Foto: dpa/Polizei Paderborn
Foto: dpa/Polizei Paderborn

Jähes Ende des Schulwegs: Im Kreis Paderborn verunglückt ein Linienbus. Viele Menschen werden verletzt, darunter auch Schüler. Womöglich hatte der Fahrer Drogen genommen oder getrunken.

Die Front des Busses ist zerfetzt, die rechte Seite aufgerissen, Trümmerteile liegen auf der Straße. Dieses Wrack sehen auch die Eltern von gut zwei Dutzend Schülern: Ihre Kinder hatten sie am Dienstagmorgen zur Unfallstelle gerufen. Denn der Bus, mit dem die Jungen und Mädchen zur Schule fahren wollten, war gegen einen Baum gekracht. Mindestens 30 Menschen, fast alle Fahrgäste, wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Schuld hat möglicherweise der 43 Jahre alte Busfahrer, der bei dem Unfall unverletzt blieb: „Wir haben den begründeten Verdacht, dass er unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand“, sagte ein Polizeisprecher. Aber auch einen technischen Defekt am Bus schließe man nicht aus.

Der Bus der Linie 484 von Lichtenau nach Paderborn war am Morgen um kurz vor sieben Uhr auf einer Kreisstraße auf gerader Strecke von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 35 Fahrgäste in dem Bus, darunter viele Schüler. Die schnell hinzugerufenen Eltern und ein anderer Busfahrer leisteten Erste Hilfe.

Eine 50-jährige Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bielefeld geflogen. Auch ein zehnjähriges Mädchen erlitt schwere Verletzungen. Kurz nach dem Unfall war die Polizei noch von 20 Verletzten ausgegangen.

Für die Unfallopfer und ihre Angehörigen richteten die Einsatzkräfte eine Betreuungsstelle im Feuerwehrhaus des nächsten Ortes ein. Die Deutsche Bahn (DB) als Muttergesellschaft des regionalen Verkehrsbetriebs biete den Schülern bei Bedarf psychologische Betreuung, sagte ein Unternehmenssprecher.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist der Bahn dagegen unklar: „Die Busse werden regelmäßig gewartet und unsere Fahrer geschult“, sagte der DB-Sprecher. Die Polizei stellte den total zerstörten Bus sicher, um ihn auf mögliche technische Mängel zu untersuchen. Dem Busfahrer wurde eine Blutprobe entnommen, sein Führerschein sichergestellt.

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(dpa)