Studie belegt: Organschäden treten auch bei milderem Verlauf einer Corona-Infektion auf

Eine Studie der Uniklinik in Hamburg hat herausgefunden, dass selbst bei milden Verläufen einer Corona-Infektion die Organe angegriffen werden.
Coronavirus Abstrich
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die neue Omikron-Variante stellt die Welt aufgrund ihrer hohen Ansteckungsrate vor neue Probleme, auch wenn einige wenige, wie die dänische Epidemiologin Tyra Grove Krause, ein Ende der Pandemie aufgrund der hohen Durchseuchungsrate sehen. Denn aufgrund der milderen Verläufe bei der Omikron-Variante bei einer Infektion mit dem Coronavirus werden derzeit weniger Menschen in Krankenhäuser eingeliefert.

Wie die „Tagesschau“ jetzt aber berichtet, ist auch ein milder Verlauf nicht ungefährlich. Denn wie eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) herausgefunden hat, werden die Organe auch bei leichten Krankheitsverläufen angegriffen. Zudem gebe es Anzeichen von Beinvenenthrombosen bei moderaten Verläufen.

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Für die Studie wurden Mitte 2020 443 ungeimpfte Menschen eingehend untersucht, wie es weiter heißt. Dabei wurden neben dem Herz-Kreislauf- auch das Gefäßsystem sowie die Nieren, die Lunge und das Gehirn auf ihre Funktion, mögliche Schäden und Strukturen rund zehn Monate nach einer Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Alle Teilnehmer hatten während der Infektion wenige bis keine Symptome gezeigt.

Schäden am Herzen durch Proteine belegt

So kam heraus, dass die Filterleistung der Nieren um zwei Prozent geringer bei den Infizierten im Gegensatz zur Kontrollgruppe war, das Gesamtlungenvolumen lag sogar um drei Prozent geringer. Auch die Untersuchungen an den Herzen der Teilnehmer zeigte, dass die Pumpkraft des Organs um ein bis zwei Prozent bei den Infizierten verringert war.

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Zudem wurde ein alarmierender Wert gefunden, der auf eine Schädigung des Herzens hinweist. Sogenannte Kardiale Troponine, Eiweißbausteine, die in den Muskelzellen der Herzmuskulatur vorkommen und bei Erhöhung auf Schäden hinweisen, waren um 14 Prozent höher. Zudem waren Hinweise auf Beinvenenthrombosen zwei bis drei Mal häufiger bei den Infizierten, als bei der Kontrollgruppe.

Die Wissenschaftler erklärten nach der Bekanntgabe der Ergebnisse: „Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint.“ Daher sollte man sich keinesfalls zu sicher fühlen, nur weil die Verläufe gegebenenfalls milder ausfallen.

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