Uniklinik Düsseldorf kündigt umstrittenen Schnelltest-Betreiber

Die Uniklinik Düsseldorf reagiert auf die Vorwürfe gegen den Betreiber von Corona-Testzentren und kündigt den Vertrag mit dem umstrittenen Unternehmen. Man habe keine weiteren Geschäftsbeziehungen zu der Firma.
Universitätsklinikum Düsseldorf
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Das landeseigene Universitätsklinikum Düsseldorf hat einem Testzentrums-Betreiber, gegen den die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt, den Nutzungsvertrag für ihre Räume gekündigt.

Dieser Schritt sei aufgrund aktueller Meldungen über massive Mängel in der Ablauforganisation im Corona-Testzentrum und aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Betreiber des Testzentrums erfolgt, wie die Einrichtung am Montagabend in einer Mitteilung zu der Vertragskündigung ausführte.

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„Gerade im Bereich eines Krankenhauses muss ein tiefes Vertrauen in die Testangebote vor Ort bestehen. Dies ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen nicht mehr gewährleistet“, heißt es in der Mitteilung weiter. Daher werde das aktuelle Testzentrum des Betreibers ab Dienstag (1.6.) am Universitätsklinikum Düsseldorf nicht mehr zur Verfügung stehen. In kurzer Zeit solle eine neue Lösung erarbeitet werden, mit der das ortsnahe und unkomplizierte Testen weiter möglich sei. Bis dahin werde darum gebeten, umliegende Testzentren zu nutzen.

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Das Universitätsklinikum Düsseldorf hatte nach eigenen Angaben im April Räume auf dem Campus diesem Testzentrums-Betreiber überlassen. Hintergrund für die Einrichtung des Zentrums seien damals die Corona-Regeln gewesen, nach denen auch Besucher von Patienten der Uniklinik einen negativen Schnelltest vorweisen mussten. Daher sei das Testzentrum als Service gedacht gewesen, so die Uniklinik. Es gibt – abgesehen von der Überlassung der Räumlichkeiten – keinerlei Geschäftsbeziehungen zum Anbieter, erläuterte das Klinikum weiter.

Noch am Samstag hieß es in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Düsseldorf, man beobachte nun die „staatsanwaltlichen Ermittlungen genau“ und werde „Konsequenzen für die Überlassung des Standortes“ ziehen, „sollten Unregelmäßigkeiten bestätigt werden“.

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Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bochum hatte vergangene Woche Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs bei Corona-Bürgertests aufgenommen, wie ein Sprecher der Behörde am Samstag bestätigte. Ermittelt werde gegen zwei Verantwortliche eines in Bochum ansässigen Unternehmens, das an mehreren Standorten Teststellen betreibe. Anlass der Ermittlungen waren demnach die Recherchen von WDR, NDR und SZ.