Foto: Shutterstock/ cunaplus
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Es ist ein reiner Albtraum. Shane Goldsby musste mit dem Peiniger seiner Schwester zusammenleben, in einer geteilten Zeile auf engstem Raum. Beide saßen in Washington in Haft. Nun sitzt nur noch Goldsby – denn den Vergewaltiger Robert Munger hat er getötet.

Es ist eine Geschichte, die an vielen Punkten für Kopfschütteln sorgt, die sich über die vergangenen 14 Monaten in Washington zugetragen hat. Wie die „Washington Post“ berichtet, wurde Goldsby verurteilt, weil er unter anderem 2017 in eine Polizei-Verfolgungsjagd verstrickt war und dabei einen Beamten verletzt haben soll.

Shane Goldsby: In einer Zelle mit dem Vergewaltiger seiner Schwester

Allerdings musste er seine Haftstrafe erst im Juni 2020 antreten. Binnen weniger Stunden wurde ihm nach eigener Aussage klar, dass der Mann, mit dem er sich die Zelle teilt, der Vergewaltiger seiner Schwester ist.

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Robert Munger war zu dem Zeitpunkt bereits 70 Jahre alt und wurde sieben Monate vorher wegen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Kinderpornografie zu einer 43-jährigen Haftstrafe verurteilt. Eines seiner Opfer war die minderjährige Schwester von Goldsby.

Ein Umstand, der Goldsby nach eigener Aussage extrem zusetzte. „Er hat nicht damit aufgehört, mir Details darüber zu reden, was er mit ihr gemacht hat. Auch über die Fotos und Videos, die zeigen, wie er Sachen gemacht hat“, sagte er in einem Interview mit „KHQ“ im vergangenen Jahr.

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Inhaftierter tötet Vergewaltiger seiner Schwester

Dort bestätigte er auch, dass er um eine Zellenverlegung bat, um Munger aus dem Weg zu gehen. Diese wurde aber nicht genehmigt. Kurz darauf hielt es Goldsby offenbar nicht mehr aus. Er attackierte den 70-Jährigen von hinten, schlug ihn nieder und trat dann mehrfach auf seinen Kopf ein.

Munger wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert, verstarb dort aber wenige Tage später. Wer der Täter war, war sofort klar. Zumal die Attacke mitten im Gefängnis stattfand. Nun wurde Goldsby zum zweiten Mal verurteilt, diesmal für den Mord an Munger.

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Weitere 24 Jahre in Haft muss er absitzen, nachdem er die Tat vor Gericht gestanden hat. „Ich schäme mich für mein Verhalten, aber ich wurde in eine Situation gebracht, die ich niemandem wünsche“, erklärte Goldsby vor Gericht.

Goldsby: „Wie im Casino sieben Mal den Jackpot knacken“

Dabei ging er auch noch einmal detaillierter darauf ein, wie ihm die Zusammenlegung mit Munger zusetzte: „So etwas gibt es doch nicht. Wir reden darüber, dass wir im selben Gefängnis, im selben Bereich, im selben Trakt und in derselben Zelle untergebracht wurden. Das ist so, als würde man im Casino sieben Mal den Jackpot knacken“ – in diesem Fall aber im negativen Sinne.

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Von Behördenseite gibt es darauf nun eine Reaktion. Sie ließen verlauten, dass ihnen nicht bekannt gewesen sei, dass Goldsby und dessen Schwester verwandt seien, weil sie verschiedene Nachnamen tragen. Von einem Antrag auf eine andere Zelle seitens Goldsby wollen sie aber nichts wissen.