Todesfälle in Südafrika steigen wieder – Wissenschaftler erklären, was das für Omikron bedeutet

In Südafrika steigen die Todeszahlen trotz Omikron wieder massiv an. Wissenschaftler haben zwei mögliche Erklärungen, sind aber in Alarmbereitschaft.
Corona Test Stäbchen
Stäbchen in der Hand – ein Mitarbeiter nimmt einen Corona-Test vor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Corona Test Stäbchen
Stäbchen in der Hand – ein Mitarbeiter nimmt einen Corona-Test vor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Aktuell richten sich die Blicke erneut nach Südafrika. Nachdem dort im November die Corona-Variante Omikron erstmals aufgetaucht war, hat die Mutante inzwischen alle weiteren Varianten zurück gedrängt. Nachdem es dann lange danach aussah, dass Omikron zwar viel ansteckender ist, aber im Verlauf auch entsprechend milder, hofften viele, dass es nun endlich zur langersehnten Endemie komme und sich das Virus immer weiter abschwächen würde.

Nun aber gehen die Zahlen der Todesfälle in Südafrika ebenfalls wieder hoch, was die Experten wieder in Alarmbereitschaft versetzt. Denn die Zahlen waren in den letzten Wochen stark rückläufig, was neue Infektionen anging, nun aber geht die Zahl der Verstorbenen immer weiter nach oben.

Dafür gibt es wahrscheinlich zwei Erklärungen. So hat der Mathematiker der Cambridge Universität Ridwhaan Suliman eine Grafik via Twitter geteilt, die zeigen soll, warum der Verlauf in Südafrika aktuell ist, wie er ist.

Fehlende Berichterstattung könnte zu falschen Daten führen

So sollen die Zahlen das Infektionsgeschehen von zwei bis drei Wochen zuvor darstellen, weil die Statistik erst dann gewisse Zahlen, wie beispielsweise den Tod von Corona-Patienten, vermerkt. Daher sei es logisch, dass die Welle der Todesfälle zeitversetzt und somit verspätet angezeigt wird. Der Mathematiker vermutet, dass diese Verzögerungen bei Omikron noch ausgeprägter sein könnten.

Als zweiter Grund wird eine langsamere Berichterstattung in Erwägung gezogen. Dies soll vor allem durch die Feiertage und den Jahreswechsel möglich geworden sein, dass es deshalb zu Meldeverzügen kam und die Zahlen deshalb mit einiger Verspätung ankommen.

Gleichzeitig wird auch wieder davor gewarnt, dass eine mildere Version des Virus nicht bedeutet, dass das Virus harmlos ist. Nicht umsonst wies Gesundheitsminister Karl Lauterbach schon früher darauf hin, dass auch Omikron gefährlich ist. So zeigt eine Grafik der kanadischen Biologin Malgorzata Gasperowicz, wie Todesfälle bei milderen, aber infektiöseren Varianten ansteigen, im Gegensatz zu Varianten, die weniger infektiös, aber eher für schwere Verläufe verantwortlich sind.

Vergleichen lässt sich die Situation hier mit der in Südafrika aber nicht wirklich. Dafür sind die Bevölkerungen zu unterschiedlich, vor allem was die Altersstruktur betrifft. Dennoch sollten sich Ungeimpfte hierzulande nicht zu sicher sein und auf einen milden Verlauf hoffen. Um nicht schwer zu erkranken, sollten sich Ungeimpfte weiterhin impfen lassen, Geimpfte sollen sich boostern lassen.

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