Foto: Screenshot YouTube
Foto: Screenshot YouTube

Auf der A6 bei Nürnberg ist es am Dienstag zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen. Ein Lkw-Fahrer verlor sein Leben, vorbeifahrende Gaffer zückten ihre Handys und filmten. Einem Polizist ist daraufhin der Kragen geplatzt.

In einem Video, das die Passauer Neue Presse bei YouTube veröffentlichte, ist zu sehen, wie der Polizist zunächst einen Kleinwagen stoppt, um den offenbar filmenden Beifahrer zur Rede zu stellen.

„Du kannst auch gerne aussteigen und dir die Leiche anschauen. Möchtest du? Dann steigen Sie aus“, schimpft Polizeidirektor Stefan Pfeiffer. Als der Beifahrer das Angebot jedoch ablehnt, brüllt er nur: „Verschwinden Sie!“

Der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Feucht hat ganz offenbar die Schnauze voll. „Das sind erstaunliche Szenen, die sich hier abspielen.“ Es sei einfach erschreckend, mit „wie wenig Empfinden die Leute hier mit dieser Lage umgehen.“

Um etwa 11.20 Uhr war ein 47 Jahre alter Lastwagen-Fahrer am Dienstagmittag mit seinem Sattelzug auf der A6 in Richtung Amberg unterwegs, als er aus noch ungeklärter Ursache in ein Stauende krachte. Für ihn kam jede Hilfe zu späte, er verstarb noch an der Unfallstelle. Die Autobahn musste zeitweise komplett gesperrt werden, auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Für viele Gaffer offenbar Grund genug, mit ihren Handys voll drauf zu halten. Bis Pfeiffer schließlich der Kragen platzte. Einem ausländischen Lkw-Fahrer bot er auf Englisch ebenfalls an, Fotos von der Leiche zu machen. „Willst du den Toten sehen? Komm mit. Da liegt er. Wenn du willst, sag ihm ‚Hallo‘.“

Als der Fahrer das dann aber doch nicht will, fragt Pfeiffer nur: „Warum machst du das dann? Das kostet dich jetzt 128,50 Euro, weil du Fotos vom Unfall gemacht hast. Schäm dich!“

Die drastische Maßnahme sei „durchaus eine Möglichkeit, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren“, erklärt der Polizist. „Einfach bloß 128,50 Euro zu verlangen und sie wieder weiter zu schicken, da bin ich mir ziemlich sicher, ist der Lerneffekt relativ gering. Sie müssen auch glaube ich mal merken, was sie tun.“