Krankenhaus Patient Monitor
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Im US-amerikanischen Chicago ist es zu einer tödlichen Verwechslung gekommen. Zwei Geschwister haben sich aus Versehen bei einem völlig fremden Mann dazu entschieden, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu stoppen – in dem Glauben es gehe um ihren Bruder.

Wie die britische „BBC“ berichtet, ist im April ein Mann mit schweren Gesichtsverletzungen in das Mercy Hospital in Chicago eingeliefert worden. Die Polizei identifizierte ihn anhand eines Fahndungsfotos als Alfonso Bennett. Ein Fehler mit schwerwiegenden Folgen!

Denn nachdem das Krankenhaus die vermeintlichen Angehörigen Bennetts kontaktierten, entschieden diese sich, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Es gab schlicht keine Hoffnung mehr auf Genesung, nur wenige Tage später war der Mann tot.

Dann aber die Überraschung: Noch während die Familie die Beerdigung des Mannes organisierte, tauchte der Totgeglaubte plötzlich auf einer Grillparty auf. Es ging ihm gut, er war offenbar nur untergetaucht. Bei aller Freude darüber, dass er noch am Leben war, ging es aber vor allem um die Frage, welcher Mann denn dann gestorben ist?

Erst anhand von Fingerabdrücken herrschte dann Gewissheit. Bei dem Toten handelte es sich um den 69 Jahre alten Elisha Brittmann, der schon länger als vermisst galt.

„Ich habe noch gefragt, wie sie überprüft haben, ob das wirklich mein Bruder ist“, sagte Rosie Brooks der „BBC“. „Ich habe in meinem Herzen spüren können, dass er es nicht ist“, so die Schwester des noch lebenden Alfonso Bennett.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses hätten aber nur gesagt, dass sie ihren Bruder aufgrund der schweren Gesichtsverletzungen einfach nicht erkennen könne und sie nicht wahrhaben wolle, dass es sich um ihn handele.

Die Ermittlungen richten sich nun aber vor allem gegen die Polizei, die den Mann fälschlicherweise als Alfonso Bennett identifiziert hatte. Sie hätten schon viel früher Fingerabdrücke oder auch eine DNA-Probe nehmen müssen, statt nur ein Fahndungsfoto zu nutzen, so der Vorwurf von Illinois-Senatorin Patricia Van Pelt.

Und auch die Familie von Bennett sowie die Angehörigen des nun toten Brittmann wollen gerichtlich gegen die Verantwortlichen vorgehen. Sie haben mittlerweile Klage wegen Fahrlässigkeit eingereicht.