Das deutsche Kreuzfahrtschiff „RCGS Resolute“ ist in der Karibik von einem Schiff der venezuelanischen Marine angegriffen worden. Während das Kriegsschiff sank, hat das Kreuzfahrtschiff nur ein paar Kratzer abbekommen.

Wie „Bild“ berichtet, ist es am Montag vor der Insel La Tortuga zu einem Angriff eines Patrouillenboots der Marine Venezuelas gekommen. Ziel war die „RCGS Resolute“, die seit 2018 unter portugiesischer Flagge unterwegs ist.

Seinen Ursprung hat das Kreuzfahrtschiff aber in Deutschland – über 25 Jahre war es unter dem Namen „Hanseatic“ für die Reederei „Hapag + Lloyd“ unterwegs. In dieser Zeit zog es das Schiff von Hamburg um die Welt. Nachdem 2018 der Chartervertrag der Reederei auslief, wurde das Passagierschiff umgebaut und ist seitdem unter neuem Namen unterwegs.

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Zum Zeitpunkt des Angriffs wurden Arbeiten am Motor der „Resolute“ in internationalem Gewässer vorgenommen. Das Patrouillenboot „GC-23 Naiguata“ näherte sich dem Kreuzfahrtschiff an und feuerte nach kurzer Kontaktaufnahme Bordkanonen ab – kurz darauf wurde offenbar noch versucht, die „Resolute“ zu versenken.

Die Crew der „Naiguata“ rammte das 1991 erbaute Schiff – allerdings blieb das Kreuzfahrtschiff standhaft und kam mit einigen Kratzern davon. Stattdessen hat es venezuelanische Marineschiff deutlich härter erwischt.

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Die Schäden waren sogar so groß, dass es zu sinken begann und die Crewmitglieder gerettet werden mussten. Da zum Zeitpunkt des Zwischenfalls Arbeiten an der „Resolute“ vorgenommen wurden, waren keine Passagiere an Bord – alle Mitarbeiter blieben nach Angaben der Betreibergesellschaft unverletzt.

Grund für den Angriff könnten politische Spannungen zwischen Venezuela und Portugal sein. Seit 2018 ist die „Resolute“ ja unter der Flagge Portugals unterwegs.

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Im Mittelpunkt des Konfliktes zwischen den beiden Ländern ist der venezuelanische Oppositionsführer Juan Guaido, der mit der portugiesischen Fluggesellschaft „TAP“ Auslandsreisen antrat.

Daraufhin hat die Regierung Venezuelas „TAP“ verboten, auf venezuelanischen Boden zu landen. Staatoberhaupt Maduro hat sich inzwischen auch zum „Naiguata“-Zwischenfall geäußert: Laut „El Universal“ bezeichnete er ihn als „Akt des Terrorismus und der Piraterie“, der in den kommenden Wochen genau untersucht werden müsse.