Foto: Shutterstock/Shamleen
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Weil die Polizei mit immer größeren Datenmengen an Kinderpornografie konfrontiert wird, stellt das Landeskriminalamt in NRW jetzt auch externe Mitarbeiter ein, die Bilder und Videos sichten. Sie sollen ein aufwendiges Auswahlverfahren durchlaufen.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen stellt 24 externe Mitarbeiter zur Bekämpfung von Kinderpornografie ein. 14 dieser Mitarbeiter sollen speziell zur Sichtung kinderpornografischen Materials eingesetzt werden, sagte ein Sprecher des LKA NRW der Deutschen Presse-Agentur. Zehn weitere Stellen seien vor allem für IT-Spezialisten vorgesehen.

Laut Innenministerium wurden die Ausschreibungen bereits vor dem massenhaften Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde vorbereitet, nachdem Innenminister Herbert Reul (CDU) den Bedarf bei einem Besuch des Cybercrime-Kompetenzzentrums beim LKAgesehen hatte. Um die immer größeren Datenmengen bewältigen zu können, habe man die 24 neuen Stellen geschaffen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der zuständige Abteilungsleiter imm LKA, Sven Schneider, sagte der „Rheinischen Post“: „Das sind keine Polizisten. Es sind Leute, die wir vom freien Arbeitsmarkt nehmen und als Tarifbeschäftigte einstellen.“

Laut LKA gab es allein auf die Ausschreibung der „Bewerter“, also der 14 Beschäftigten, die das kinderpornografische Material sichten, 150 Bewerber. Wie ein LKA-Sprecher sagte, könnte der Missbrauchsfall in Lügde das Thema Kinderpornografie in den Fokus gerückt und manche Bewerber motiviert haben, zu helfen. Alle geeigneten Aspiranten werden laut LKA ein aufwendiges Auswahlverfahren durchlaufen.

In den Stellenausschreibungen wird als Anforderung bereits ein „hohes Maß an psychischer Belastbarkeit“ genannt. Zudem werden ein „gute Merkfähigkeit“, „gute Englischkenntnisse“ und „Erfahrungen im Bereich der Datenerfassung und -bearbeitung“ erwartet. In der Ausschreibung für die „Bewerter“ heißt es zudem wörtlich: „Aufgrund der zu bearbeitenden Thematik ist ein Kontakt mit kinderpornografischen Darstellungen arbeitstäglich gegeben.“

Zu den Aufgaben gehöre unter anderem das „Sichten und selbstständiges Einordnen der Bilder und Videos in einschlägige Kategorien durch Nutzung verschiedener, spezieller Auswertungssoftware.“ Das Auswahlverfahren soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Bezahlt werden die „Bewerter“ nach Stufe 11 des Landes-Tarifvertrags, rund 3200 Euro im Monat im ersten Jahr.

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(dpa)