Justizvollzugsanstalt JVA Vechta
Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Ist das DIE Liebesgeschichte des Jahres? Ein 18 Jahre alter Mann ist in die JVA Vechta (Niedersachsen) eingebrochen, um seiner Ex-Freundin seine Liebe zu beweisen. Die merkwürdige Aktion war offensichtlich ein voller Erfolg. Sie will ihn tatsächlich zurück.

Das berichtet die „Bild“. Dem Bericht zufolge sitzt die 18 Jahre alte Franziska V. dort im Jugendknast. Und das schon seit zwei Jahren und acht Monaten, weil sie eine verurteilte Intensivtäterin ist. Über die Gründe der Inhaftierung schweigt die junge Frau lieber, es geht aber um die Verwicklung in Gewalt- und Vermögensdelikte, wie die „Bild“ weiter schreibt.

Doch die 18-Jährige darf das Gefängnis jeden Tag verlassen, besucht nach eigener Aussage eine reguläre Schule. Dort verliebte sie sich vor einem Jahr in einen Mitschüler, der sie seitdem auf dem Heimweg begleitet und im Gefängnis besucht. Eine zarte Liebe unter Teenagern entstand.

Vor knapp zwei Wochen dann machte sie mit ihm am Telefon Schluss. Eine „Kurzschlussreaktion“, wie sie der „Bild“ sagte. Ihr Freund wollte sich damit allerdings nicht abfinden. Er wollte sie sehen. Sofort. „In 15 Minuten bin ich bei dir“, sagte er. Und er sollte Wort halten.

Er kletterte an einem Laternenmast hoch und stieg erst über die mit Stacheldraht geschützte Gefängnismauer, dann kraxelte er am Gefängnis hoch zum Fenster der Angebeteten im ersten Stock. Über den Fall berichteten wir bereits vergangene Woche. Doch die Reaktion der Frau wurde jetzt erst überliefert.

Und seine Herzensdame zeigte sich von der waghalsigen Aktion schwer beeindruckt. Es folgten Küsse durchs Gitter. Und weil es gerade so gemütlich war, kochte die junge Frau erstmal einen Kaffee für das Paar. Da eine Mitgefangene im Erdgeschoss plötzlich Beine vor ihrem Gitter baumeln sah und die Wachen alarmierte, wurde das junge Glück aber schnell wieder getrennt. Nach 15 Minuten hatten die Beamten den unangemeldeten Besucher wieder unverletzt vom Fenster entfernt.

Und die ganze Geschichte hat tatsächlich ein Happy End. Denn: In vier Monaten hat sie ihre Strafe verbüßt. Und dann will sie mit ihrem tatkräftigen Freund zusammenziehen. Doch vorher muss das Paar noch ein paar Hürden überwinden. Nach dem Einbruch in den Knast wurde gegen das Paar eine vierwöchige Kontaktsperre verhängt. Und dem „Einbrecher“ droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Doch, was ist das schon alles im Vergleich zur großen Liebe?