Coronavirus Frankfurt maskenpflicht mundschutz
Foto: Andreas Arnold/dpa

Seit Montag gelten in Deutschland flächendeckend die verschärften Corona-Maßnahmen. In Tübingen wird darüber hinaus noch eine eigene Strategie genutzt, um besonders die Senioren vor möglichen Infektionen zu schützen.

Die Infektionszahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, auch am Montag hat das Robert-Koch-Institut über 10.000 Neuinfektionen vermeldet. Nun greifen die neuen und wieder verschärften Corona-Maßnahmen, die von vielen als „Teil-Lockdown“ bezeichnet werden.

In allen Bereichen sind die Infektionen in den vergangenen Wochen rasant angestiegen, damit auch die Zahl der infizierten Senioren – diejenigen, die in der Pandemie als Risikogruppe gelten.

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Während die Zahl der Infizierten älter als 70 Jahre Anfang Oktober noch bei rund 1200 in einer Woche lag, kratzte der Wert nur zwei Wochen später schon an der Marke von 7000.

Deswegen liegt nun für den Grünen-Politiker Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, der Fokus darauf, gerade die Älteren zu schützen. Dafür setzt er auf eigene Maßnahmen, die über die der Bundesregierung hinausgehen.

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Palmer ruft die Senioren bei „Bild“ auf, die Stadt-Busse in Tübingen im November, also dem Monat des „Teil-Lockdown“, nicht zu nutzen. Sollten „unabdingbare Fahrten“ anstehen, wird ihnen geraten, auf Sammel-Taxen auszuweichen oder das Fahrrad den öffentlichen Verkehrsmitteln vorzuziehen.

Eine weitere Maßnahme zum Schutze der Senioren ist es, dass Palmer die Nicht-Senioren aufruft, Einkäufe nicht zwischen 9.30 Uhr und 11 Uhr zu unternehmen. In dieser Zeit sollen dann die älteren Menschen in Ruhe und mit geringerem Infektionsrisiko einkaufen gehen können. Dafür bekommen die Menschen über 65 in Tübingen auch kostenlose FFP2-Masken von Seiten der Stadt gestellt.

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Palmer vergleicht die Herangehensweise mit der Corona-Strategie der Schweden: „Der Tübinger Appell setzt wie Schweden auf Eigenverantwortung und besonderen Schutz der Alten.“ In Schweder ist der Anteil der Senioren unter den Corona-Infizierten geringer als aktuell in Deutschland ist.