“ müssen demnach damit rechnen, dass sie „in der Regel mit deutlichem Zeitverzug oder nicht mehr durch die zuständigen Behörden kontaktiert werden können.“ Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte sich für eine Neuausrichtung der Kontaktnachverfolgung ausgesprochen.

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dpa