Foto: Lea drumond/dpa
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Nach einer Schlammlawine in Brasilien befürchten die Behörden hunderte Todesopfer. Es gebe nur noch eine „winzige Chance“, Überlebende zu finden, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais, Romeu Zema. Rettungskräfte bargen bis zum frühen Samstagmorgen neun Leichen, fast 300 Menschen werden nach den Worten eines Feuerwehrsprechers vermisst.

Nahe der Stadt Brumadinho in Minas Gerais war am Freitag ein Damm an einer Eisenerzmine gebrochen. Eine riesige Schlammlawine hatte sich über die Mine und umliegende Wohnhäuser ergossen.

Polizei, Feuerwehr und Soldaten hätten alles getan, um mögliche Überlebende zu retten, sagte Gouverneur Zema. „Doch wir wissen, dass von jetzt an die Chancen winzig sind und wir wahrscheinlich nur noch Leichen finden werden.“

Bei den meisten Opfern handele es sich um Minenarbeiter, sagte der Chef des Bergbauunternehmens Vale, Fabio Schvartsman. Die Opferzahl sei noch unbekannt, „aber wir wissen, dass sie hoch sein wird“. Die Schlammlawine habe unter anderem die Kantine des Bergwerks unter sich begraben, als gerade Mittagszeit war.

279 Menschen konnten nach Behördenangaben lebend gerettet werden. Fernsehbilder zeigten, wie Menschen von Hubschraubern aus dem hüfthoch stehenden Schlamm gezogen wurden.

Vor rund drei Jahren hatte sich bereits an einer anderen von Vale betriebenen Mine eine ähnliche Katastrophe ereignet. Damals kamen 19 Menschen ums Leben, eine Schlammlawine erstreckte sich auf mehr als 650 Kilometer und löste die größte Umweltkatastrophe in der brasilianischen Geschichte aus. Nach der Nachricht von dem neuerlichen Unglück stürzten die Kurse der Vale-Aktien an der New Yorker Börse um acht Prozent ab.

In Brumadinho warteten zahlreiche Angehörige von Minenarbeitern auf Nachrichten von ihren Lieben. „Sie wollen uns nichts sagen!“ schimpfte Olivia Rios, eine von ihnen. „Das sind unsere Söhne, unsere Eheänner, und niemand sagt uns etwa. Mein fünfjähriger Neffe hat mich gefragt, ob sein Papa tot ist. Was soll ich ihm nun sagen?“

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